Lebensmüde – Rezension zu „Auf’s Leben, die Liebe und meinen Tod“ von Sam Bennet

By | 25. November 2017

Lebensmüde – Rezension zu „Auf's Leben, die Liebe und meinen Tod“ von Sam Bennet„Manchmal ist es gut, Dinge über den Menschen, den man liebt, nicht zu wissen.“ (S.309)

Zum Inhalt:

Penny Lane sieht sich von ihrer langjährigen Liebe Melot verlassen und rasant auf die gefühlte Mitte ihres Lebens zugehend vor einem persönlichen Abgrund desaströsen Ausmaßes. Dieser Ausblick des Verlassenseins – sei es nun von ihrem Partner, wie letzten Endes auch von ihrer Familie, ausgenommen ihrem Bruder – stürzt sie in eine derart tiefe Existenzkrise, dass ihr der Freitod als einziger gangbarer Ausweg erscheint.

Selbst Hand an sich zu legen entspricht jedoch nicht ihrem Naturell und so trifft es sich nicht schlecht, dass sie in einer Bar eine etwas undurchsichtige Schönheit mit dem bezeichnenden Namen Pearl trifft. Pearl erbietet der vom Schicksal so Gebeutelten ihre Dienste, bei deren Ableben hilfreich zur Seite zu stehen und zwar gegen den Obolus von 100.000$. Penny müsse sich dann um nichts mehr kümmern, könne noch den in Bälde anstehenden 30. Geburtstag mit großem Pomp und Gloria und v.a. der Abrechnung mit alle jenen, die ihre übel mitgespielt hatten in ihrem Leben, inszeniern. Gesagt getan! Penny macht den Deal… Sie rechnet jedoch nicht damit, dass das Leben eventuell doch noch die ein oder andere positive Seite verbirgt, die es zu entdecken gilt…

Eine dieser Seiten taucht ausgerechnet in der Person des ehemaligen Soldaten Martin auf. Sein Geheimnis entzieht sich lange Zeit der Erkenntnis Penny’s und sorgt für erhebliche Spannung zwischen den beiden. Dennoch entspinnt sich zwischen ihnen eine innige Bezeihung, deren Kulminationspunkt in einem furiosen Finale der Story ihre Auflösung in mehrerlei Hinsicht findet…

In der Printversion der Geschichte ist zusätzlich eine exklusive Kurzgeschichte enthalten, welche die Geschichte rund um Pearl nach dem diesbezüglichen Cliffhanger der Hauptgeschichte weiterführt.

Fazit:

Die Story ist auf jeden Fall spannend und geht definitiv als erotischer Thriller durch. Die Personen sind teilweise etwas stereotyp gehalten, aber in sich stimmig. In Zusammenspiel mit der beigegebenen Kurzgeschichte ergibt sich das runde Bild eines moderat nachvollziehbaren Handlungsgewebes in dem die Charaktere passend eingeflochten sind. Wer gerne Texte aus diesem Genre liest, sich an explizit verbalisierter Erotik nicht stört und vor rasanten Wendungen nicht zurückschreckt wird sich in diesem Text als Leser durchaus wiederfinden können.

Zum Buch:

Zuerst die guten Seiten: Der Buchblock mit immerhin stattlichen 504 Seiten ist stabil verleimt und ebenso stabil sind Buchrücken und Buchdeckel ausgeführt. Der Seitenbedruckstoff weist eine solide Haptik auf, der Druck wurde sauber ausgeführt und liefert ein scharfes Schriftbild auch bei den grafischen Elementen, die als grobtextuelle Trenner in den Text einfließen. Das künstlerisch treffend gestaltete Titelbild wertet den Einband des Buches definitiv auf.

Die negativen Seiten: Leider wurde beim Layout des Textes wenig Wert auf das Beachten grundlegender Eckpfeiler in der Textgestaltung gelegt. So ist es beinahe Programm – und nicht die Ausnahme –, dass sich sogenannte „Hurenkinder“ im Textfluss finden. Weiters wurde bei der Verleimung von Buchdeckeln und Buchblock übersehen, dass etwas zuviel Leim verwendet wurde, der dann an der Verbindung herausquillt (siehe hier).

Diese buchbinderisch eher bescheidene Leistung tut der Story zwar keinen Abbruch, stört jedoch den bibliophilen Leser, der zugegebenerweise mit dem eBook diese Negativa nicht hat. Eigentlich schade, denn das müsste definitiv nicht sein.

Buchdaten:

  • Titel: „Auf’s Leben, die Liebe und meinen Tod“
  • Autor: Sam Bennet
  • Umfang: 504 Seiten
  • Verlag:  Eigenverlag, Auflage: 1 (1984)
  • Sprache: Deutsch
  • SBN-13: 978-1-50278685-2
  • Größe: 20,2 x 13,4 x 3,2 cm

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