Auch sie sind Menschen

By | 1. Oktober 2012

"Auch sie sind Menschen" - James Blish„Aber gleichzeitig gab es auf der Erde die uralte Vorstellung, daß die grundlegende Menschlichkeit im Geist beschlossen liegt, nicht in der Form.“ (S.165)

Zum Inhalt: ..

Erstes Buch – Aussaatplan: Die Behörde, ein historisch gewachsener Moloch, mit nur einem erklärten Ziel, nämlich Profit zu erwirtschaften, beherrscht die Geschicke der Menschheit. Auch dasjenige von Donald Steele, wobei nicht nur er sich immer wieder fragt, ob er denn wirklich ein Mensch sei. Er möchte es gerne sein, doch für die Wissenschaftler und das Betreuungspersonal rund um seine kleine Welt in einem Labortrakt unter der Oberfläche des Mondes muss er mit seinen -90°C Körpertemperatur wohl eher tod als lebendig und schon gar nicht wie ein Mensch wirken. Er ist ein Umweltangepasster, ein genetisches Kuriosum gezüchtet zu einem einzigen Zweck: Die Kolonie der Angepassten auf Ganymed  – Raumpiraten wie ihm versichert wird – zu infiltrieren. Doch als er an seinem Ziel angelangt das erste Mal Freiheit außerhalb der Laborwände und echte Akzeptanz unter seinesgleichen findet, kommen ihm erste Zweifel ob der Lauterkeit der Gründe seiner Mission. Auch muss er feststellen, dass es weder Raumpiraten sind die auf Ganymed eine Kolonie errichtet haben, noch kann ihre wissenschaftliche Expertise ihn in einen „normalen“ Menschen zurückverwandeln, wie ihm dies die Behörde in Aussicht gestellt hatte. Was die Siedler auf Ganymed jedoch haben ist eine Vision. Eine Vision, die weit über das Sonnensystem und den Horizont der Erbsenzähler in der Behörde hinausgehen. Und die eine mögliche Rettung der Menschheit in greifbare Nähe rückt.

Zweites Buch – Himmel und Hölle: Die menschliche Gesellschaft auf dem in dieser Geschichte geschilderten Planeten, besteht aus pantropisch veränderten Siedlern, die von den Aussaatschiffen hierher gebracht wurden, in der Hoffnung, es gelänge ihnen sich weiterzuentwickeln und schließlich ihr Leben in der schützenden Höhe der Baumkronen zu verlassen und den Boden zu erobern. Dieser Boden wird jedoch von der entstandenen Gesellschaft als „die Hölle“ bezeichnet, der als jener Ort dient, an den Querdenker, Skeptiker und andere gesellschaftsfeindliche Subjekte verstoßen werden. Der Leser begleitet eine Gruppe ebensolcher scheinbar Gesetzloser. Als ausgestoßene ihres Stammes müssen sie sich in dieser Hölle bewähren, aus der bis dato noch niemand nach Ablauf der Bestrafungsfrist zurückgekehrt ist. Nicht ohne Verluste an Leben und v.a. an ideologischer Sicherheit schaffen sie es, sich auf einem Gebirge vor den zahlreichen Gefahren des Bodens in Sicherheit zu bringen. Doch dort angekommen erwartet sie eine Entdeckung, die ihr gesamtes Weltbild und das Fundament ihrer Lebensart erschüttert.

Drittes Buch – Oberflächenspannung: Den Anfang bildet ein Desaster – der Absturz eines Aussaatschiffes auf einer Wasserwelt, die Tau Ceti umkreist. Diejenigen, die überlebten, sehen sich der Herausforderung gegenüber, die letzten Wochen bis zu ihrem unweigerlichen Ende ihre Aufgabe Planeten zu bevölkern auch hier zu erfüllen. Aus ihren Bestrebungen heraus entstehen Menschen, allerdings solche, die an eine aquatische Lebensweise angepasst sind und in ihrer Kleinheit sich perfekt in eine Ökosystem mit Diatomeen, Protozoen und anderem Kleingetier einfügen. Die Story betrachtet das Universum der Menschen einmal von der anderen Seite, vom Mikrokosmos aus.

Viertes Buch – Rückkehr: Vor Äonen ist es den Menschen gelungen mittels veränderter biologischer Baupläne ihrer Spezies Welten zu besiedeln, die mittlerweile zur galaktischen Heimat geworden sind. So verschieden wie diese Welten sind auch die Nachkommen der ehemaligen Normalform. Das Raumschiff, welches sich der Erde, einem mittlerweile öden und lebensfeindlichen Planeten, nähert, beherbergt neben der Mannschaft auch Umweltangepasste, die diese „Heimatwelt“ der Menschen neu besiedeln sollen. Dies ist der Rahmen innerhalb dessen die Frage aufgeworfen wird, wie es um die Toleranz zwischen den menschlichen Rassen bestellt sein könnte, Jahrhunderte nach der Diaspora. Ist es den Nachkommen der Menschheit gelungen, einander unabhängig von Glaube, Hautfarbe oder … Körperbau als gleichwertig und gleichberechtigt zu akzeptieren?

Fazit: Das Buch habe ich vor einer Ewigkeit 😉 zu meinem 16. Geburtstag erhalten, wobei es faszinierend war / ist, dass die Geschichten nach wie vor immer wieder einmal in meinem Kopf herumspuk(t)en, obwohl in der Zwischenzeit schon die ein oder andere Hundertschaft an Büchern durch eben diesen gewandert war / ist. Ganz offensichtlich waren / sind die Geschichten eingängig geschrieben und dazu angetan Eindrücke und Spuren zu hinterlassen. Was kann man von einem Buch mehr verlangen.

Zum Buch: Die handwerkliche Verarbeitung des Buches ist ausgezeichnet, das Schriftbild sehr gut leserlich und die Gestaltung des Umschlages erinnert sehr stark an die Perry Rhodan Silberbände.

Buchdaten :

  • Titel: „Auch sie sind Menschen“
  • Autor: James Blish
  • Gebundene Ausgabe: 166 Seiten
  • Verlag: Tosa Verlag, Wien
  • Sprache: Deutsch
  • Größe: 22 x 15 x 2,6 cm

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.