Macht Mut

By | 21. Mai 2013

"Kognitive Therapie der Depression" - Aaron T. Beck et al.„Wiederholter Erfolg untergräbt meistens die Überzeugung  des Patienten, daß er «es nicht kann».“ (S.174)

Zum Inhalt: Aaron T. Beck machte die kognitive Therapie der Depression zu einem weltweit in Fachkreisen anerkannten Ansatz, mittels dessen depressiven Patienten geholfen werden kann. Das Buch liefert nicht nur einen an Beispielen reichen Fundus für Therapeuten in der Praxis, es schildert auch psychotherapeutische Werkzeuge, die dem Patienten helfen können, zum einen seine Situation besser zu verstehen und die ihm zum anderen Mut machen an seiner eigenen Genesung zu arbeiten.
Diese psychotherapeutische Arbeit, dessen wird der Autor niemals müde es zu unterstreichen, ist es, die dem Patienten Hoffnung, Zielsetzung und Erfolgsmöglichkeiten an die Hand gibt. Ein bezeichnender Satz ist: „Ein Patient hat, erzeugt und präsentiert Probleme, aber der Patient selbst ist nicht das Problem.“ (S.330). Durch den gesamten Text wird immer wieder eine zutiefst positive Einstellung zum Menschen in seiner Gesamtheit spürbar. Diese Wertschätzung prägt auch jedwede Hilfestellung, die sowohl anhand von Fallbeispielen, als auch allgemeiner Erörterungen gegeben wird.
Primär wendet sich das Buch an Therapeuten oder im weitesten Sinne psychotherapeutisch agierende Personen. So findet sich z.B. ein Unterkapitel mit dem bezeichnenden Titel: „Wünschenswerte Therapeutenmerkmale“. Weiters liefert es neben therapeutischen Anleitungen, Denkanstößen und Richtlinien v.a. auch eine profunde Darstellung der Theorie hinter der kognitiven Therapie.

Ein kleiner Überblick über die Kapitel:

  • Einleitung (Martin Hautzinger)
  • Kap. 1 Überblick und theoretischer Rahmen
  • Kap. 2 Die Rolle von Emotionen in der kognitiven Therapie
  • Kap. 3 Die therapeutische Beziehung: Ihre Bedeutung in der kognitiven Therapie
  • Kap. 4: Grundmerkmale kognitiver Therapie
  • Kap. 5: Das Erstgespräch
  • Kap. 6: Planung der Therapie von einer Sitzung zur anderen: Ein typischer Therapieverlauf
  • Kap. 7: Die Anwendung von verhaltenstherapeutischen Techniken
  • Kap. 8: Kognitive Techniken
  • Kap. 9: Konzentration auf veränderbare Symptome
  • Kap. 10: Spezifische Techniken für den Suizidpatienten
  • Kap. 11: Depressogene Grundannahmen
  • Kap. 12: Hausaufgaben in der Therapie
  • Kap. 13: Technische Probleme
  • Kap. 14: Der kognitive Ansatz in der Therapieforschung
  • Anhang: Materialien
  • Literatur
  • Index

Fazit: Es bedarf etwas Durchhaltevermögens die über 400 Seiten des Werkes zu lesen, aber dies wird belohnt mit einem tiefen Einblick in zum einen therapeutische Praxis und zum anderen eine Krankheit, die noch immer das Stigma des Versagens auf der Seele der Betroffenen hinterlässt. Neben mehr theoretischen Inhalten finden sich ungemein viele hilfreichen Denkansätze, Arbeitsmaterialien und praktisch umsetzbare Hilfestellungen, die das Buch zu einem wahren Fundus an Werkzeugen zur Bewältigung von Depressionen machen. Der Klappentext besagt zurecht: „Ein umfassendes Standardwerk zur Depressionstherapie“

Zum Buch: Die Klebebindung des Taschenbuches lässt leider v.a. im vorderen Bereich sehr zu wünschen übrig. Kartonierung und Papierqualität sind gut. Das Schriftbild ist teils etwas lieblos gehalten und recht klein gesetzt. Offenbar hat man sich beim Satz gedacht: wissenschaftliche Text müssen einfach schwer lesbar sein – leider.

Buchdaten :

  • Titel: „Kognitive Therapie der Depression“
  • Autor(en): Aaron T. Beck et al.
  • Taschenbuch: 415 Seiten
  • Verlag: Beltz
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3407220235
  • ISBN-13: 978-3407220233
  • Größe und/oder Gewicht: 21,1 x 13,4 x 2,4 cm

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