Sozialentropie

By | 10. Juni 2012

"Der Elfenbeinturm" - Herbert W. Franke„Van Steen: Eine Welt von Genies wäre zum Untergang verurteilt. Genius verträgt ein Gemeinwesen nur in äußerst verdünnter Dosis. “ (S.123)

Zum Inhalt:

Der perfekte, durchorganisierte Staat als ein sich verselbständigendes Konstrukt, dem der Einzelne auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist; oder sich um der Bequemlichkeit ausgeliefert hat. Dies ist nicht gerade neu als Idee, zugegeben. Aber… was würde aus Menschen werden, die diesen Staat stürzen wollten, deren Plan aber nicht gelingt; und sie sich gezwungen sähen zu fliehen. Nicht nur eine Hand voll Gesetzloser; nein eine scheinbare Elite der menschlichen Entwicklung… in einem Raumschiff. Was wäre, wenn sie angekommen auf einem Planeten einen passablen Start ihrer neuen Gesellschaft hinbekämen, aber letzten Endes erkennen müssten, dass sie allem entfliehen konnten, nur nicht ihrem Mensch-Sein.

Fazit: Franke, einer der Altmeister der SF, beleuchtet einen Aspekt, der oftmals in den platten SF-Geschichten vergessen wird: was wird aus den „Helden“, nachdem sie ihren Fesseln, einer Bedrohung, den Fährnissen entkommen sind. Kann der Mensch letztendlich seiner in ihm verwurzelten Kultur entfliehen… ein sehr lesenswerter Denkansatz, wert sich damit auseinanderzusetzen.

Zum Buch : Gut verarbeiter und verleimter Buchblock, stabiles Papier, sowie sauberer Druck zeichnen das kleine Buch aus.

Buchdaten:

  • Titel: „Der Elfenbeinturm“
  • Autor: Herbert W. Franke
  • Taschenbuch: 165 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518065793

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