Bruchstückgesellschaft – Rezension zu „Ödland – Das Versteck im Moor“ – Christoph Zachariae

By | 3. Februar 2018

Bruchstückgesellschaft - Rezension zu "Ödland - Das Versteck im Moor" - Christoph Zachariae„Die Hecke bedeutete Sicherheit. Hinter ihr lauerte der Tod. Offenbar traf das auf beide Richtungen zu.“ (S.142)

Zum Inhalt:

Anfangs war es nur ein Name: Ödland. Je länger Mega auf ihrer Suche nach den Ersatzteilen für den Ionentauscher ihrer „Familie“ aus dem Keller ist, desto mehr füllt sich diese Worthülse mit dem Unrat einer untergangenen Zivilisation, einer Menschheit deren soziales Strandgut als beinahe einziges die Eigenschaften aufwies in einer derart feindlichen Welt zu leben, zu überleben… oder vielleicht doch nur zu vegetieren.

Philosophische Spitzfindigkeiten für die Mega keine Zeit bleiben. Ihre Odyssee, die sie zu der eingeschworenen Enklave im Moor führt, die nach ihren eigenen Regeln lebt und versucht eine kastrierte Form von menschlichem Zusammenleben zu erhalten, lehrt sie Respekt vor der Grausamkeit der Soldatenkinder, Respekt vor jedem der es auf seine Art schafft im Ödland immer wieder einen neuen Tag zu sehen – und zu überstehen.

Sie begegnet Nathan, einem wortkargen Schrottsammler, dessen Stehaufqualitäten ihr in weiterer Folge noch oft das Leben verlängern sollen, obwohl sie sich nicht wirklich über seine Motivation im klaren sein kann. Dass sich schicksalshaft der Wege des verschlagenen Hagen und der ihre nur kurz kreuzen kann sie nicht wirklich bereuen, jedoch anspornen sich erneut dem Ödland zu stellen und ihre ursprüngliche Aufgabe zu fokussieren. Einer Aufgabe der nicht nur der Unbill der verbrannten, ausgebluteten Ödlandweite entgegensteht. Degenerierte Wesen, dereinst Menschen, Hagens Trupp soziopatischer Söldner, streunende Wölfe und nicht zuletzt einfache Wanderer auf der Suche nach Essbarem, alle stellen Hindernisse dar, denen sie sich stellen muss.

Auch Hagen hat seine liebe Not die um ihn versammelte Truppe aus dem Bodensatz der übriggebliebenen Söldner zumal auch hier ein Wechsel in der „Besetzung“ stattfinden. Die Machtverhältnisse verschieben sich zusehends… und dies ganz offensichtlich nicht zu seinen Gunsten. Der Bestand der Bruderschaft – wenn man sie denn so nennen möchte – steht auf Messers Schneide, das Ränkespiel um die Anführerschaft eröffnet…

Fazit:

Christoph Zachariae hat mit dem ersten Band „Ödland – Der Keller“ die Latte für die Weiterführung der Pentalogie schon recht hoch gelegt. Um so gespannter war ich auf die Forstsetzung. Und, soviel sei schon vorab gesagt, die Geschichte hält was sie verspricht. Spannend, gut durchdacht, stimmig und von teils beängstigender Konsistenz entspinnt sich vor dem Leser eine Handlung, deren bedrückende Aura nicht s so schnell wieder loslässt. Keinesfalls für zart besaitete sind die Schilderungen der Überlebensstrategien in einer Welt, deren einziges Credo das Überleben ist.

Sprachlich bleibt Zachariae stets angenehm lesbar, klar in der Ausdrucksweise und treffend in Formulierungen. Die Charaktere erweisen sich als stimmig, keineswegs flach und der Handlung verpflichtet, ohne ins allzu Klischeehafte abzudriften. Viele unerwartete Entwicklungen machen den Handlungsstrang flüssig verfolgbar, nie langweilig und Lust darauf, mehr über Mega und das Ödland zu erfahren. Eine eindeutige Leseempfehlung für alle die gut ausgearbeitete Dystopien mögen.

Zum Buch:

Das 2. Buch der als Pentalogie angelegten Geschichte ist ebenso ästhetisch und hochwertig gestaltet, wie das erste. Es sei hier auf die ausführliche Beschreibung in der entsprechenden Rezension zu „Ödland – Der Keller“ verwiesen.

Buchdaten:

  • Titel: „Ödland – Das Versteck im Moor“
  • Autor: Christoph Zachariae
  • Umfang: 310 Seiten
  • Verlag: Lucid Dreams eBook Verlag; 2015
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-1-5188-9008-6
  • Größe: 21,6 x 14,0 x 1,7 cm

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Weitere thematisch passende Einträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.