Auf dem Weg…

By | 12. Januar 2013

"Der Herr der Ringe - Der Ring wandert" - J.R.R. Tolkien„Ich wollte, es hätte nicht zu meiner Zeit sein müssen“, sagte Frodo. „Das wünschte ich auch“, erwiderte Gandalf, „und das wünschen alle, die in solchen Zeiten leben. Aber nicht sie haben zu bestimmen. Wir können nur bestimmen, was wir mit der Zeit anfangen, die uns gegeben ist.“ (S.70)

Zum Inhalt: Seinen Ursprung hat das vor Frodo, dem adoptierten Neffen Bilbos, liegende Abenteuer im Auenland, in das Bilbo nach seinem Abenteuer mit den Zwergen und dem Zauberer Gandalf, zurückkehrte. Dies liegt allerdings schon an die 60 Jahre zurück. Der immer noch erstaunlich rüstige Bilbo plant ein rauschendes Fest anlässlich seines einhundertelfzigsten Geburtstages, sowie der anstehenden Volljährigkeit Frodos.

Bilbo ist nach wie vor im Besitz des magischen Ringes den er in der Höhle die Gollum bewohnte gefunden hatte. Mit eben diesem Ring verschwindet er nach einer pathetischen Ansprache von seinem eigenen Fest, sehr zum Erstaunen der Anwesenden scheinbar spurlos. Die augenscheinlichste Fähigkeit dieses Ringes ist nämlich jene, ihren Träger für die Umgebung unsichtbar zu machen. Bilbo ist nach seinem nunmehr schon sehr langen Leben des Auenlandes, v.a. aber der penetranten Verwandtschaft überdrüssig geworden und möchte ein letztes Mal eine ausgedehnte Wanderung weit hinaus in die Welt unternehmen. So lässt er alle seine Besitztümer zurück, vermacht sie Frodo und macht sich auf Schusters Rappen spät abends auf. Wenn auch nicht ganz ohne Widerwillen, lässt er auf Anraten Gandalfs auch seinen Ring zurück.

Gandalf weiss Frodo mit der Anweisung den Ring geheim zu halten und auf keinen Fall zu verwenden im Auenland vorerst sicher. Auch die Gesellschaft von Samweis Gamdschie, Frodos Vertrautem und Gärtner, trägt dazu bei, das Frodo die nächsten Jahre ein recht angenehmes ruhiges Leben führen kann. Erst als der Zauberer von seinen Reisen zurückkehrt, auf denen er beängstigendes über den Ring in Erfahrung gebracht hat, beginnt Frodo zu ahnen, dass es mit seiner Idylle vorbei ist, noch nicht begreifend, was seine Aufgabe als Ringträger ihm abverlangen wird. Gandalf eröffnet ihm den Zusammenhang zwischen dem einen Ring, dem dunklen Herrscher Sauron und den vermehrten Gerüchten von Bösem, das sich in Mittelerde ausbreitet. Nachdem Frodo erfahren hat, dass der Ring nur im Schicksalsberg in Mordor zerstört werden kann, entschließt er sich den Ring vorerst zu den Elben nach Bruchtal zu bringen, um ihn diesen zur Verwahrung anzuvertrauen.

Der Weg nach Bruchtal erweist sich jedoch keineswegs als Sonntagswanderung, zumal Sauron alles versucht, des Ringes habhaft zu werden. Den ungefähren Aufenthaltsort des Ringes konnte er von Gollum in Erfahrung bringen. Auf dem Weg, der sie vorerst in das Haus Frodos in Krickloch führt, helfen ihnen zum einen Elben, zum anderen der Bauer Maggot, um den Häschern Saurons zu entkommen, die ihnen stets hart auf den Versen sind. Frodos Freunde Merry und Pippin erfahren von dessen Plan nach Bruchtal zu gehen. Sie schließen sich Sam und Frodo an, die entscheiden den Weg durch den „Alten Wald“ zu nehmen, der den Ruf hat, sehr unfreundlich zu sein – und dies in dem Sinne, dass seine Bäume ein Eigenleben besitzen und gegenüber Fremden ausgesprochen ungastlich sind.

Im „Alten Wald“ verirren sie sich auch prompt, geraten an eine uralte Weide, die auf dem besten Wege ist ihnen den Gar aus zu machen, als der Herr des Waldes Tom Bombadil die Freunde im letzten Moment noch retten kann. Er nimmt sie mit in sein Haus, lässt sie sich ausruhen und weist ihnen den Weg, auf dem sie am besten nach Bree, der nächsten Station ihrer Reise, kommen sollten. Als sie aufbrechen müssen sie nach einem Stück des Weges ein Feld von Hügelgräbern durchqueren. Sie machen den Fehler sich in dieser schaurigen Umgebung auszuruhen und einzuschlafen. Dies wiederum macht sich ein Grabwicht zu nutze, der versucht die Benommenen in ein Hügelgrab zu sperren. Frodo kann noch Tom Bombadil zu Hilfe rufen, der sie abermals rettet, um sie anschließend bis zur Straße nach Bree zu begleiten.

Die Hoffnung in Bree Gandalf zu treffen erfüllt sich für die reisenden Hobbits jedoch nicht. Nach anfänglichem Zögern nehmen sie die Dienste eines Waldläufers, genannt Streicher, an, der sich als Freund Gandalfs ausgibt. Er rettet sie zum einen vor einem Anschlag der Schwarzen Reiter, führt sie durch den Chetwald und die Mückenwassermoore in Richtung Wetterspitze und ist zur Stelle, als die Schwarzen Reiter die Hobbits an diesem ehemaligen Wachposten des nördlichen Königreiches attackieren, um sie zu verteidigen. Frodo wird von einer verfluchten Klinge der Ringgeister verletzt, die ein Schwinden seiner Existenz einleitet.

Zwar versuchen Streicher und die Hobbits unter Aufbietung der letzten Kräfte in einem Gewaltmarsch die Furt Bruinen zu erreichen, um anschließend in das von Fürst Elrond beherrschte Elbenreich zu gelangen, doch erst das Auftauchen des Elben Glorfindel wendet das Blatt zu ihren Gunsten. Glorfindels Pferd trägt ihn und Frodo über den Grenzfluss des Elbenreiches. Eine Flut ausgelöst durch die Magie Elronds und Gandalfs, wie der Leser später erfährt, rettet ihnen den Gefährten das Leben, indem die Verfolger fortgespült und ihrer Pferde beraubt werden.

Fazit: Der Handlungsstrang knüpft an „Der Hobbit“ an und verweist des öfteren auf die Geschichte Bilbos. Tolkien spinnt den Faden weiter und schafft eine Geschichte voller Spannung, Mystik, sowie auf angenehme Weise irritierender Fremdartigkeit, bevölkert von Charakteren mit Profil. In sich stimmig und durchdacht zieht das Schicksal des Ringträgers mitsamt seiner Umgebung den Leser in den Bann.

Zum Buch: Der vorliegende Band ist Bestandteil einer siebenbändigen Schmuckausgabe des Klett-Kotta-Verlages. Sowohl der Schuber als auch die einzelnen Bände sind sehr aufwändig, durchgängig stimmig und optisch sehr sauber gestaltet. Die grafisch ansprechende Gestaltung setzt sich an den Deckelinnenseiten fort, auf denen verschiedene Karten aus der Erzählung aufgezeichnet sind – durchaus hilfreich, um sich bei den Reisen der Gesellschaft rund um Bilbo nicht zu verlieren 😉 . Die Bindung des Buchblockes ist ausgezeichnet, das Schriftbild ist zwar sehr eng – kleine Dickte –  gehalten jedoch gut lesbar. Das Papier ist angenehm dick, eher etwas grob und robust gehalten.

Buchdaten :

  • Titel: „Der Herr der Ringe – Erstes Buch – Der Ring wandert“
  • Gebundene Ausgabe: 260 Seiten
  • Verlag: Klett-Kotta
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-608-93320-4
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 13 x 2,7 cm

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