Ostwärts…

By | 17. Juni 2013

“Der Herr der Ringe – Viertes Buch – Der Ring geht nach Osten” – J.R.R. Tolkien„Der Rest dieser Wanderung war der Schatten einer wachsenden Furcht, bei der die Erinnerung nichts finden konnte, das sie begründete.“ (S.43)

Zum Inhalt: Das Ziel Frodos und seines treuen Gefährten Sam steht unverändert fest: der Schicksalsberg. Doch keiner der beiden Wanderer hat auch nur die geringste Ahnung, wie es anzustellen sei, unentdeckt dorthin zu gelangen. So stolpern sie durch eine immer düsterer werdendes Land vorwärts in Richtung Mordor, sich dessen gewahr, dass ihnen jemand auf den Fersen ist. Dieser Jemand ist Gollum, dem schon Gandalf in Moria eine entscheidende Rolle in dieser Geschichte nicht absprechen wollte.
Um wieder einigermaßen ruhig schlafen zu können, entschließen sich Frodo und Sam den Quälgeist gefangen zu nehmen. Aus den wirren Aussagen Gollums können die beiden erkennen, dass er diesen Teil Mittelerdes aufgrund seiner Flucht aus der Gefangenschaft in Mordor gut zu kennen scheint. Es wird, gegen den Einspruch Sam’s, ein Pakt geschlossen, bei dem sich Gollum, im Gegenzug für seine Freilassung, verpflichtet die Hobbits nach Mordor zu führen. Doch stellt sich heraus, dass der direkte, ursprünglich eingeschlagene Weg durch das schwarze Tor nicht gangbar ist, wodurch nur die verborgenen Treppe von Cirith Ungol als Alternative übrig bleibt.
Auf dem Weg dorthin treffen die drei auf Faramir, den Heermeister Gondors, und seine Mannen. Dieser ist keineswegs erfreut über die Pläne der Hobbits, erweist sich jedoch gegenüber der Beeinflussung durch den einen Ring als wesentlich widerstandsfähiger als sein Bruder Boromir, von dessen Tod die Hobbits erst jetzt erfahren. Während des Aufenthalts bei Faramir lernen sich Frodo, Sam und dieser außergewöhnliche Kriegsheer besser kennen und es entwickelt sich eine von gegenseitigem Respekt und Achtung  geprägte Beziehung. Durch die Unterredungen mit Frodo und Sam wird sich Faramir der Wichtigkeit der Mission des jungen Hobbit bewusst, was ihn dazu veranlasst die Wanderer nach seinen Möglichkeiten zu unterstützen.
Smeagol führt die beiden Hobbits auch tatsächlich über die Treppe von Cirith Ungol in die Nähe des stets bewachten Übergangs nach Mordor, doch hat er seine eigenen Pläne an den Schatz zu gelangen, den Frodo trägt. Ein zentraler Mitspieler in diesem Plan ist Kankra, eine Spinnenwesen, dass stets hungrig in den Höhlen am Übergang nach Mordor auf Beute lauert. Nichts ahnend tappen die beiden Hobbits in die Falle dieser Kreatur und nur der beherzten Verteidigung Sam’s ist es zu verdanken, dass sie in die Flucht geschlagen werden kann, jedoch mit dem bitteren Beigeschmack Frodo vorher vergiftet zu haben, wodurch er leichte Beute eines Orktrupps wird.

Fazit: Nach “Der Hobbit” , “Der Herr der Ringe – Erstes Buch – Der Ring wandert” , “Der Herr der Ringe – Zweites Buch – Der Ring geht nach Süden” und „Der Herr der Ringe – Drittes Buch – Isengarts Verrat“ liegt in diesem Band der Fokus auf dem düsteren Weg den Frodo, Sam und ihr Gefährte wider Willen Smeagol /Gollum zu gehen haben. Neben den detaillierten Schilderungen der Welt durch die die drei mehr straucheln denn Wandern, versucht Tolkien die Charaktere der ungleichen Protagonisten herauszuarbeiten und den Widerstreit zwischen Gut und Böse v.a. in der Figur des Gollum darzustellen. Auch hier trifft man wieder auf die Aussage, die sich wie ein roter Faden durch die Erzählung zieht, dass kein Wesen von Grund auf Böse ist. Es sind stets die Entscheidungen, die es auf die eine oder andere Seite dirigieren.

Zum Buch: Der vorliegende Band ist Bestandteil einer siebenbändigen Schmuckausgabe des Klett-Kotta-Verlages. Sowohl der Schuber als auch die einzelnen Bände sind sehr aufwändig, durchgängig stimmig und optisch sehr sauber gestaltet. Die grafisch ansprechende Gestaltung setzt sich an den Deckelinnenseiten fort, auf denen verschiedene Karten aus der Erzählung aufgezeichnet sind – durchaus hilfreich, um sich bei den Reisen der Gemeinschaft rund um Frodo nicht zu verlieren ;-) . Die Bindung des Buchblockes ist ausgezeichnet, das Schriftbild ist zwar sehr eng – kleine Dickte –  gehalten jedoch gut lesbar. Das Papier ist angenehm dick, eher etwas grob und robust gehalten.

Buchdaten:

  • Titel: „Der Herr der Ringe – Viertes Buch – Der Ring geht nach Osten“
  • Autor: J.R.R. Tolkien
  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Klett Cotta
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-608-93320-4
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 13 x 2,2 cm

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