Archivare leben gefährlich…

By | 2. November 2014

Gruelfin - Perry-Rhodan-Silberband„…; oft erledigen sich die Dinge, die man auf die längste Bank geschoben hat, allein dadurch, daß sie am anderen Ende herunterfallen.“ (S.150)

Zum Inhalt:

Die Marco Polo, eines jener neuen riesigen Trägerschiffe der Solaren Flotte steht bereit, um mit seiner Crew nach NGC 4594 zu fliegen. Diese Galaxie, auch Sombrero – von den Terranern – oder Gruelfin – von den Cappins – genannt, wartet mit einer Unmenge an überraschenden Entwicklungen auch für den ehemaligen Herrscher und nunmehrigen Flüchtling Ovaron auf. Zusammen mit Rhodan, sowie dessen Getreuen werden erste Kontakte hergestellt, Informationen zusammengetragen, herbe Rückschläge eingesteckt und immer wieder aufs Neue Wege gesucht der tyrannischen Herrschaft der Takerer beizukommen.

Trotz der Unterstützung durch die Wesakenos, aller bruchstückhaften Gerüchte und Geschichten, wie auch der eigenen Beobachtungen sind die Terraner immer wieder von der brutalen Vorgehensweise des herrschenden Volkes in Gruelfin negativ überrascht. Am eigenen Leib, im wahrsten Sinne des Wortes, bekommt dies die gesamte Crew der Marco Polo zu spüren, als ein hoher Vertreter der Takerer namens Vavischon den Vorstoß der Terraner und Ovarons in Gruelfin nicht nur ins Stocken bringt, sondern beinahe auch zum Scheitern verurteilt. Immer wieder kommt es auch in der Führungsriege der Marco Polo zu heftigen Spannungen was die Vorgehensweise und die Kernziele anbelangt, die die Mission prägen sollen.

Verlässliche Verbündete finden Rhodan, Ovaron und Atlan in den Moritatoren, die auf dem Planeten Molakesch eine riesige Geschichtsbibliothek ihr eigen nennen, welche für sie den Kern ihrer Kultur ausmacht. Da sich die Moritatoren als Wahrer der unverfälschten Überlieferung der Informationen über die letzten tausende von Jahren sehen, trifft es sie um so essentieller, als aufgedeckt werden kann, wie die Takerer systematisch die Informationen in dieser Bibliothek über lange Zeit hinweg zu ihren Gunsten manipuliert hatten. Dies geheimzuhalten ist dem Anführer der Takerereinheit auf Molakesch dermassen wichtig, dass er den gesamten Planeten in einem atomaren Feuer untergehen lässt, in der Absicht die Moritatoren ebenfalls mit in den Tod zu reißen. Dem beherzten Vorgehen der Terraner ist es zu verdanken, dass in einer beispiellosen Aktion die Moritatoren von Molakesch rechtzeitig evakuiert werden können.

Fazit:

Wie es der Redakteur Horst Hoffmann treffend im Vorwort des aktuellen Bandes formulierte hatte die „Entwicklung zu eigenen Figuren … natürlich ihre Sonnen- und Schattenseiten.“ Wobei die „Versuchung groß [war], zu übertreiben und sich immer mehr auf einen schriftstellerischen Egotrip zu begeben…“ (S.5). Über manchen Passagen hinweg kann man dem als Leser nur beipflichten, wobei dadurch auch entsprechend plastische und „greifbare“ Charaktere entstehen konnten.

Im Rahmen des Gruelfin-Zyklus reiht sich die Geschichte, welche dieser Silberband vor dem Leser ausbreitet unter die mäßigeren ein, ohne dabei guten Gewissens als schlecht bezeichnet werden zu können… allerdings auch nicht als sehr gut, aber immerhin als spannend und abwechslungsreich, wenn auch der Tiefgang fehlt. Als kleines Goodie habe ich die Notizen, die ich mir während des Lesens gemacht hatte als grafische Inhaltsangabe wieder im folgenden Link hinterlegt Grafische Inhaltsangabe Bd. 50 .

Zum Buch:

Die Verarbeitung des Silberbandes ist sehr gut, die Verleimung stabil, das etwas dickere, recht griffige Papier liefert einen haptisch angenehmen Eindruck und auch die Typografie geht den bewährten Weg der Serie in guter Lesbarkeit weiter. In Summe ein handwerklich solides, durchaus ansprechendes, gelungenes Buch.

Buchdaten:

  • Titel: „Gruelfin“
  • Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Edel Germany; Auflage: 1995
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-8118-2069-9
  • Größe: 19,7 x 13,2 x 4,4 cm

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