Rauhnächte, Zeitreisen und Kobolde…

By | 25. Oktober 2013

"ZeitenWende" - Rudolf Bulant„Von unserer modernen Wissensgesellschaft wird keine Abweichung vom allgemein erwarteten Verhalten toleriert.“ (S.319)

Zum Inhalt: Neun Texte sind es, in denen Rudolf Bulant einer seiner Lieblingsideen nachgeht: „Es gibt viel mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als wir uns vorstellen können.“ (Klappentext). Der Leser wird zumeist in einer realen Situation abgeholt, dann jedoch in einer – so könnte man fast sagen – geführten Meditation lesend auf eine Reise geschickt, aus der er am Ende der Texte unversehens wieder in seiner Realität ankommt.
Auf eben diesen wendungsreichen Reisen ergibt sich oft die Gelegenheit starre Denkschemata abzulegen und zumindest für eine gewisse Zeit mögliche Weltinterpretationen zuzulassen, die ansonsten allzuoft der Zensur unserer sogenannten Vernunft zum Opfer fallen. Bulant stellt nicht selten implizit die Frage „Was wäre wenn…?“ in den Raum und die möglichen Antworten darauf sind durchwegs einer nähere Betrachtung wert. So geht es z.B. in der Geschichte Sternensamen vordergründig, um eine Art SciFi-Szenario.Die eigentliche Frage ist jedoch eine viel tiefgreifendere: welchen Wert legen wir auf wirkliches Zuhören, Empathie und Wertschätzung in unseren Gesprächen.
Weitab von populistischen, technikfeindlichen Naturutopien entwirft der Autor Szenerien, die gedankliche Türen aufstoßen, so der Leser dies zulässt.

Fazit: Der Schreibstil Rudolf Bulants entwickelt sich stetig weiter. Dies ist aus den bisher von mir gelesenen Texten des Autors („Sonnenwende“, „Magische Weine – Kurzgeschichten““Zwischenwelt: Taaffeite” ) gut erkennbar. Seine bodenständig geerdete Art der Wortwahl, gepaart mit viel persönlichem Charme machen den Reiz seiner Erzählungen aus. Eine Voraussetzung beim Leser muss jedoch gegeben sein: offen für Ideen und Betrachtungsweisen der als selbstverständlich hingenommenen Umwelt zu sein, wobei diese teils weit abseits der alltäglichen Allgemeinposten unserer Welterklärungen liegen.

Zum Buch: Wie auch schon bei dem letzten Buch aus Bulant’s Feder „Sonnenwende“ ist auch dieses sehr liebevoll gestaltet. Die illustrierenden Fotografien bereichern den Text, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Satz und Typografie sind ansprechend und die Verleimung des Buchblockes, sowie die Papierqualität so, wie man es von einem guten Taschenbuch erwartet.

Buchdaten:

  • Titel: „Zeitenwende“
  • Autor:Rudolf Bulant
  • Taschenbuch: 86 Seiten
  • Verlag: Berger & Söhne, Ferdinand (15. Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3850286134
  • ISBN-13: 978-3850286138

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One thought on “Rauhnächte, Zeitreisen und Kobolde…

  1. Rudolf Bulant

    Hallo, nochmals vielen Dank für den brillant verfassten Blog ! Ich habe das schlaue PDF file inzwischen an alle großen Tageszeitungen weitergeleitet. Bin neugierig ob es funktioniert.

    Liebe Grüße

    Rudi

    Reply

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