Tag Archives: Erzählung

Akkorde und Disharmonien – Rezension zu „Die Grasharfe“ – Truman Capote

„Über was man spricht, darauf kommt es kaum an, nur auf das Vertrauen, mit dem es gesagt wird, und auf das Wohlwollen, mit dem es aufgenommen wird.“ (S.319) Zum Inhalt: Collin Fenwick ist mittlerweile erwachsen. Und an einigen der Erlebnisse, die ihn trotz seines Handicaps als Waise aufzuwachsen, zu dem machten was er heute ist, lässt er den… Read More »

Vom äußeren Wettstreit und inneren Frieden

„Alles an ihm war alt, bis auf die Augen, und die hatten die gleiche Farbe wie das Meer und waren heiter und unbesiegt.“ (S.8) Zum Inhalt: Der kubanische Fischer Santiago, dessen beste Jahre schon hinter ihm liegen, hat eine 84 Tage währende Durststrecke hinter sich, während der er vergeblich versuchte dem Meer Nahrung und somit auch Unterhalt für… Read More »

Wider die Bevormundung der Poesie durch die Religion

„…; denn wenn die himmlischen einmal Zuckerzeug backen, so gerät es zur Süße.“ (S.35) Zum Inhalt: Angesiedelt in der Spätantike schildert „Eugenia“ die gesellschaftliche wie auch religionsphilosophische Odyssee der gleichnamigen Römerin hin zu einer geläutertern Beziehung zu dem von ihr geliebten Prokonsul Aquilinus unter dem Stern christlicher Wertvorstellungen von Liebe und Treue. Das Mittelalter bietet den zeitlichen Rahmen der… Read More »

„Wirtshaus Zum Müden Gaul“ – Rezension zu „Vom Himmel hoch“ von Gerhard Branstner

„Das Selbstverständliche aber ist ohne Reiz. Deshalb sollte man nichts als selbstverständlich nehmen. Ich halte es geradezu für die oberste Regel der Lebenskunst, alles im Leben, das Große, wie das Kleine, so lange zu drehen und zu wenden, bis wir etwas ganz Unselbstverständliches aus ihm herauszuholen vermögen. Erst dann genießen wir das Leben vollständig.“ (S.79) Zum Inhalt: Sie… Read More »

Lebenslinien

„Ein Mensch kann nicht überall daheim sein, zu Hause wohl, aber nicht daheim.“ (S.7) Zum Inhalt: Stark selbstbeobachtend nimmt der Erzähler den Leser bereits von der ersten Zeile an mit in (s)eine Lebensgeschichte, die mit dem überraschenden Erhalt eines ansehnlichen Geldbetrages und dem Erwerb eines kleinen Grundstückes einen Ankerpunkt findet, von dem aus ein Lebensherbst seinen Ausgang nimmt.… Read More »

Flüchtlingsdrama

„Sie schienen ihm wie Kinder, die Schmerzen haben und sich wundern, daß ihr Vater ihnen nicht helfen will“ (S.46) Zum Inhalt: Ein handvoll friesischer Mennoniten gründete vor einigen Generationen in den abgelegenen russischen Wäldern eine für sich bleibende, streng religiös orientierte Gemeinschaft, die in ihrer Einfachheit den Mitgliedern ermöglichte zum einen ihren Glauben zu leben, zum anderen ein… Read More »

Aus der Dunkelheit gerissene Bilder sinnlosen Sterbens…

„Und der Mut ist so müde geworden und sie Sehnsucht so groß.“ (S.7) Zum Inhalt: Ausgehend von einem Dokument einer Besitzübertragung von Christoph Rilke – im Türkenkrieg gefallen – auf seinen Bruder Otto von Rilke schildert der Autor in fast filmischen Szenen resp. literarischen Bildern zum einen den Stolz des zum Cornet beförderten von Langenau, den dieser in… Read More »

Stiller Tiefgang…

„Maus, wo hast du deine Krallen? / Ach die sind mir abgefallen. /…. “ (S.37) Zum Inhalt: Es ist nicht aufregend, das Leben des Oswald Gabriel, von seinen Kollegen auf der Arbeit auch „Onkel Gabi“ genannt. Zufrieden mit wenig, in sich ruhend möchte man meinen, verrichtet er seine Tätigkeit als „Hilfskraft“ in einem Klinikium. Ein wortkarger Hühne ist… Read More »

Herausragende österreichisch-ungarische Erzählkunst

Zum Inhalt: In diesem Band sind sämtliche Erzählungen Joseph Roths zusammengestellt und ermöglichen dem Leser einen breit gefächerten Überblick durch das Erzählwerk eines der „größten Schriftsteller, den Österreich je hervorgebracht hat.“ (Andre Heller). Minutiös, teils liebevoll, teils mit realistischer Härte schildert Roth v.a. Lebensgeschichten und -schicksale von einfachen Menschen. Solchen die an der Geschichte scheitern und solche die… Read More »