Butterfly Effect – Rezension zu „Wenn gestern unser morgen wäre“ – Kristina Moninger

By | 25. Juni 2017

Butterfly Effect - Rezension zu "Wenn gestern unser morgen wäre" - Kristina Moninger„Ich habe Entscheidungen getroffen, und es ist gar nicht so wichtig, ob sie richtig oder falsch waren. Weil das immer Ermessenssache ist. Aber entscheidend an Entscheidungen ist die Frage, ob wir mit ihnen leben können.“ (S.54)1)

Zum Inhalt:

Rund. So läuft es im Leben von Sara. Bestes Elternhaus, beruflicher Erfolg, eine standesgemäße Beziehung, alles auf Kurs. Dieses Idyll kommt nicht von Ungefähr. Es ist Ergebnis eines konsequent geplanten Lebensweges, rigoros zielorientiert und -führend mit zementierter Glücksgarantie. Da bleibt schon mal die ein oder andere Kleinigkeit auf der Strecke, ob nun zwischenmenschlich oder zutiefst persönlich. Erfolg und die Aufnahme in gewisse gesellschaftliche Kreise machen eben auch eine „Zwangsjacke aus Pastelltönen und Kaschmir“ (S.153) erträglich – nicht unbedingt aber die Entscheidungen, die den Weg dorthin ebnen. Und dann diese eine fatale Entscheidung…

Mitten in die verzweifelten Überlegungen, wie sie den größten Fehler ihres Lebens rückgängig machen kann, wird der Reset-Knopf gedrückt: Sara erhält die Chance, Tage ihres Lebens neu zu leben, mit dem Wissen um die Folgen ihrer Entscheidungen, sollte sie diese in gleicher Weise wieder treffen. Es liegt nun an ihr das vielbeschworene Beste daraus zu machen, was auch immer das sei…

Fazit:

Vorab muss ich zugeben, dass ich bei den ersten Seiten etwas irritiert war. Es drängte sich der Verdacht auf, dass es sich um ein Buch von Frau, über Frau, für Frau handle. Im Nachhinein muss ich eingestehen: zum Glück war mein (Vor-)Urteil weit gefehlt 😉 ! Die bildhafte Sprache, der authentische Stil und die pointierten Schilderungen sind ausgesprochen gut inszeniert, wodurch bereits im ersten Drittel ein glaubhaft plastisches Bild von Sara und ihrer Innen- sowie Außenwelt gezeichnet wird, das manches Mal gekünstelt wirkt, aber bei näherer Betrachtung immer wieder Déjà-vus heraufbeschwört, wenn man sich im sogenannten realen Leben mit offenen Augen umsieht. So wird es dem Leser ein Leichtes sein Pendants der Charaktere im Text in seinem Umfeld in der ein oder anderen Ausprägung zu finden. Und wiederum genau das macht den Roman der Autorin (be-)greifbar, nachvollziehbar und – sofern man das über einen Text sagen kann – liebenswert.

Nichts geringeres als das Leben selbst, in seiner perfekten Imperfektion mit all jenem, dass es ausmacht, nämlich den Beziehungen zu unseren Nächsten ist der zentrale Kern einer Erzählung, deren Quintessenz aus meiner Sicht das bedingungslose Ja zum Leben ist – zum Leben als Mensch und mit Menschen. „Es sind immer die Menschen, die uns nahe sind, die uns glücklich machen, nichts Materielles, nichts was durch Erfolg, Ansehen oder Status entsteht.“ (S.296). Ein Plädoyer für Diversität, Verantwortung für und Mut zu Entscheidungen, wissend dass „das Gegenteil einer falschen Entscheidung… nicht unbedingt eine richtige“ ist. (S.160)

Denn: „»Leben ist gefährlich oder langweilig. Entweder lebst du mit allem Drum und Dran oder du existierst eben einfach nur. Die Entscheidung triffst du selbst.«“ (S.130)

Buchdaten:

  • Titel: „Wenn gestern unser morgen wäre“
  • Autorin: Kristina Moninger 2)
  • Ausgabe: PDF-Edition (298 Seiten Print)
  • Verlag: FeuerWerke Verlag (28. Juni 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-945362-29-7
  • Dateigröße: 1,8 MB

(1) Alle Angaben, sowohl Seiten-/Positionsnummern, wie auch technische Details, beziehen sich auf die PDF-Ausgabe des Rezensionsexemplares

(2) Ein weiteres sehr empfehlenswertes Buch von Kristina Moninger ist: „Nur eine Ewigkeit mit Dir.“

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