Robinsonade – Rezension zu „Vermißt am Rio Tefé“ – Alexander Kröger

By | 21. Juli 2018

Robinsonade – Rezension zu „Vermißt am Rio Tefé“ – Alexander Kröger„Es ist noch viel Sinnvolles zu tun auf der Erde, man sollte das Unsinnige lassen.“ (S.168)

Zum Inhalt:

Der Absturz eines experimentellen Flugzeuges samt seiner zukunftsweisenden Bordelektronik, einem – in Grenzen – selbstlernenden Computer, sowie einem technischen Kapazunder von Piloten Jonathan McLand mitten im Urwald, wäre an sich noch nicht sonderlich erwähnenswert, oder würde die örtlichen Behörden animieren dem nachzugehen. Zu groß das Gebiet eines von Leben pulsierenden Grüns, welches jede Technik, jede Zivilisation binnen kürzester Zeit einfach überwuchert, verschlingt und somit der Vergessenheit anheim fallen lässt.

Nachdem jedoch auffällig viele Menschen im Dschungel von einem „Ungeheuer“ getötet werden muss dem Nachgegangen werden. Eine überschaubare Truppe wird ausgeschickt die Stellen der letzten Morde zu untersuchen. Nat, ein überlebender eines Angriffs der Kreatur und ehemaliger Glücksritter in Sachen illegaler Edelholzbeschaffung, führt die Männer und Frauen zum Ort des Geschehend inmitten des Regenwaldes. Es werden Spuren gelesen, Spekulationen angestellt, Pläne geschmiedet und wieder verworfen, wo man den und vor allem was man suchen soll.

Licht in das Dickicht all dieser Überlegungen bringt erst die Entdeckung der Tagebuchaufzeichnungen des Bruchpiloten. Was dort allerdings zu erfahren ist, lässt auch die hartgesottensten Mitglieder des Suchteams nicht kalt. Der Überlebenskampf des Jonathan McLand, seine durch zahlreiche Unbilden geschärfte Sicht auf den Wert von Leben und sein eiserner Wille, sowie sein Vermächtnis ringen den Männern und Frauen größten Respekt ab, ohne dabei zu vergessen, dass noch immer eine tödliche Gefahr scheinbar auf dem Pfad einer Vendetta Schneisen durch den Dschungel zieht…

Fazit:

Der zentrale Teil der Erzählung wurde von Alexander Kröger in Form einer Robinsonade angelegt. Hinzu kommt noch ein Aspekt, der in den Werken des Autors immer wieder thematisiert wird, der Umgang der modernen Zivilisation mit dem was wir oft mit dem Schlagwort Umwelt zusammenfassen. Beinahe ist ein Animismus in den Text eingewoben, der in der ein oder anderen Szene etwas zu schmalzig wirkt.

Die mangelnde Realitätsnähe einer Handlung, die ansonsten den Versuch unternimmt möglichst nahe an den Freveln der Neuzeit in Sachen Urwaldrodung und Holzschwarzmarkt zu bleiben kann man mit einem zugedrückten Auge durchwegs links liegen lassen. Dennoch handelt es sich in der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) bisher um den inhaltlich wie stilistisch „dünnsten“ Band – zumindest aus meiner Sicht.

Zum Buch:

Nachdem es sich bei Band 11 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen.

Buchdaten:

  • Titel: „Vermisst am Rio Tefé
  • Autor: Alexander Kröger
  • Umfang: 219 Seiten
  • Verlag: Edition SolarX; 1. überarbeitete Auflage 2018
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3-8118-2031-9
  • Größe: 19,5 x 13,8 x 1,4 cm

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