Bildungshistorie – Rezension zu „Der europäische Bildungskanon“ – Manfred Fuhrmann

By | 6. September 2011

Der europäische Bildungskanon von Manfred FuhrmannBildungsdebatten sind nicht erst seit dem Schlagwort PISA in vieler, wenn auch nicht in aller, Munde. Faszinierend an diesem Buch ist die Darstellung der historischen Entwicklung des Bildungsbegriffes und dessen gesellschaftlichen Auswirkungen (Schulwesen, Bildungsziele und -schwerpunkte, Kultur- und Menschenbild), die in dieser kompakten und stilistisch hervorragenden Art und Weise ihresgleichen sucht.

Einziger Wermutstropfen bleibt die einseitige Fokussierung auf das sprachliche Trivium der Artes liberales. Die Naturwissenschaften bleiben hier leider ziemlich außen vor. Dies trägt dem Buch auch die Kritik anderer Autoren (u.a. Ernst Peter Fischer in „Die andere Bildung: Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte„) ein, was meines Erachtens dem Beitrag des Geschriebenen zu einer fundiert

en Diskussion um Inhalte im Rahmen der Allgemeinbildung keinen Abbruch tut.

Fazit:

Eine fundierte historische Führung durch die Geschichte des Bildungsbegriffes mit seinen speziellen Ausformungen und Auswirkungen im europäischen Kontext, nicht ohne eine kritische Betrachtung des status quo aus der Sicht des Autors, sowie einem möglichen Ausblick und Vorschlag eines Minimal-Kanons.

Summa summarum eine lesenswertes Buch mit ausgezeichneten Denkansätzen.

„Man höre viel zu und rede selbst wenig – wer redet, sagt, was er weiß, wer hingegen zuhört, erfährt, was die anderen wissen.“ (S.179)

Buchdaten:

  • Titel: „Der europäische Bildungskanon“
  • Autor: Manfred Fuhrmann
  • Gebundene Ausgabe: 266 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (15. März 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458172041
  • ISBN-13: 978-3458172048
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,8 x 2,6 cm

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