Des Lebens Possierlichkeiten – Rezension zu „Bilderpossen“ – Wilhelm Busch

By | 13. Mai 2017

Des Lebens Possierlichkeiten - Rezension zu "Bilderpossen" – Wilhelm Busch„Ja, ja in diesem Topf von Stein
Da machte man den Peter ein,
Der, nachdem er anfangs hart,
Später weich wie Butter ward.“ (S.35)

Zum Inhalt:

Die Geschichten des Buches kann man mit dem Einleitungssatz des von Arthur Rümann (Kunsthistoriker und Kinderbuchforscher, *1888 – †1963) verfassten Nachwortes zeitlich wie folgt festmachen: „Die vier Bilderpossen des vorliegenden Bändchens sind die ersten Geschichten, die Wilhelm Busch in Buchform erschienen ließ, und unmittelbare Vorläufer seines ‚Max und Moritz’.“ (S.66)
„Katze und Maus“, „Der Eispeter“, „Krischan mit der Piepe“, sowie „Hänsel und Gretel“ finden sich in der frühen Linienführung Buschs in siebzig schwarz-weißen Bildern wiedergegeben. Die Bildgeschichten fanden ursprünglich jedoch keinen sonderlich großen Zuspruch seitens der Leserschaft. Der Titel ‚Bilderpossen‘1) ist dabei keineswegs zufällig oder verharmlosend gewählt, denn betrachtet man z.B. den ‚Eispeter‘, so zeigt sich hier durchaus „das Vergnügen an einer grausamen und grotesken Vernichtung, das dem Pessimismus Buschs entspricht.“ (S.67)

Fazit:

Ein Buch welches zum einen Freunde des Humors von Wilhelm Busch, zum anderen bibliophile Sammler der Bücher der Insel-Bücherei mit seinem Charme vereinnahmen dürfte.

Zum Buch:

Die erste Besonderheit an diesem Band aus der Insel-Bücherei, welche ins Auge sticht, ist das Format. Entgegen den klassischen kleinen Bänden ist dieser hier im Querformat gehalten, wobei die Seitenverhältnisse dieselben blieben. Als antiquarischer Fund ist die von mir erworbene Ausgabe leider etwas in Mitleidenschaft gezogen worden, wobei auch Funde wie die handschriftliche Eintragung in diesem Buch etwas darüber hinwegtrösten, zumal sie einen Hinweis darauf geben, das Bücher auch nach dem Druck und Verkauf weiter ‚leben‘. Ursprünglich wurden die Bünde mit einer 6-Stich Fadenheftung fixiert. Die Texte sind in Fraktur gesetzt und für den sehr schönen Druck zeichnet die Offizin Haag-Drugulin AG. in  Leipzig verantwortlich.

Buchdaten:

  • Titel: „Bilderpossen“
  • Autor: Wilhelm Busch
  • Umfang: 68 Seiten
  • Verlag: Insel-Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • Größe: 12,2 x 18,5 x 1,1 cm

Quellen:
1) Die ursprüngliche Bedeutung von Posse – ‚in Stein gemeißelte Figur‘ – steht i.d.R. für Fratze („Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache“, Friedrich Kluge, 23. Aufl., S.642). Später findet der Begriff im übertragenen Sinne seine auch heute noch gängige Bedeutung als „Unfug, närrisches Zeug“ („Duden – Das Herkunftswörterbuch, 1989, S.542)

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