Auf nach Süden…

By | 25. Januar 2013

"Der Ring geht nach Süden" - Schmuckausgabe - J.R.R. Tolkien„So ist es oft mit Taten, die die Räder der Welt in Bewegung setzen: kleine Hände vollbringen sie, weil sie müssen, während die Augen der Großen anderswo sind.“ (S.71)

Zum Inhalt: Frodo, jener Hobbit aus dem Auenland, der wie die berühmte Jungfrau zum Kind, zu dem einen Ring der Macht gekommen ist, erwacht im Hause Elrond des Elben in Bruchtal. Hierhin konnte er nur mit knapper Not lebend gebracht werden, nachdem ihn die Ringgeister schwer verletzt und beinahe gestellt hatten. In Bruchtal ist es auch, wo sich nach vielen Diskussionen über die weitere Vorgehensweise in Bezug auf den Ring die folgenschwere Entscheidung herauskristallisiert, wer Frodo auf seinem Weg zum Schicksalsberg nach Mordor begleiten wird.
Nachdem der zuerst eingeschlagene Weg über den Paß des Caradhras scheitert, muss die Gemeinschaft durch die gefürchteten Minen von Moria den Weg nach Osten einschlagen. Eben dort in Moria stossen sie auf einen Feind, schrecklicher als Orks, Warge, Trolle und all die anderen Fährnisse denen sie bis dahin die Strin geboten hatten: einem Balrog.
Gandalf vermag es, ihnen den Rücken gegen diesen Feind freizuhalten, bezahlt dies jedoch mit seinem Leben. Trauernd und niedergeschlagen gelangen die Wanderer nach Lorien, wo sie von den Elfen nach anfänglichen Vorbehalten aufgenommen werden, sich ausruhen können und viel über das Volk Galadriels, der Herrin von Lothlórien, und deren Gemahl Celeborn erfahren.
So angenehm das Verweilen bei den Elben auch ist, müssen die Gefährten dennoch weiter ziehen, wollen sie den ihnen anvertrauten Auftrag erfüllen. Mit dem Segen und Geschenken der Elben machen sie sich auf dem Fluss Anduin nach Süden hin auf, stets verfolgt von dem Geschöpf Gollum, welches getrieben von der Macht des Ringes zu ihrem ständigen schattenhaften Begleiter seit Moria wird.
Auf diesem Abschnitt der Reise reift in Frodo der Entschluss allein nach Mordor zu gehen, um den Ring im Schicksalsberg endgültig zu zerstören. Boromir, einer seiner Begleiter, kann sich der Macht des Ringes nicht entziehen und versucht ihn Frodo gewaltsam abzunehmen, woraufhin sich die Ereignisse überstürzen und Frodo zusammen mit Sam die Gemeinschaft verlässt, um auf eigene Faust nach Mordor zu gelangen.

Fazit: Nach „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe – Erstes Buch – Der Ring wandert“ ist dies die Fortsetzung der Reise der Gefährten rund um Frodo und den Ring. Der Leser wird sozusagen an der Hand genommen, um quer durch Mittelerde zu ziehen, wobei es ihn diesmal im Gegensatz zum Hobbit in Richtung Süden verschlägt. Tolkien gelingt es neben den opulenten Schilderungen der vielfältigen Landschaft, ohne schulmeisterlich zu wirken, umfangreiches Geschichtswissen um Mitterlerde zu vermitteln. Wissen das keineswegs opsolet ist, sondern vielmehr zu einem tiefgreifenderen Verständnis und somit auch Erlebnis der Erzählung beiträgt. Es werden einige Schleier rund um rätselhafte Wesenheiten gelüftet, ohne jedoch dabei der Spannung Abbruch zu tun. Die teils sehr detaillierten Reiseberichte rund um die Ring-Gemeinschaft entschleunigen die Erzählung und vermögen es, auf diese Weise dem Leser einen lebhaften Eindruck der Reise zu vermitteln, fast so als wäre er dabei.
Äußerst angenehm fällt auf, dass Tolkien Abstand hält von Schwarz-Weiß-Malerei, so wird selbst über den dunklen Herrscher Sauron gesagt: „Denn nichts ist von Anfang an Böse. Selbst Sauron war es nicht.“ (S.67)

Zum Buch: Der vorliegende Band ist Bestandteil einer siebenbändigen Schmuckausgabe des Klett-Kotta-Verlages. Sowohl der Schuber als auch die einzelnen Bände sind sehr aufwändig, durchgängig stimmig und optisch sehr sauber gestaltet. Die grafisch ansprechende Gestaltung setzt sich an den Deckelinnenseiten fort, auf denen verschiedene Karten aus der Erzählung aufgezeichnet sind – durchaus hilfreich, um sich bei den Reisen der Gemeinschaft rund um Frodo nicht zu verlieren 😉 . Die Bindung des Buchblockes ist ausgezeichnet, das Schriftbild ist zwar sehr eng – kleine Dickte –  gehalten jedoch gut lesbar. Das Papier ist angenehm dick, eher etwas grob und robust gehalten.

Buchdaten :

  • Titel: „Der Herr der Ringe – Zweites Buch – Der Ring geht nach Süden“
  • Gebundene Ausgabe: 231 Seiten
  • Verlag: Klett-Kotta
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-608-93320-4
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 13 x 2,5 cm

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