Der gespielte Weltkrieg…

By | 16. Oktober 2015

"Terra im Brennpunkt" - Perry Rhodan Silberband 59„Aber, wie das so mit guten Vorsätzen ist, sie lassen sich schlechter halten, als zu weite Hosen.“ (S.325)

Zum Inhalt: Nach wie vor tappen die Terraner im Hinblick auf die Bedeutung der Gelben Eroberer im Gefüge des Schwarms im sprichwörtlichen Dunkeln. Erst einer gewagte Expedition unter der Leitung des Arkoniden Atlan gelingt es Licht in die verwobenen Zusammenhänge zu bringen, wobei der gewitzte Mausbiber Gucky wieder einen seiner großen Auftritte hat.
Die Kerngeschichte entspinnt sich jedoch um die drohende Einverleibung des gesamten Solsystems in den beänstigend schnell näherrückenden Schwarm. Es gilt, gemäß Rhodans Plan, den Schwarmgötzen einen technischen Entwicklungsstand der Terraner vorzugaukeln, der eben diese Herrscher in keinster Weise erahnen lässt, welches Kuckucksei sie sich mit den wehrhaften Erdenbürgern in ihr Nest geholt haben. V.a. muss die umfassende Täuschung so lange aufrechterhalten werden, wie es noch nicht möglich ist, den schützenden Paratronschirm um das Solsystem in stabiler Form aufzubauen. Mehr als einmal steht es dabei auf Messers Schneide, dass die Bewohner des Solsystems einer Strafaktion der Schwarmgötzen und ihrer Hilfsvölker entgehen. Auch der technische Durchbruch mit dem Etablieren des Paratronschirms ist nur ein kleiner jedoch wesentlicher Schritt in Richtung einer finalen Rettung des Solsystems.
Nicht zuletzt sind es die Cynos die einmal mehr den grundsätzlich richtigen Ideen der Terraner die nötigen Bestätigungen geben. Man könnte sie als undurchsichtiges Zünglein an der Wage eines Spiels sehen, dessen Einsatz kein geringerer als der Fortbestand aller intelligenten Völker der Galaxis ist…

Fazit: Die Bewegung, die schon mit Band 60 in die umfassende Erzählung rund um den Schwarm gekommen ist wird auch im Folgeband weitergeführt und lässt den Leser über einige Brüche im „Perryversum“ hinwegsehen. Selbst der ansonsten recht neutrale und zurückhaltende Redakteur Horst Hoffman weißt darauf in seinem recht klaren Vorwort hin. Zum Thema des „gespielten Atomkrieges“ auf Terra zur Täuschung der Schwarmgötzen schreibt er: „Dazu wäre Perry normalerweise etwas Besseres als der gespielte Weltkrieg eingefallen.“ (S.5). Auch ist die Handlung rund um den aus der Vergangenheit gerissenen Charakter Alexander Fröhlichs recht dünn. (Man erinnere sich nur an die sehr, sehr ausführlichen Erläuterungen zum Thema Zeitreisen und deren Implikationen auf die Gegenwart im Cappin-Zyklus.)
Als kleines Goodie habe ich die Notizen, die ich mir während des Lesens gemacht hatte als grafische Inhaltsangabe wieder im folgenden Link hinterlegt Grafische Inhaltsangabe Bd. 61 .

Zum Buch: Der optisch schön gestaltete und die ästhetische Tradition der Silberbände weiterführende 61. Band reiht sich in die Sammlung nahtlos ein. Es ist allerdings auch der erste Buchblock dieser Reihe, bei dem die Verleimung nicht tadellose ist. Die Seiten tendieren dazu sich aus dem Block zu lockern. Ansonsten sind sowohl Bedruckstoff, Typografie und bildtechnische Realisierung auf dem Niveau, welches schon die Vorgängerbücher vorgaben.

Buchdaten:

  • Titel: „Terra im Brennpunkt“
  • Umfang: 416 Seiten
  • Verlag: Pabel-Moewig Verlag KG
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-8118-2081-8
  • Größe: 19,7 x 13,2 x 4,1 cm

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