Erster Teil eines Mysterienspiels…

By | 18. Oktober 2013

"Das Apostelspiel" - Max Mell„…und euch sagen was noch Not.
Eins ist das Leben, das andere der Tod.
Zu welchem wollt ihr geführt sein von beidem?
Welches aufsuchen und welches meiden?“ (S.58)

Zum Inhalt: Zwei Wanderer suchen auf einem abgelegenen Bauernhof hoch auf dem Berg Unterkunft für die Nacht. Der Bauernhof wird von Magdalena, einem fast 15-jährigen naiv-frommen Mädchen und dessen Großvater bewirtschaftet. Bereitwillig wird den Wandersleuten, die sich als Johannes und Petrus vorstellen, Einlass gewährt. Magdalena ist in ihrer religiösen Naivität der Überzeugung, es handle sich bei den beiden um die zwei Apostel von denen sie erst kurz zuvor im Neuen Testament gelesen hatte. Johannes und Petrus sind jedoch durch widrige Umstände in Armut und niedrige Gesellschaftsschicht abgerutschte, gescheiterte Männer, die entschieden haben ihrem Haß auf alles Bestehende freien Lauf zu lassen und Magdalena, sowie deren Großvater bei der erst besten Gelegenheit zu töten und den Hof zu plündern und anzuzünden.
Petrus und v.a. Johannes finden Gefallen an ihrer Rolle als heilige Männer. Magdalena, begeistert den Ikonen ihres Glaubens liebhaftig zu begegnen, überhäuft sie mit Fragen nach dem Inhlat und der Stimmigkeit der Evangelien. Diese fast dialektische Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift, bringt die beiden Fehlgeleiteten unbeabsichtigt dahin, dass sie vom Wort Gottes überwältigt ihr Vorhaben aufgeben und sich bereits in der selben Nacht davonmachen. Magdalena und ihrem Großvater bleibt nur die Verwunderung über dieses Ereignis und die Erklärung, dass die beiden Heiligen noch viel Arbeit auf Erden bei anderen Leuten zu erledigen hätten.

Fazit: Ein bewusst sehr einfach gehaltenes Mysterienspiel, im Knittelvers verfasst, ist es das erste von dreien aus der Feder von Max Mell, die auch als „Österreichische Trilogie“ bekannt wurden. Von Interesse dürfte es wohl nur mehr aus literatur- oder religionshistorischen Gründen sein.

Zum Buch: Auch dieses fadengebundene Buch aus dem Inselverlag stellt buchbinderische Kunst und Fertigkeit in den Vordergrund. Gesetzt wurde es in der Schrift Alt-Schwabacher, einer im 15. und 16. Jahrhundert sehr beliebten Schrift aus der Gruppe der gebrochenen Schriften.

Buchdaten:

  • Titel: „Das Apostelspiel“
  • Autor:  Max Mell
  • Gebundene Ausgabe: 58 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag (Nr. 167)
  • Größe und/oder Gewicht: 18,5 x 12 x 1,0 cm

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