Ritter, Tod und … Rezension zu „Huttens letzte Tage“ – Conrad Ferdinand Meyer

By | 8. September 2018

Ritter, Tod und ... Rezension zu „Huttens letzte Tage“ – Conrad Ferdinand Meyer„Erkaufen Gold und Silber Seelenheil,
So steht es bald auf allen Märkten feil.

Die Ware wird von Jung und alt gesucht,
Und der arme Schlucker bleibt verflucht.“ (S.17)

Zum Inhalt:

Es sind 8 Kapitel und 71 Strophen in denen Conrad Ferdinand Meyer einen lyrischen Abgesang für den Ritter Ulrich von Hutten intoniert. Hutten, von schwerer Krankheit gezeichnet, zieht sich auf die abgelegene Insel Ufenau, einem idyllischen Eiland im Zürichsee, zurück, um die ihm noch verbleibende Zeit dort in Würde zu verbringen, eine Retrospektive seines Lebens haltend.

Stets war er erklärter Gegner des Papsttums und glühender Verteidiger der Reformation. So zieht der Ritter ein vielschichtiges Resümee in dem der keinen Zoll von seinen innersten Überzeugungen abgeht, den eingeschlagenen Lebensweg rekapitulierend, einer Zeit eingedenk in der es »eine Lust war, zu leben«!

Fazit:

Mit „Huttens letzte Tage“ gelang es Conrad Ferdinand Meyer sich als Literat endgültig Gehör zu verschaffen und zu etablieren. Wie in vielen seiner Werke beschäftigt Meyer auch in der Person Huttens, „die Spannungen zwischen Leidenschaft und Gerechtigkeit, zwischen Macht und Pflicht, Leidenschaft und Gesetz, zwischen Politik und Gottesdienst, Diesseitigkeit und frommer Ergebung, die für ihn weitgehend zusammenfallen mit dem Gegensatz von germanischem und romanischem, südlich-heiterem und nördlich-vergrübeltem Wesen, von Renaissance und Reformation.“1)

Zum Buch:

In bester gediegener Insel-Bücherei-Manier präsentiert sich dem bibliophilen Leser der hübsche Lyrikband mit festen, ästhetisch ansprechend gestalteten Buchdeckeln, einer fein ausgeführten Fadenheftung und wunderschöner Typografie. Bis auf die klaren Überschriften der acht Kapitel ist der Text aus der Fraktur gesetzt und diese wiederum in einer ausgezeichnet lesbaren Größe realisiert. Ein gelungenes Beispiel wie Inhalt durch typografische Kunst noch dezent unterstrichen werden kann.

Buchdaten:

  • Titel: „Huttens letzte Tage“
  • Autor: Conrad Ferdinand Meyer
  • Umfang: 88 Seiten
  • Verlag: Insel Bücherei; Inselverlag Nr. 300; Erstauflage
  • Sprache: Deutsch
  • Größe: 18,5 x 12 x 0,8 cm

1.) Quelle: https://www.deutschland-lese.de/index.php?article_id=597

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