Linearflug und exportierte terranische Probleme…

Mai 18th, 2012

Der Zielstern - Perry Rhodan 13
Zum Inhalt:

Die fast sechs Jahrzehnte, die vergangen sind, seit die Druuf keine Gefahr mehr für die Galaxis darstellen, haben die terranischen Wissenschaftler fleißig genutzt. Nach den erbeuteten Unterlagen der Druuf wurde ein Linearantrieb gebaut der mit dem Jungfernflug der FANTASY seine erste Bewährungsprobe absolvieren soll. Was zuerst als wissenschaftlicher Testflug geplant war endet mit der Entdeckung eines Systems, das von einem blauen Energiefeld geschützt wird. Der Linearantrieb allein macht es erst möglich diesen Schirm zu durchdringen. Die Forscher sind nicht wenig erstaunt ein Volk vorzufinden, das sich als die Ahnen der Arkoniden entpuppt: die Akonen.

Die Akonen sind jedoch in keinster Weise gewillt ihr selbst gewähltes stellares Abseits publik werden zu lassen und sabotieren die FANTASY. Nur dem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, das Rhodan mit einem Drittel seiner Crew überlebt, nur um sich im heimatlichen Solsystem weiteren hinterhältigen Angriffen seitens der Akonen stellen zu müssen. Darunter eine Plasmaseuche die droht ganze Planeten zu entvölkern.

Ganz nebenbei muss sich der solare Regierungsapparat mit zunehmenden Schmuggelaktivitäten auseinandersetzen, ebenso wie mit Drogenkartellen, die einen blühenden Handel auf interstellarem Niveau aufziehen. Wie meistens, wo profitable Geschäfte winken sind die Springer nicht weit. Einmal mehr zeigt dabei eine scheinbare Nebengeschichte rund um John Pincer und seine Frau Cora, dass es sehr oft der Zivilcourage von einfachen Bürgern zu verdanken ist, dass maßgebliche Erfolge erzielt werden können. Dabei begegnet der Leser liebenswerten Vertretern eines Volkes von Vogelwesen.

Als die Akonen in ihrer Dreistigkeit – oder ist es Ausweglosigkeit – Rhodan und den Mutanten Tama entführen, sehen sie sich der vereinten Macht der solaren und arkonidischen Flotte gegenüber…

Fazit:  Die Handlungsstränge des Buches wirken teilweise etwas spröde in ihrer Zusammenstellung, aber es ist den Bearbeitern trotzdem gelungen ein in sich stimmiges Buch aus den Rhodan Heftromanen zusammenzustellen. Viele Details aus diesem Buch werden in den Folgebänden wieder aufgenommen und weitergesponnen. Es stellt den ersten Band des Zyklus rund um die Posbis dar, der bis Band 17 “Die Hundersonnenwelt” läuft. Als kleines Goodie habe ich die Notizen, die ich mir während des Lesens gemacht hatte als grafische Inhaltsangabe wieder im folgenden Link hinterlegt Grafische Inhaltsangabe Bd. 13 .

Zum Buch: Wie von allen anderen Büchern der Silberbände gewohnt handelt es sich um ein hervorragend verarbeitetes Buch. Das etwas stärkere Papier fühlt sich gut an und hält einiges aus.

Buchdaten :

  • Titel: “Der Zielstern”
  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Edel Germany (1982)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3811820249
  • ISBN-13: 978-3811820241
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 13,4 x 4,2 cm

Die Erde als galaktischer Drive-In…

Mai 18th, 2012

Picknick am WegesrandZum Inhalt:

Was wäre wenn… eine der zentralen Fragen der SF, deren Antwort sich in diesem Buch auf gänzlich ungewöhnliche Weise genähert wird. In seiner Nabelschau, stellt sich der Mensch immer vor er wäre so wichtig, dass ihn “Außerirdische” besuchen könnten. Was aber wenn sie ihn gar nicht wahrnähmen und ihr intergalaktisches Picknick zufällig auf dem blauen Planeten feiern würden, ungeachtet der “Ameisen” am Wegesrand, die sich noch Jahrzehnte lange mit dem himmlischen Müll beschäftigen könnten, ohne ihn auch nur ansatzweise zu verstehen. …

Fazit:  Sehr fordernder Denkansporn… wie wichtig kann, darf sich die Menschheit nehmen. Ausgezeichnet geschrieben, absolut empfehlenswert. Die Strugatzki’s haben noch viele ebenso angenehm außergewöhnliche Kurzgeschichten z.B. in der Anthologie “Aus dem Tagebuch einer Ameise” geschrieben. Ihr Name steht für SF abseits der ausgetretenen Pfade dieses Genres.

Zum Buch: Solide verarbeitetes Buch, mit ästhetisch ansprechendem Umschlag. Jeden Cent wert.

Buchdaten :

  • Titel: “Picknick am Wegesrand”
  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 16 (2. November 1981)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518371703
  • ISBN-13: 978-3518371701
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,1 x 1,7 cm

Aus dem Tagebuch einer Ameise

Mai 16th, 2012

Aus dem Tagebuch einer Ameise
“Ich bin von Natur aus Optimist und bemühe mich nach Kräften meine gute Meinung von den Menschen zu erhalten, aber das fällt einem fürwahr nicht immer leicht.” (S.13, “Retten wir den Kosmos”, Stanislaw Lem )

Zum Inhalt:

Auf insgesamt 292 Seiten ist es dem Herausgeber Michael Szameit in diesem Buch gelungen mehr als 20 SF-Kurzgeschichten zu vereinen, die von durchweg außergewöhnlicher Qualität sind. Bekannte Namen wie Stanislaw Lem, Herbert W. Franke, Arkadi und Boris Strugatzki, Karsten Kruschel, Dimitri Bilenkin um nur einige zu nennen, geben sich in einem literarischen Staffellauf auf höchstem Niveau den roten Faden in schneller Folge in die Hand.

Gemeinsam ist allen Geschichten das irisierende Gefühl das den Leser überkommt, wenn er den letzten Satz gelesen hat, der so gut wie nie ein wie auch immer geartetes Ende markiert, sondern stets eine Spannung in den Gedanken hinterlässt, mit der der Leser sozusagen infiziert wird; die er mit sich weiter trägt, um seine eigene Erzählung weiter zu spinnen.

Im Untertitel ist von “wissenschaftlich-phantastischen Tiergeschichten” die Rede. Auf seinem Weg durch weit entfernte Welten, aber auch durch die Städte einer beinahe(n) Zukunft, oder aber einem Waldweg eröffnen sich dem für Neues Offenen Gedanken von,  über und durch Tiere, die sich zu einem Kaleidoskop der Welterklärungen verdichten und eigene Gedankengänge ins Rollen bringen.

Es würde mir ungemein schwer fallen definitive Wertungen abzugeben, aber 2 Geschichten hatten mich tief beeindruckt:”Der Dekaber” von Sewer Gansowski in ihrer beinahen Endgültigkeit und als leidenschaftlicher Hundemensch die Erzählung “Die Stadt und der Wolf” von Dimitri Bilenkin.

“Die meisten Menschen sind immer noch der Meinung, dass der Mensch für die Tiere eine Gottheit ist. Seien Sie sicher, daß kein einziges Tier uns so sieht.” (“Die Stadt und der Wolf”, Dimitri Bilenkin)

Die anfangs befremdlich wirkenden Illustrationen von Werner Ruhner erhalten mit jeder gelesenen Geschichte Leben, wobei sie mehr und mehr Begleiter auf dem Weg durch das Buch werden, dem Leser zusehends ans Herz wachsend. Bis zum Schluß integriert in den Lesefluß – und aus ihm nach einer Weile nicht mehr wegzudenken – prägen sie das Lesevergnügen in äußerst positiver Form mit.

Abgerundet wird das Buch durch Kurzinformationen zu den Autoren. Ein kleiner Tipp: Erst die Geschichten lesen und anschließend die Geburtsdaten der Autoren verinnerlichen, dann beginnt der Begriff “zeitlose” SF erst richtig griffig zu werden.

Zum Buch : Positiv fällt der geprägte, gut verarbeitete Leineneinband und die solide Bindung des Buchblockes auf. Die Farben des Schutzumschlages, der seinen Namen zurecht trägt, sind anfangs gewöhnungsbedürftig. Die Papierqualität ist leider nur mäßig, obwohl die einzelnen Blätter angenehm dick sind. Insgesamt sind die Einzelseiten fest, neigen aber leicht zum vergilben.

Buchdaten:

  • Titel: “Aus dem Tagebuch einer Ameise”
  • Herausgeber: Michael Szameit
  • Verlag: Neues Leben, 1985
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0027D04M2
  • Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 17,5 x 2,2 cm

Echo der Vergangenheit…

Mai 1st, 2012

Perry Rhodan - Der Anti

“Der Mensch soll stets der Beherrscher der Maschine sein, die in dem Augenblick, da sie zu denken beginnt, eine große Gefahr darstellt. Aber wenn sie auch logischer ist, sie kann niemals auf Dauer klüger als der Mensch sein.” (S.95)

Zum Inhalt:

Die ARCTIC, ein Raumer der Solaren Flotte, entdeckt ein treibendes Arkonidenschiff im All. Es wird sehr schnell geklärt, dass es sich bei dem Schiff um ein lange verschollen geglaubtes Experiment der frühen Arkoniden handelt. In der Zwischenzeit spitzen sich die Ereignisse auf eben diesem Schiff zu, auf dem die Nachkommen der ursprünglichen Raumfahrer die Bevormundung durch die Maschinen nicht länger akzeptieren wollen. Letztendlich endet die Meuterei in einer Beinahekatastrophe für tausende Arkoniden, die nur durch das Eingreifen des Flagschiffs der Solaren Flotte, der DRUSUS , verhindert werden kann.

Weiter entfernt im All auf dem Planeten Tramp zeichnet sich eine schicksalshafte Entwicklung für die Illts, das Volk dem Gucky entstammt, ab. Der Planet wird von einer kosmischen Lebensform, den Gal, für ein Experiment planetaren Ausmaßes ausgewählt. Es gelingt Gucky in einer waghalsigen Aktion einige wenige seines Volkes zu retten, bevor der Planet zu einem atomaren Fanal im Raum wird. Die Überlebenden erhalten eine neue Heimat auf dem Mars.

Crest, der alte  Arkonide und Freund Rhodans möchte sich in seinem Ruhestand auf einen Planeten im Ufgar-System zurückziehen und errichtet sich ein gemütliches Domizil inmitten einer wilden, ursprünglichen Naturlandschaft. Auf diesem Planeten müssen drei ausgestoßene Unither notlanden und sehen in der Space-Jet Crests ihr Ticket nach Hause. Beim Kampf um das Raumschiff wird Crest tödlich verletzt und kann von seinen Freunden Rhodan und Bully nur noch Tod nach Terra zurückgeholt werden.

Beinahe nebensächlich eingebettet in diese Geschichte(n) findet sich die Entwicklung rund um Rhodans Sohn Thomas Cardif wieder, welcher noch immer getrieben von einem unbändigen Hass gegen seinen Vater an dessen Vernichtung arbeitet. Cardif kann gefasst werden und verliert durch eine Hypnobehandlung sämtliche Erinnerungen an sein früheres Leben und seine Identität. Wer jedoch glaubt der Faden seiner Geschichte sei damit zu Ende gesponnen hat weit gefehlt…

Fazit:  Ein weiteres Puzzleteil in der Geschichte der Arkoniden wird in diesem Band geliefert, wodurch der Leser einen neuen Blickpunkt auf das Volk Atlans erhält. Die Geschichten rund um Atlans Zellaktivator, Crests Tod, sowie den Exodus der Illt stellten den Herausgeber vor eine nicht unerheblich schwierige Aufgabe die Handlungen in einem Bogen zusammenzufassen, der eine stimmige Erzählung darstellt. Diese Aufgabe wurde jedoch mit Bravour gelöst.

Als kleines Goodie habe ich die Notizen, die ich mir während des Lesens gemacht hatte als grafische Inhaltsangabe wieder im folgenden Link hinterlegt Grafische Inhaltsangabe Bd. 12 .

Zum Buch: 

Buchdaten :

  • Titel: “Der Anti”
  • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
  • Verlag: Moewig (1982)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3811820222
  • ISBN-13: 978-3811820227
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 13,4 x 4,6 cm

Das Geheimnis ist keines mehr…

April 29th, 2012

Der Fall Kolumbus Zum Inhalt:

Der Konflikt zwischen dem Arkonreich, repräsentiert durch den Robotregenten, und den Druuf spitzt sich mehr und mehr zu. Es wird für das kleine, aufstrebende Solare Imperium immer schwieriger unter dem Radar der kosmischen Politik zu bleiben, trotzdem aber seine Interessen zu wahren. Rhodan versucht durch geschickte Taktik die Druuf und den Robotregenten in eine Materialschlacht zu verstricken, allerdings ohne großen Erfolg. Diese Erfolge werden auf anderen Missionen durch wagemutige Terraner erzielt. Als die Entwicklung auf Messers Schneide steht, entschließt sich Rhodan in die Offensive zu gehen und den Robotregenten mittels eines Spezialkommandos, dem sich auch Atlan anschließt, auszuschalten. Dieses Spezialkommando schleust sich getarnt als Rekruten in die Arkonflotte ein und gelangt auch bis auf den Planeten mit dem positronischen Gehirn des Robotregenten. Der Einsatz läuft jedoch aus dem Ruder und in einer Verzweiflungstat gibt sich Atlan dem Regenten als Arkonide der “alten Garde” zu erkennen. Daraufhin greift die Sicherheitsschaltung A1, welche einem würdigen Nachkommen der Erbauer des positronischen Gehirns die volle Staatsmacht überträgt, sehr zur Überraschung aller Beteiligten.

In der Zwischenzeit tritt der für die Erde als fatal eingestufte “Fall Kolumbus” ein, die kosmische Position der Erde wird bekannt. Es sind jedoch nicht die Springer oder die Robotraumer der Arkoniden, die die Erde letztendlich bedrohen, sondern eine 3000 Schiffe große Flotte der Druuf, die es in den Einsteinraum versprengt hat. In  weiterer Folge ist die gesamte taktische Expertise Rhodans und Atlans gefragt mit dieser heiklen Situation klar zu kommen, ohne das Ende des Solaren Imperiums herauf zu beschwören noch ehe dieses seinen Platz im Universum einnehmen konnte…

Fazit:  Sehr viele Handlungsstränge, eine zügige Entwicklung der Geschichte und spannende Abenteuer machen diesen Silberband zu einem sehr lesenswerten Stück SF-Geschichte . Als kleines Goodie habe ich die Notizen, die ich mir während des Lesens gemacht hatte als grafische Inhaltsangabe wieder im folgenden Link hinterlegt Grafische Inhaltsangabe Bd. 11 .

Zum Buch: Wie von allen anderen Büchern der Silberbände gewohnt handelt es sich um ein hervorragend verarbeitetes Buch. Das etwas stärkere Papier fühlt sich gut an und hält einiges aus.

Buchdaten :

  • Titel: “Der Fall Kolumbus”
  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Moewig (1982)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3811820184
  • ISBN-13: 978-3811820180
  • Größe und/oder Gewicht: 19,7 x 13,2 x 4,2 cm

Sonnenwende

April 25th, 2012

SonnenwendeZum Inhalt:
Der Untertitel “Phantastische Erzählungen aus dem Wald- und Weinviertel” könnte treffender nicht sein. Den Geschichten gemeinsam ist eine gewisse, man könnte sagen esoterische Grundeinstellung, vermengt mit wissenschaftlichen Schlaglichtern. Der Bogen spannt sich von Zeitreisen, über phasenverschobene Realitäten bis hin zu ganz realen Begebenheiten aus dem Leben des Autors. Letztere finden v.a. in der Geschichte “Die Macht des Bewußtseins” ihren Niederschlag, die meiner Meinung nach zu den gelungensten, weil authentischsten gehört.

Authentizität ist es was auch den Reiz dieser bunten Erzählungen ausmacht. Als Leser beschleicht einen nie das ungute Gefühl, die Texte wären aus marketingtechnischer Sicht auf die ein oder andere Weise getrimmt, um auf einer Esoterikverkaufswelle mitzuschwimmen. Rudolf Bulant hatte schon mit seinem Werk “Taaffeite” gezeigt, das Potential vorhanden ist und dieses auch konsequent weiterentwickelt.

Sehr positiv fällt im Übrigen die Bebilderung auf. Zum einen handelt es sich überwiegend um Bilder aus dem Fundus des Autors und zum anderen passen die Fotografien hervorragend zu den Geschichten – was durchaus keine Selbstverständlichkeit darstellt.

Fazit: Kurzweiliges Lesevergnügen, welches nicht zuletzt wegen seiner mit viel Lokalkolorit durchsetzten Sprache durchaus Lust auf mehr macht. Es bleibt zu hoffen, dass man von Bulant noch mehr hören / lesen wird.

Zum Buch : Der Verlag Berger hat mit diesem kleinen Band ein solide verarbeitetes Lesewerk geliefert. Das Schriftbild ist klar und deutlich. Die Seiten aus starkem Papier unterstützen den insgesamt guten Eindruck des Buches.

Buchdaten:

  • Titel: “Sonnenwende”
  • Autor: Rudolf Bulant
  • Verlag: Berger, Ferdinand Verlag; Auflage: 1., Aufl. (16. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 385028526X
  • ISBN-13: 978-3850285261
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,4 x 1 cm

Akademiker sind auch nur Menschen…

April 24th, 2012

Der Lauf der Dinge Zum Inhalt:
Königsdorf gewährt in ihren Erzählungen, deren 14 sind es im vorliegenden Band, Einblick in die Köpfe von unauffälligen Menschen, die gerade in dieser Unauffälligkeit eine beklemmendes Wiedererkennen im Leser hervorrufen können. Nicht umsonst schreibt die Autorin ” Wer Ähnlichkeiten findet, muß Gründe haben.” Immer wieder findet sich das Thema des Akademikers der nur dann eine erfolgreiche Karriere vor sich hat, wenn er das “System” zu seinen Gunsten – und i.d.R. zu Ungunsten seiner Forschungen – zu handhaben versteht. Politisches Kalkül vor Gewissen, gesellschaftliche Konformität vor Stimmigkeit mit seinem Innersten… einen sehr bitteren und zynischen Nachgeschmack hinterlassend.

Fazit: Der anregende Inhalt und die Charaktere, die zum Wiedererkennen wie geschaffen scheinen verleihen den Geschichten einen Charme der stets an der Linie zum skurrilen entlang spaziert. Definitiv ein Buch das zum Nachdenken anregt, auch wenn es ein recht ernüchterndes Bild der akademischen Elite zeichnet

Zum Buch : Die Verleimung der Seiten läßt etwas zu wünschen übrig, in Summe aber ein akzeptabel verarbeitetes Buch.

Buchdaten:

  • Titel: “Der Lauf der Dinge: Geschichten”
  • Autor: Helga Königsdorf
  • Taschenbuch: 216 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (1. Juni 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746613450
  • ISBN-13: 978-3746613451
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11 x 1,8 cm

Sand der Zeit…

April 20th, 2012

Der WüstenplanetZum Inhalt:
10000 Jahre in der Zukunft. Die Kolonisation fremder Welten ist mittlerweile schon ein fast alltägliches Unterfangen, dem sich die Menschen gestellt und es gemeistert haben. Doch ein Planet ist einzigartig: Dune – der Wüstenplanet. Auf ihm findet sich das Spice, welches die Navigatoren der großen intergalaktischen Raumschiffe benötigen, um navigieren zu können. Ohne Spice keine Raumfahrt, kein Handel, keine Macht. Und um letztere geht es so gut wie allen Beteiligten in diesem Roman – bis auf die Fremen. Ein archaisches nach einem eignen Kodex lebendes Volk, das es als einziges verstanden hat, mit Arakis eine Symbiose einzugehen. Ob die Fremen wollen oder nicht, sie sind das Zünglein an der Wage der menschlichen Geschichte, der Intrigen und Ränkespiele; auch wenn diese auf ganz anderen Welten begonnen wurden so finden sie auf Arakis zusammen…

Fazit: Tiefgründig, bildreich, spannend, epochal…., nicht umsonst zählt Frank Herbert zu den besten SF-Autoren.

Zum Buch : Der Buchblock erweist sich auch als explizit reisetaschentauglich, hält einiges aus und sieht im Buchregal einfach schön aus ;-) . Trotz des Umfangs von beachtlichen 880 Seiten hat man nie das Gefühl plötzlich nur noch Einzelseiten in Händen zu halten, wenn man es wagen sollte umzublättern – solche Bücher hatte ich leider schon zur Genüge in Händen. Ausgezeichnet gefällt mir auch die durchgehende Gestaltung der Umschlagbilder für den gesamten Romanzyklus.

Buchdaten:

  • Titel: “Der Wüstenplanet”
  • Autor: Frank Herbert
  • Taschenbuch: 880 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Bearb. Neuausgabe. (1. Mai 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453186834
  • ISBN-13: 978-3453186835
  • Originaltitel: Dune
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 5,4 cm

Kunsthistorischer Ausflug ins Zweistromland

April 20th, 2012

Zum Inhalt:
Das vorliegende Büchlein bietet auf seinen 64 Seiten einen kompakten Überblick quer durch die verschiedenen Epochen der Kunst des frühen Zweistromlandes. Von den Sumerern, Hethitern, Kassiten, über die Babylonier bis hin zum Ende der selbständigen mesopotamischen Tradition spannt sich der stets interessant geschilderte Bogen. Die wichtigsten stilistischen Merkmale werden anhand von Zeichnungen und Fotografien erläutert. Architektur, Bildhauerei und Malerei stellen die zentralen Themengebiete dar, die komprimiert, jedoch stets fundiert und kurzweilig präsentiert werden.

Fazit: Jeden Cent wert.

Zum Buch : Der Umschlag und die ganze Form des Buches, bis hin zu seinem Gewicht, machen es zu einem idealen Reisebegleiter, sollte man sich im Zweistromland einmal auf kunsthistorischer Spurensuche befinden. Gut und stabil verarbeitet, mit umfangreicher, aussagekräftiger Bebilderung macht es Spaß darin zu lesen.

Buchdaten:

  • Titel: “Wie erkenne ich Mesopotamische Kunst. Architektur, Skulptur, Malerei”
  • Gebundene Ausgabe: 64 Seiten
  • Verlag: Gondrom Verlag GmbH; Auflage: 1. Ausgabe (Dezember 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3811207571
  • ISBN-13: 978-3811207578
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 13,2 x 1 cm

Die Verwandlung

April 20th, 2012

… oder das andere ich…

Zum Inhalt:
Gregor Samsa, ein mäßig erfolgreicher, dennoch gesetzter Handelsvertreter mit “guten Aussichten”, erwacht eines Tages aus dem wohlverdienten Schlaf – und das nicht mehr als Mensch, sondern als “Ungeziefer”. Daraufhin erzählt Kafka die Geschichte der Beziehungen, sowohl der übrigen Mitbewohner – zumeist der Familie Gregors – sowohl zu dem immer mehr entpersönlichten “Ungeziefer”, wie auch zu der Außenwelt – repräsentiert durch Arbeitgeber (den Prokuristen), Bediensteten (Hausmädchen), Untermieteren.

Fazit: Ein spannendes Stück Literatur-, Kultur- und Zeitgeschichte. War es vorher nicht wußte, der hat danach eine sehr konkrete Vorstellung was “kafkaesk” bedeutet.

Zum Buch : Wie alle Bücher aus dieser Reihe handelt es sich auch hier um eine ausgesprochen schön gestaltetes und gut verarbeitetes Buch, das zu Lesen auch ein haptischer Genuß ist. Dem Umschlagbild gelingt es meiner Meinung nach sehr gut einen bildnerischen Eindruck der Erzählung einzufangen.

Buchdaten:

  • Titel: “Die Verwandlung”
  • Gebundene Ausgabe: 77 Seiten
  • Verlag: Anaconda (31. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938484136
  • ISBN-13: 978-3938484135
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,6 x 1,2 cm

Kuchers Blog – ein Jahr danach

April 15th, 2012

Bei der Überarbeitung einiger Einträge in meinem Blog stellte ich fest, dass es diesen nun schon etwas länger als ein Jahr gibt. D.h. er hat sich schon mal 12 Monate lang bewährt und kann mit knapp 100 Beiträgen aufwarten.

Was für mich persönlich jedoch noch viel wichtiger ist, ist die angenehm überraschende Erkenntnis, dass ich über diesen Weg einige sehr nette, interessante und inspirierende Leute kennengelernt habe… und so ganz nebenbei ein wenig in die “Bloggerszene” kam ;-) .

Die Beschäftigung mit WordPress war auch ausgesprochen lehrreich. In Kombination mit anderen Internetportalen, -diensten wie z.B. Facebook, Twitter u.a.m. erschließen sich Möglichkeiten mit anderen Literaturinteressierten, sowie Literaturschaffenden in Kontakt zu treten, obwohl diese geografisch doch oftmals einige hundert Kilometer entfernt sind. Besonders hervorzuheben ist dabei Karsten Kruschel, der sich als ausgesprochen interessanter, vielseitiger zeitgenössischer Autor und sehr netter Mailpartner erwiesen hat. Weiters ist er “Schuld” daran, dass wieder ca. ein halber Meter Buch mehr auf meinen Regalen steht ;-) , nochmals Danke dafür. Ein ebenso interessanter Autor und Kontakt mit Potential ist Rudolf Bulant, von dem man sicher noch das ein oder andere interessante Lesewerk erwarten darf.

Auf meiner Suche nach Heften aus der Serie “Das neue Abenteuer“, habe ich eine sehr interessante Bekanntschaft – Fr. Pekrul – gemacht, die mit Ihrer Website eine gelungene Idee für EBooks vorstellt.

Bleibt mir nur zu hoffen, dass auch das nächste Jahr in diesem Blog eine Reise mit vielen Abenteuern, so wie das Vergangene wird.

 

Ein Reisebericht…

April 13th, 2012

Die ihre Toten essen. Schwarze Nebel.
Zum Inhalt:
921 a.d. entsandte der Kalif von Bagdad Ahmad Ibn Fadlan, ein Mitglied seines Hofstaates als Botschafter zum König der Bulgaren. Diese 3 jährige Reise, lässt Ibn Fadlan mit den unterschiedlichsten Kulturkreisen in Berührung kommen, wobei die einschneidendsten Erlebnisse, die mit den “Wykingern” darstellen, die er als 13ter einer Kriegerschar unfreiwillig bis nach Skandinavien begleitet. Akribisch schildert er die Reise und seine Eindrücke und die Gepflogenheiten der Nordmänner. (Vorlage zum Film “Der 13te Krieger”).

Fazit: Leicht lesbar, kurzweilig und mit sehr detailierten Hintergrundinformationen zu dem Kulturkreis der Wikinger und ihrer kulturellen Umgebung. Wer sich für historische Erzählungen begeistern kann und auch ohne Effekthascherei auskommt findet hier ein solides Lesevergnügen

Buchdaten:

  • Titel: Die ihre Toten essen. Schwarze Nebel.
  • Taschenbuch: 255 Seiten
  • Verlag: Droemer Knaur; Auflage: 1. (1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342660289X
  • ISBN-13: 978-3426602898
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,4 x 1,6 cm

Das Universum in unserem Kopf…

April 9th, 2012

Das kleinere Weltall…so  könnte der Titel auch lauten..

Zum Inhalt:
Durch die 6 SF-Erzählungen in diesem Buch zieht sich wie ein roter Faden immer wieder die drängende Frage, was eigentlich unserem kleinen Universum, unserem persönlichen Weltall seine Grenzen setzt. Sei es nun im Umgang mit völlig neuen Technologien, fremden Lebensformen oder ganz simpel mit einem betrunkenen Menschen, der ein waffenstrotzendes Abwehrfort in seiner Melancholie als Spielplatz für eine philosophische Auseinandersetzung mit seiner Ehekrise auserkoren hat. Werden uns die Grenzen durch alte Denkmuster und Interpretationen (in der Erzählung “Der Brunnen”), durch unser eigenes  Scheitern (“Großartige Party, wirklich großartig”) oder durch bewußt vorenthaltene Informationen (“Die Garnison”) so maßgeblich gesetzt, dass wir sie nicht einmal mehr als solche wahrnehmen, selbst wenn wir mit einem Raumschiff dort festgeschweißt würden?

Einige der Erzählungen werden in den weiteren schriftstellerischen Jahren von Karsten Kruschel in einem größeren Zusammenhang wieder auftauchen. Sei es nun in “Vilm” oder “Galdäa“. Meinem Empfinden nach sind die Erzählungen auch durchaus nicht aus einem Guss. Man kann dies als störend empfinden, aber aus meiner Sicht zeigt es zum einen die Vielseitigkeit des Autors und zum anderen ist für viele unterschiedliche SF-Leser dadurch ein Zugang in das kleine Weltall des Autors möglich.

“… und war sofort auf den Hügel geklettert, um dem Himmel beim Stricken zuzusehen.” (S.109)

Fazit: Spannend, teils auf angenehme Art irritierend. Sehr kurzweilig mit viel Stoff, um darüber auch nach der letzten Seite nachdenken zu können.

Zum Buch: Das Buch ist mit seinen 10,8 cm x 17 cm x 2 cm in einem recht eigenwilligen Format gehalten, sehr gut verarbeitet und mit einem ansprechenden Umschlag ausgestattet. Das Papier ist eher dick, reichlich grob und neigt leicht zum Vergilben. Also besser nicht auf’s Fensterbrett stellen. Das Titelbild des Umschlags ist in befremdlichen Farben gehalten, was durchaus als eine Anspielung auf den Inhalt der Erzählungen gesehen werden darf.

Buchdaten:

  • Titel: “Das kleinere Weltall”
  • Broschiert: 309 Seiten
  • Verlag: Verlag Das Neue Berlin
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3360002458
  • Größe und/oder Gewicht: 10,8 x 17 x 2 cm

Das dünne Eis der “Kultur”

März 27th, 2012

Luzifers Hammer
Zum Inhalt:
Luzifers Hammer schildert die Wirren und Sorgen einer kleinen übrig gebliebenen “Zivilisation” von Menschen nach dem “Deep Impact” eines Meteoriten. Dabei schaffen es die beiden Autoren nie in die ausgetretenen Pfade apokalyptischer “Hilfe-wir-werden-alle-sterben”-Jünger abzugleiten, sondern eine sehr gut recherchierte und durchgängige Geschichte zu entwickeln, die aufzeigt auf wie dünnem Eis unsere Kultur gegründet ist.

Fazit: Spannend, aufrüttelnd, keineswegs seicht.

Zum Buch: Trotz der nicht unerheblichen Dicke des Buches, steht dank der guten Verleimung des Buchblockes dem ungetrübten Lesevergnügen nichts im Wege. Die Papierqualität ist für ein Taschenbuch dieser Preislage gut.

Buchdaten:

  • Titel: “Luzifers Hammer”
  • Broschiert: 764 Seiten
  • Verlag: Heyne (Dezember 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453306201
  • ISBN-13: 978-3453306202
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 4,2 cm

Weltliteratur die ihren Namen verdient…

März 27th, 2012

Herman Hesse Sämdliche Werke Band 2
Zum Inhalt:
Im vorliegenden Band 2 der Gesamtausgabe von Hesses Werken werden 3 seiner Erzählungen zusammengefasst: Peter Camenzind, Unterm Rad und Getrud. Das Nachwort des Herausgebers deckt viele Details auf und stellt die Werke in einen größeren Kontext ohne dabei schulmeisterlich Langweilig zu wirken.

Die Erzählung zeichnet den Weg des Peter Camenzind einem “Landei” nach, der zuerst seiner engen Heimat nicht schnell genug entkommen kann, um die Weite Welt zu sehen. An dieser wachsend, und zum Teil enttäuscht, sich seiner Wurzeln besinnt und wieder zurückkehrt. In der zeitgenössischen Literaturkritik wurde das Buch gerühmt als Inbegriff jugendlicher Sehnsucht und urwüchsiger Naturverbundenheit. Insbesondere sein Idealismus, demzufolge Bildung erst dort beginne, wo es keine Verbildung gäbe. Die farbenreichen Naturschilderungen stehen denen des Innenlebens des Peter Camenzind in nichts nach und machen Lust auf mehr Hesse.

Ein Zitat aus dem Nachwort charakterisiert “Unterm Rad” wohl am, treffendsten:
“Schon 1906 hatte Arthur Eloesser in der “Vossischen Zeitung”, Berlin, geschrieben: “Der Roman enthält ungefähr eine Anleitung für Eltern, Vormünder und Lehrer, wie man einen gesunden begabten jungen Menschen am zweckmäßigsten Zugrunde richtet.” “. Dem bleibt auch heute wenig hinzuzufügen.

Gertrud ist in der vorliegenden Form ein klassischer Bildungsroman, in dem Kuhn – die Hauptperson – an der tragischen Liebe zu Gertrud innerlich wächst. Keinesfalls ist es jedoch nur ein wachsen im positiven Sinne. Vielmehr sieht der Leser zu, wie Menschen gefangen in Etikette, Selbstmitleid und Weltenschmerz einer Tragödie ihren Lauf lassen.

Fazit: Weltliteratur, die den Namen auch verdient.

Zum Buch: Die Bücher der Gesamtausgabe stellen buchbinderische Kleinode dar, die keine Wünsche offen lassen. Hervorragend verarbeitet und mit ansprechendem Druck- und Schriftbild präsentieren sie Literatur die man im wahrsten Sinne gerne zu Hand nimmt.

Buchdaten:

  • Titel: Sämtliche Werke in 20 Bänden und einem Registerband: Band 2: Die Romane: Peter Camenzind. Unterm Rad. Gertrud: Bd. 2
  • Gebundene Ausgabe: 570 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (26. März 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518411020
  • ISBN-13: 978-3518411025
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,9 x 2,9 cm