Also ungefähr wie dieses Blatt, eins und doppelt…

By | 8. Juni 2014

Goethe und der Ginkgo von Siegfried Unseld„… das Ginkgo biloba Thema von der Einheit in der Zweiheit, vom Auseinandergerissensein und Wiederfinden…“ (S.67)

Zum Inhalt:

Es ist der Deutsche Engelbert Kaempfer (1651-1716), der als neuer Entdecker jenes Baumes gilt, der erst vor 250 Jahren wieder Einzug in Europa hielt: des Ginkgos. Das Thema dieser botanischen Kuriosität, das Goethe als Sinnbild seiner Selbst des öfteren heranzog, dient als roter Faden, als Halteschnur des literarisch, geschichtlichen Exkurses auf den Siegfried Unseld (* 28. September 1924 in Ulm; † 26. Oktober 2002 in Frankfurt am Main) den Leser entführt.

Akribisch umkreist er dabei immer wieder die vielschichtige Beziehung zwischen Goethe und Marianne von Willemer ohne deren direkten und auch indirekten Einfluss das lyrische Werk des „West-östlichen Divans“ nicht denkbar wäre. Nicht nur die Person Goethes in seinem gesellschaftlichen Umfeld, sowie sein Reisen und Schaffen werden beleuchtet. Überdies eine Vielzahl an (paläo-)botanischen Fakten über einen außergewöhnlichen Baum finden sich verstreut im angenehm flüssig zu lesenden Text, der auf sprachlich ansprechend hohem Niveau rangiert.

Fazit:

Wer sich mit Goethe näher beschäftigen möchte, im speziellen mit der emotional verschlungenen Entstehungsgeschifte seiner umfangreichsten Gedichtssammlung dem „West-östlichen Divan“, dem sei dieses Büchlein ans Herz gelegt. Siegfried Unseld versteht es kurzweilig und fundiert die Geschichte und Geschichten rund um eine episch lyrisches Werk zu schildern, den Leser zu begeistern und einen Großen der Literatur in seiner Zerissenheit als liebenden Menschen darzustellen, sowohl mit Licht- als auch mit Schattenseiten.

Zum Buch:

Und wieder ist es dem Inselverlag in diesem bibliophilen Band gelungen ein sehr sauber gebundenes Stück Buchhandwerk an den Leser auszuliefern. Das Einbandmotiv ist Programm und typographisch macht die Stempel- Garamond als Schrift ein ausgezeichnetes Bild. Die teils mehrfarbigen Bilder ergänzen den deskriptiven Text unaufdringlich, aber treffsicher in ihrer illustrativen Aufgabe. Das angenehm griffige Papier macht das Buch neben dem soliden Buchrücken und -deckel auch zu einem haptischen Genuss.

Buchdaten:

  • Titel: „Goethe und der Ginkgo“
  • Autor: Siegfried Unseld
  • Ausgabe: 15te Auflage
  • Seiten: 106 Seiten
  • Verlag: Inselverlag Nr. 1188
  • Sprache: Deutsch
  • Größe: 18,5 x 12 x 1,0 cm

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