Die Welt dahinter – Rezension zu „Im Bann der Kreisgräben“ – Rudolf Bulant

By | 14. Oktober 2017

Die Welt dahinter - Rezension zu „Im Bann der Kreisgräben“ – Rudolf Bulant„So denkt ihr Menschen immer, wenn etwas schiefläuft. Dass die Fehler bei euch selbst liegen könnten oder ganz andere Ursachen haben, auf diese Idee kommt ihr meist gar nicht“ (S.143)

Zum Inhalt:

Fritz Obersteiner, seines Zeichens Sprengmeister, hat in seiner langjährigen Karriere schon so manche knifflige Sprengung mit Bravour gemeistert. Eine ganz besondere Stelle im Steinbruch seines derzeitigen Chefs Stefan Krimmer, bereitet ihm jedoch gewaltiges Kopfzerbrechen. Nichts scheint hier nach Plan zu laufen und schon gar nichts glatt zu laufen, jedweder Physik zum trotz.

Just an dieser Stelle geschieht auch jene Reise in die Vergangenheit, welche ihn und eine kleine verschworene Gruppe in den Bann zieht: Ihre „Begegnungen“ mit den seit Äonen verstorbenen Menschen, deren Fleiß und Akribie Kreisgräbenanlagen in der Region zu verdanken sind, gestaltet sich zunehmend gefährlich, wenn auch ungemein interessant, wie v.a. Archäologe Dr. Martin Böhm seine Assistentin Nicole Brenner finden.

Nicht nur, dass jenes überaus plastische Erleben der Geschichte rund im die Heiler Skylar und Melvin Spannung genug bereithält, auch in der ganz realen Welt Obersteiners im Hier und Jetzt erfährt die Gruppe, dass es bei Weitem nicht allen Zeitgenossen gelegen kommt, was entdeckt wurde. Werfen doch eben diese Entdeckungen vieles als geschichtlich und gesellschaftlich selbstverständlich Empfundenes gründlich über den Haufen. So gilt auch hier: wer die Informationen kontrolliert sitzt an den Hebeln der Macht!

Der Werdegang und v.a. auch der Abgang von Melvin und Skylar, sowie der ihnen schutzbefohlenen Dorfgemeinschaften in einer fernen Vergangenheit, werfen ein volkommen neues Licht auf das Verständnis der Gegenwart. Dieses Vermächtnis bleibt nicht nur Historie, es umreist den Standort der Menschen in Zeit und kosmischem Raum…

Fazit:

Rudolf Bulant schreibt auch in seinem aktuellen Roman rund um die historischen Kreisgrabenanlagen in der ihm eigenen authentischen, durchaus spannenden und mit Lokalkolorit gewürzten Art. Verfolgt man seine bisherigen Werke so zieht sich stets ein Changieren zwischen solider, realer Bodenständigkeit und einer Welt dahinter, hinter dem als gegeben Hingenommenen, durch. Dieses irisierende Durchspielen von Denkmöglichkeiten resp. -welten macht seine Texte spannend, flüssig lesbar, leichttönig aber nicht seicht.

Ein Exkurs am Schluss des Textes wie es um die Kreisgräbenanlagen in Realiter dzt. steht, bezugnehmend auf historischen Hintergrund rundet ab Seite 285 die Geschichte ab, ja macht sogar neugierig, mehr über dieses archäologische Phänomen zu erfahren.

Zum Buch:

Der 288 Seiten starke Band fällt schon wegen seiner gelungenen Farbgebung resp. Motivwahl auf den Buchdeckeln auf. Eben diese Wahl zeigt sich als ein treffendes, den Text unterstützendes bildnerisches Plus, wobei die starke Verleimung des Buchblockes, ein sauberer Druck und eine dezent gehaltene Typografie das ihrige dazu beitragen ein schönes, ansprechendes Buch beim Leser abzuliefern.

Buchdaten:

  • Titel: „Im Bann der Kreisgräben“
  • Autor: Rudolf Bulant
  • Umfang: 288 Seiten
  • Verlag: Verlag Berger 2016
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3-85028-771-5
  • Größe: 21,0 x 13,5 x 1,9 cm

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