Category Archives: Gesellschaftsroman

Subgenre des Romans

Vielgestaltig – Vielfarbig – Rezension zu „Schwarz und Weiß“ von Sigrid Kleinsorge

„Wie schwer es ist, sich der Realität zu stellen, dem nicht für Möglich gehaltenen, dem so ganz anders Gedachten und Gewünschten, das war ihre Arbeit in den folgenden Wochen.“ Zum Inhalt: Henriette und Konrad Vögeles fünzigster Hochzeitstag steht ins Haus. Ein Fokus- und Reflexionspunkt, sich anbietend die Lebensbänder von Söhnen, Schwiegertöchtern, Großeltern, Enkeln und nicht minder jene von… Read More »

Strandgut – Rezension zu „Wenn das Meer leuchtet“ – Jessica Koch

„Taten verletzen, Ignoranz zerstört.“ (Pos.36)1) Zum Inhalt: Marie ist nicht gerade das, was sie selbst als schön bezeichnen würde. Hinzu kommt, dass ihr ein sprachliches Handicap, welches sie für gewöhlich gut im Griff hat, die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen nicht wirklich erleichtert. Mit diesem Rucksack an Startschwierigkeiten und einer langjährigen Erfahrung an Ausgrenzung in unterschiedlichsten Schulklassen, versucht sie… Read More »

Der Willkür reife Leistung – Rezension zu „Der Schüler Gerber“ von Friedrich Torberg

„…: es gibt ein großes, gräßliches Nie, gegen das wir nicht anrennen sollen, sonst senkt es sich, eine riesenhafte Wand, auf uns herab und zwingt uns zu Boden, und wenn wir gar zu nahe waren, zermalmt es uns…“ (S.115) Zum Inhalt: Kurt Gerber steht in seinem letzten gymnasialen Jahr, dem lange ersehnten und ebenso gefürchteten Abschlussjahr, dessen Krönung… Read More »

Frivoler Ruf nach Menschlichkeit – Rezension zu „Wendekreis des Steinbocks“ von Henry Miller

„Du lebst von den Früchten deines Handelns, und dein Handeln ist die Ernte deines Denkens.“ (S.298) Zum Inhalt: Mit „Wendekreis des Steinbocks“ schuf Henry Miller zusammen mit „Wendekreis des Krebses“ ein autobiografisches Werk, dem in den Kreisen seiner Verehrer beinahe religiöser Inhalt nachgesagt wird bzw. wurde. Dabei kamen auch Größen wie George Orwell oder Ernst Jünger an einer… Read More »

Geschichten aus denen das Universum besteht – Rezension zu „Eine Reise“ – Sigrid Kleinsorge

„Es braucht eine gewisse Standfestigkeit im Leben, um nicht von der Brutalität unfassbarer Tatsachen weggeschwemmt zu werden.“ (Pos.334)1) Zum Inhalt: Bahnhöfe, Orte die par excellence für Zufallsbegegnungen jene Bühne bieten, auf der sich in Sigrid Kleinsorges neuem Roman ein Journalist und eine weitere Reisende flüchtig treffen. Sie verlässt einige Stationen weiter das Zugabteil, lässt jedoch versehentlich Aufzeichnungen einer/ihrer Reisen… Read More »

Akkorde und Disharmonien – Rezension zu „Die Grasharfe“ – Truman Capote

„Über was man spricht, darauf kommt es kaum an, nur auf das Vertrauen, mit dem es gesagt wird, und auf das Wohlwollen, mit dem es aufgenommen wird.“ (S.319) Zum Inhalt: Collin Fenwick ist mittlerweile erwachsen. Und an einigen der Erlebnisse, die ihn trotz seines Handicaps als Waise aufzuwachsen, zu dem machten was er heute ist, lässt er den… Read More »

Wandmalerei – Rezension zu „Allgemeine Theorie des Vergessens“ – José Eduardo Agualusa

„Mir wird bewußt, dass ich meine Wohnung zu einem riesigen Buch gemacht habe. Wenn die Bibliothek verbrannt sein wird, wenn ich gestorben sein werde, wird nur noch meine Stimme da sein.“ (S.319) Zum Inhalt: Ludovica Fernandes Mano lebt in einem selbstgewählten, vielmehr selbst gebauten Exil. In einer Wohnung hoch über den Straßen Luandas, fernab von den Menschen, die… Read More »

Ein Leben in Aphorismen – Rezension zu „Franzi Berbikopf all-inklusive“ von Sigrid Kleinsorge

„Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen und gegebenen und überlieferten Umständen.“ (Pos. 533) Zum Inhalt: Unfassbar! Sie hat wirklich das erste mal in ihrem Leben etwas gewonnen. Und auch das nur, weil ihre beste Freundin die Triebfeder war bei einem Preisausschreiben mitzumachen. So… Read More »

Geradlinige Wendung – Buchbesprechung zu „Wendekreis des Krebses“ von Henry Miller

„…denn die Tragödie unserer Welt besteht gerade darin, daß nichts mehr imstande ist, sie aus ihrer Lethargie aufzuscheuchen.“ (S.8) Zum Inhalt: Zusammen mit „Wendekreis des Steinbocks“ – erschienen 1939 – stellt der Roman „Wendekreis des Krebses“ ein autobiografisches Versatzstück im Schaffen Henry Millers dar. Der Text beschreibt die Suche Millers nach seinem ganz persönlichen künstlerischen Ich in einem… Read More »

Seelenverwandt – Rezension zu „Dem Ozean so nah“ von Jessica Koch

„»In guten Zeiten Händchen halten ist einfach. In schlechten Zeiten nicht loszulassen, darauf kommt es an.«“ (Pos.4161) Zum Inhalt: Danny, wissend um die wesentlich absehbarere Endlichkeit seines Lebens, findet in Christina eine jener seltenen Personen im Leben eines Menschen, die man als seelenverwandt erkennt. Dabei könnten sie, zumindest den äußeren Umständen nach, nicht unterschiedlicher sein: er, offensichtlich erfolgreich,… Read More »