Des Daemons zweiter Teil – Rezension zu „Darknet“ von Daniel Suarez

By | 6. August 2016

Des Daemons zweiter Teil - Rezension zu "Darknet" von Daniel Suarez„»Demokratien erfordert aktive Beteiligung, und früher oder später ist irgendjemand so aufopferungsvoll, anzubieten, einem die ganzen komplizierten Entscheidungsprozeduren abzunehmen, wo man doch sowieso schon so ein stressiges Leben hat.«“ (S.313)

Zum Inhalt: Sobols Deamon dringt immer weiter und tiefer in das Konstrukt, oder besser gesagt den Filz, aus Wirtschaft, Geopolitik und globaler Gesellschaft ein. Immer mehr verschmelzen die Cyberwirklichkeit und die alltägliche Realität der Mitglieder einer Gesellschaft, deren Neuerschaffung sich Sobol zum Ziel gesetzt hat. Stets ein hohes Maß an regionaler Selbstbestimmtheit und autarker Kleinstrukturen im Hinterkopf, deren Zusammenspiel ein großes Gewebe aus redundanten, einander fördernden Kleinstgemeinschaften schafft und erfordert. Dieses Abgehen von global und durch Wenige kontrollierbaren Strukturen missfällt den etablierten Mächtigen natürlich, sehen sie doch ihre Felle davonschwimmen. So wird von deren Seite aus versucht in einer global akkordierten Vorgehensweise der Lage wieder Herr zu werden und den Daemon aus den System zu tilgen – ohne Rücksicht auf Verluste. Viele der agierenden Personen aus dem ersten Band finden in diesem Teil ihre Bestimmung, ihre Aufgabe und so ist es nicht verwunderlich, dass der Grundtenor auch ein zutiefst sozialphilosophischer ist, der sowohl technikaffine Aspekte, als auch dystopische Elemente einer möglichen Entwicklung aufzeigt, ebenso wie die Möglichkeit, wie auch Tote über das Darknet einen sehr realen Einfluss auf den Wandel der Gesellschaftsstrukturen haben können.

Fazit: Die Trennung des Romans von Daniel Suarez in 2 Paperbackbücher dürfte wohl zum einen marketingtechnisch, zum anderen buchbinderisch bedingt sein. Denn das zweite Buch schließt nahtlos an ‚Daemon‘ an. Ergänzend ist hier zu sagen, dass sich das Erzähltempo noch erheblich steigert und einen fulminanten Action-Thriller abgibt. Ein kleiner aber dennoch ein Punkt der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die zunehmende Polarisierung – manche würden es pointiert als Schwarz-Weiß-Malerei bezeichnen – der Handlung, der Charaktere und der Wertungen entlang des Spannungsbogens. Das bleibt jedoch aus meiner Sicht auf den Text der einzige etwas trübende Schatten der Lektüre. Ansonsten ist ein rundum stimmiges, zum Nachdenken anregendes, sehr spannendes Abschlussbuch gelungen, das definitiv Lust auf mehr aus der Feder dieses Autors macht. Ein Rezensent auf Amazon schrieb treffend: „Ein echtes Nägelkau-Buch, das lange nachwirkt….“ (Quelle: Volker M. auf amazon.de)

Zum Buch: Da es sich um den zweiten Band aus einer Reihe handelt – ‚Kill Decision‘ vom selben Autor ist ebenfalls in dieser Aufmachung im rororo-Verlag erschienen – kann die Beurteilung des Buches der des ersten Bandes folgen. Ergänzt sei zur Information noch, dass der Text aus der DTL Documenta gesetzt wurde und somit ausgezeichnet lesbar ist.

Buchdaten:

  • Titel: „Darknet“
  • Autor: Daniel Suarez
  • Umfang: 478 Seiten
  • Verlag: Rowohl Verlag GmbH; 5. Aufl. April 2013
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3-499-25244-0
  • Größe: 19 x 12,5 x 3,4 cm

P.S.: Manchmal holt die Realitat die Fiktion ein. Im Erscheinungsjahr konnte man evtl. noch an einer Machbarkeit vieler Visionen Zweifel anmelden, aber spätesten nach dem Hype um die Pokemon-App, die Technik der Google Glass  oder der Microsoft Holo Lens und den Auswüchsen auf die reale Welt, dürfte jedermann/frau noch mehr die Nähe dieser teils dystopischen Ansätze ins Auge springen.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.