Neandertaler, Antimateriewesen und Zeitreisen…

By | 17. August 2014

Menschheit am Abgrund - Perry-Rhodan-Silberband„Totalitäre Herscher, die aus Gründen der politischen Zweckmäßigkeit und der Massenverdummung genügend Intelligenz und psychologisches Einfühlungsvermögen aufbrachten, um so lange wie möglich den Anschein einer gewissen persönlichen Freiheit ihrer Bürgerschaft zu wahren, wurden in dem Augenblick gnadenlose Bestien, sobald ihre Macht gefährdet war.“ (S.47)

Zum Inhalt:

Seit der Uleb Bedrohung sind 993 Jahre vergangen und Rhodan findet sich in einem politischen Ränkespiel rund um die Wahl zum Großadministrator des Solsystems wieder. Die Solare Abwehr (SolAb) findet stets neue Hinweise, dass es Machtblöcke in der Galaxis gibt, denen die Terraner unter Rhodan ein Dorn im Auge sind. Allen voran Kaiser Dabrifa, die Zentralgalaktische Union und der Carsualische Bund. Inmitten dieser Entwicklungen stoßen Geologen auf Terra unter dem Meeresgrund auf eine versteckte Hochenergieanlage der Lemurer, in der, konserviert in einer Stasiskapsel, ein Abkömmling der Neandertaler gefunden wird. Lord Zwiebus, wie er kurzerhand genannt wird, kann von den Automatismen der Lemureranlage wiederbelebt werden und entwickelt sich zu einem erstaunlich agilen Begleiter der Terraner.

Durch den Einsatz eines siganesischen SolAb-Teams können die Angriffspläne Dabrifas und seiner Verbündeten auf das Solsystem entdeckt werden. Rhodan ruft, um einen terranischen Bruderkrieg zu vermeiden, den Plan „Laurin“ aus. Dies hat zur Folge, dass das gesamte Solsystem mittels eines ATG-Feldes (Anti-temporales-Gezeitenfeld), welches schon von den Uleb her bekannt ist, 5 Minuten in die Zukunft versetzt wird und so dem Angriffen der Gegner entzogen wird.

Zur Versorgung des Solsystems wird die „Straße der Container“ eingerichtet, welche immer wieder Ziel von Anschlägen und Geheimdienstaktivitäten ist. In Patriarch Anson Argyris hat Rhodan jedoch einen würdigen Vertreter in der Realzeit zur Überwachung des Nachschubs und der Wahrung der Interessen der Terraner geschaffen. „Geschaffen“, da es sich bei Argyris um einen sehr weit entwickelten Spezialroboter der Vario 500 Klasse handelt, wovon aber nur eine Hand voll Vertrauenswürdiger wissen. Argyris kann so wie ein Patriarch auf Olymp unerkannt regieren, von allen als Terraner anerkannt.

Einen empfindlichen Schlag versetzt der Menschheit der Verrat des SolAb-Spezialisten Nos Vigeland. Dem Etruser gelingt es die durch die Second Genesis Krise angeschlagenen Mutanten hinters Licht zu führen und ihnen den Tod zu bringen, um so an ihre Zellaktivatoren zu gelangen. Er erhofft sich durch diese einen Führungsposition im Crasualschen Bund zu erkaufen. (In diesem Zusammenhang berichtet Atlan im Silberband zusammenfassend über die First Genesis Krise, welche in den Heftromanen sehr viel ausführlicher beschrieben wird.)

‚Eine neue Partei kommt mit der Piratin Tipa Riordan ins Spiel, deren Absichten anfangs durchaus nicht einordenbar scheinen. Ihr Verhalten wirkt sehr verstörend, doch ihre Handlungen zeugen davon, dass sie eindeutig auf Seiten Rhodans zu agieren gedenkt.

Das Verschwinden eines Großteils der Mutanten, welche der Menschheit in der Vergangenheit unschätzbare Dienste erwiesen hatten, wäre an sich schon schwer genug zu verkraften, aber immer öfter werden nun Gerüchte über mental destabilisierte Kolonien vernommen. Aus alle den Hinweisen, Geschichten und „Hören-Sagen“-Berichten kristallisiert sich heraus, dass es die Terraner mit einem Mutanten nie geahnter Macht zu tun bekommen werden, dessen Hass auf die Menschheit scheinbar keine Grenzen kennt. Für Rhodan und seine Vetrauten verdichtet sich die Theorie, dass es sich um das Kind des ehemaligen Mutanten Kitai Ishibashi und der Anti Tatstun Governy handelt, der den Namen Ribald Corello trägt. Corello zieht auf der Suche nach dem verhassten Rhodan eine Schneise der Verwüstung durch die bekannte Galaxis.

Spannend gestalltet sich die Begegnung der Terraner, sowie anderer Intelligenzen der Galaxis auch mit den Antimaterieraumern der Accalauries, Wesen aus einem Antimaterieuniversum, deren Absichten in der Heimatgalaxis der Terraner noch nicht zur Gänze geklärt werden können.

Fazit:

Mit Band 45 beginnt der „Cappins-Zyklus“ in der Silberbandreihe. Man merkt, dass die umfangreiche Geschichte aus den Heftromanen den Band zu sprengen drohte und einige Kürzungen und Korrekturen vorgenommen werden mussten, worauf Redakteur Horst Hoffmann auch im Vorwort eingeht. Dies tut jedoch dem Lesefluß und der Dichtheit der Handlung keinen Abbruch. Aus meiner Sicht ist v.a. der Aufbau der Handlung rund um die Antimateriewesen, die Accalauries, ausgezeichnet gelungen. Als kleines Goodie habe ich die Notizen, die ich mir während des Lesens gemacht hatte als grafische Inhaltsangabe wieder im folgenden Link hinterlegt Grafische Inhaltsangabe Bd. 45 .

Zum Buch:

Wie bisher gewohnt ist auch dieser Band ausgezeichnet verarbeitet, optisch schön gestaltet und lässt in puncto Bindung, Druck und Papierqualität nichts zu Wünschen übrig. Die technischen Zeichnungen und Beschreibungen des Spezialroboters „Vario 500“ sind nicht nur gut gelungen, sondern tragen auch wesentlich zum Verständnis dieser von den Terranern genutzten Technologie bei.

Buchdaten:

  • Titel: “Menschheit am Abgrund”
  • Gebundene Ausgabe: 426 Seiten
  • Verlag: Verlagsunion Erich-Pabel – Arthur Moewig KG, Raststatt; 2. Aufl. 1993
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-8118-2064-8
  • Größe und/oder Gewicht: 19,7 x 13,2 x 4,5 cm

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