Leider…

By | 6. Juli 2014

"Fabelheim - Im Kerker der Dämonen" - Brandon Mull„Im Angesicht einer drohenden Katastrophe bilden sich manchmal die seltsamsten Allianzen.“ (S.350)

Zum Inhalt: Im letzten Band der Pentalogie rund um das Reservat Fabelheim geht es ab der ersten Seite „ans Eingemachte“. War man von den letzten Büchern noch einen mehr oder minder sanften Einstieg gewöhnt, legt die rasante Story um Seth und Kendra und ihre zentrale Rolle in der Vereitelung der Öffnung des magischen Siegels des Dämonenkerkers Zzyzx ab der ersten Seite ein Tempo vor, dass den ganzen Text kennzeichnet. Parallele Handlungsfäden, Rückblicke und kurze erklärende Exkurse wechseln sich ab. Betrachtet man die Geschwister Seth und Kendra kann man man mit Fug und Recht von einem Entwicklungsroman sprechen, der in den 5 Bänden das Heranreifen der beiden Jugendlichen zu verlässlichen Mitgliedern der „Ritter der Morgenröte“ erkennen lässt.
Die gefährlichen Herausforderungen, denen sie und ihre Freunde sich dabei gegenüber sehen, lässt immer wieder neue Wendungen, Zweckallianzen und neue hoffnungsvolle Freundschaften entstehen. In einer Welt, die aus den Fugen zu geraten droht und in denen Erfolgserlebnisse für die Protagonisten sehr dünn gesät sind, bedarf es einiger wundersamer Begegnungen, sowie einiger herber Enttäuschungen, um einen Weg zu finden, der keineswegs von Anfang an offen zu Tage tritt.
Dies ist es auch was die durchgängige Spannung der Erzählung ausmacht: kaum glaubt man den roten Faden erhascht zu haben, entgleitet er dem Leser im nächsten Absatz wieder. So muss Seth z.B. der dem Dämon Graulas sein Siechtum erleichtern will feststellen, dass er in eine Falle tappt, die von langer Hand vorbereitet wurde, Kendra findet geliebte Menschen wieder, von deren Tod sie überzeugt war und jeder einzelne ihrer Freunde muss feststellen, dass auch die größte Anzahl magischer Artefakte keine Garantie für Sieg oder Niederlage darstellt in einer Schlacht, die ihren Ursprung vor Äonen nahm.
Licht fällt in diesem Teil der Geschichte auch auf die Herkunft und Zukunft der Feenkönigin; ebenso werden die Karten nach der Zerstörung Fabelheims als Refugium für magische Geschöpfe auch in so gut wie allen anderen anderen Reservaten neu gemischt, was nicht nur den Drachen aus Wyrmroost gefällt. Ganz nebenbei, aber deswegen nicht weniger eindringlich, thematisiert Brandon Mull auch die Problematik von Menschen, denen fast eine unendliche Lebensspanne beschert wurde und wie diese entsprechend ihrer mentalen Veranlagung damit fertig werden.

Fazit: Leider… ist dieser Band, wenn auch ein furioser, so doch ein Abschluss, einer außergewöhnlichen Geschichte, die mich nun seit geraumer Zeit begleitet und beschäftigt, sowie immer wieder aufs neue überrascht, gefesselt und in ihren Bann gezogen hat. Brandon Mull hatte die Handlung, wie er schreibt (siehe. S.557 „Ist das nun wirklich das Ende?“) stets in fünf Bänden konzipiert. Zum einen ist dies für die facettenreiche Geschichte positiv, da sie so zu einem Finale kommt ohne sich endlos in immer seichteren Folgebänden zu verlieren, zum anderen ist es schon allein um des erfrischenden, Ideen sprühenden  Inhalts willen schade… aber es gibt ja auch noch weitere Werke aus der Feder dieses Autors 😉 .

Zum Buch: Die Verarbeitung des Buches lässt keine Wünsche offen. Der Buchblock ist trotz seines Umfangs von über 550 Seiten sehr stabil verleimt, der Umschlag robust gehalten und die Typografie unterstützt ein zügiges Lesen, aufgelockert durch passende und sauber gedruckte Schwarz/Weiß-Grafiken. Ausgeführt wurde der Druck auf angenehm griffigem, solidem Papier.

Buchdaten:

  • Titel: „Fabelheim – Im Kerker der Dämonen“
  • Autor: Brandon Mull
  • Übersetzer: Hans Link
  • Ausgabe: 560 Seiten
  • Verlag: Penhaligon
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3-7645-3092-1
  • Größe: 21,5 x 13,6 x 4,3 cm

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