SF-Kaleidoskop – Rezension zu „Meuterei auf Titan“ von Hrsg. Peggy Weber-Gehrke

By | 6. Januar 2018

SF-Kaleidoskop - Rezension zu „Meuterei auf Titan“ von Hrsg. Peggy Weber-Gehrke„Geschichte ist nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft.“ (S.215)

Zum Inhalt:

Die 29 Texte unterschiedlichster AutorInnen aus der SciFi resp. Phantastik streifen einen Großteil der klassischen Kernthemen des Genres. Seien es nun Zeitreisen (z.B. „Omega4“ – Frank Lauenroth, „Das letzte Mammut“ – Norbert Fiks) und deren Implikationen, die Auswirkungen von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz (z.B. „Fast ein Paradies“ – Irene Maschke, „21st Century Factoid Man“ – Tobias Reckesmann), ebenso wie das schier unerschöpfliche Feld des Umgangs mit außerirdischen Technologien und Intelligenzen (z.B. „Terra Barbarica – Julia Annina Jorges, „Paul Hanneder“ – Rico Gehrke).

Wie verflochten Menschen trotz ihres Fernwehs zu den Sternen mit ihrem Heimatplaneten sein können / werden klingt in lyrischer Metapher in der „Ballade von König Cofalbulme“ als Intro an. Wie sich potentielle extraterrestirsche Lebensbereich dem Menschen erschließen oder aber auch verweigern können damit beschäfitgen sich z.B. Erzählungen wie Paul Hanneders „Anpassungsfähigkeit“ und „Eifersucht“ oder Peggy Weber-Gehrkes „Berg,Sumpf und Dschungel“). Und dass trotz allen Fortschrittes der Mensch doch stets sich und seine Unzulänglichkeiten mitnimmt arbeitet Sven Svensons „Neue Welten“ gezielt heraus.

Fazit:

Bestechend an diesem Band mit dem Untertitel „2016´ COLLECTION OF SCIENCE FICTION STORIES“ ist der breite Bogen an Autoren und Themen den die Herausgeberin hier in einem Kaleidoskop der Phantastik zusammengestellt hat. Zwangsläufig gibt es dabei Kurzgeschichten, die den einen oder anderen Leser mehr und andere die ihn weniger ansprechen werden. Zweifelsohne jedoch versucht jeder Erzähler, jede Erzählerin sich auch profunde und eloquente Art und Weise mit dem gestellten Thema auseinanderzusetzen. Es entstehen dadurch gewagte Denkansätze, teils schräge Gesichtspunkte, die eine neue Optik erlauben, ebenso klassisch solide SF-Geschichten mit hohem Unterhaltungswert.

Zum Buch:

Für die ansehnliche Stärke von 618 Seiten ist das Buch ausgesprochen stabil verleimt, auch tragen die imprägnierten Buchdeckel, sowie der ebenso ausgeführte Rücken zu einem wertigen Eindruck bei. Typografische Gestaltung wird sparsam eingesetzt und stört in keinster Weise den Lesefluss. Die Haptik des Bedruckstoffes ist angenehm und der Druck schön ausgeführt, was sich auch in der wenigen schwarz-weiß Drucken am Ende des Bandes positiv niederschlägt. Die Wahl des Coverbildes ist Geschmackssache, meinen hat es nicht getroffen – zu stereotyp sexistisch aus meiner Sicht –, aber dies tut der Qualität der Erzählungen zum Glück keinen Abbruch 😉 .

Buchdaten:

  • Titel: „Meuterei auf Titan“
  • Hrsg: Peggy Weber-Gehrke
  • Umfang: 618 Seiten
  • Verlag: Verlag für Moderne Phantastik Gehrke; Auflage: 1 (2017)
  • Sprache: Deutsch
  • SBN-13: 978-3-9818752-0-1
  • Größe: 19,5 x 12,5 x 4,4 cm

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