Das Ende… in fünfacher Ausführung…

By | 28. Februar 2013

Armageddon mon amour „Meistens erfinden die Menschen völlig idiotisches Zeug, weißt du, und davon viel, sehr viel, im Laufe der Jahrtausende.“ (S.41)

Zum Inhalt: .Wie der Untertitel bereits „verrät“ handelt es sich um eine lose Zusammenstellung von 5 „Visionen“ vom Ende. Dabei wird mehr als nur einmal der Begriff Ende in der Form relativiert, als dass er sich nicht auf ein Ende des Seins an sich, als vielmehr des Ausbleibens lieb gewonnener Gewohnheiten handelt, z.B. „Die Stille nach dem Ton“ in der sich gewohnte Strukturen kafkaesk aufzulösen beginnen, während sich neue Formalismen etablieren, resp. bestehende umgewertet werden.
Zu diesen Gewohnheiten kann durchaus auch das Leben an sich und das damit verknüpfte Zeit- und Sinnemfpinden gehören (z.B. „Quo vadis, Armageddon.“. ) Interessant wird auch die Frage beleuchtet, ob denn Einsamkeit oder /und Unendlichkeit für ein an Zeitliches und Soziales gewöhntes Wesen wie einen Menschen erträglich sein kann – wobei man auf eine endgültige Beantwortung der Frage nicht hoffen sollte, was den düsteren Reiz der Geschichte mit ausmacht. In keinster Weise ist diese Idee neu, aber sie ist v.a. in Hinblick auf unsere mathematische Konstruktion des Begriffes Zeit, von Abfolge, von Aktion und Reaktion sehr spannend angedacht.
In diesen Rahmen lässt sich auch „Schwarz:Netz:Schwarz“ einreihen, zumal es sich ebenfalls um eine Form von Ende  oder persönlich erlebtem Armageddon handelt, dem jedoch schon – wenn auch filigraner, zweifelhafter –  Keim des Neubginns innewohnt.

Fazit: Die Klammer, welche sich um die fünf Apokalypsen schließt ist zum einen durch das – oder vielmehr ein – Ende abgesteckt und zum anderen durch den künstlerisch von Michael Marrak und Michael Hutter gestalteten Umschlag bedingt. Die Facetten der Herangehensweise reichen vom persönlichen Erfahren („Quo vadis, Armageddon“), über klassisch anmutende, gediegene SF („Schwarz:Netz:Schwarz“), bis hin zur lyrisch-technokratisch dargestellten Formen („Gebet für Sprengköpfe“). Wenn man sich darauf einlassen kann den oft befremdlichen Gedankenspielereien zu folgen, entdeckt man in den auf den ersten Blick manchmal  chaotischen Begebenheiten durchaus eine beängstigende Struktur von in sich unzweifelhafter Schlüssigkeit.

Zum Buch: Die Klebebindung des Bandes ist auch den Strapazen eines Pendlerdaseins in öffentlichen Verkehrsmitteln gewachsen ;-). Der saubere Druck erfolgte auf hochwertigem, griffigem Papier, wobei das klare, in seiner Ausführung fast schon karge Schriftbild aus meiner Sicht positiv besticht.

Buchdaten :

  • Titel: „Armageddon mon amour“
  • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
  • Verlag: Maldoror
  • Sprache: Deutsch
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 0,8 cm
  • Sonstiges: Maldoror Sonderband 1

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