Tag Archives: Gedichte

Alltagsminiaturen – Rezension zu „Lebenslang“ – Günter Grass

„nur Vorwand sind meine Fundsachen, denn was ich suche, bleibt unbestimmt.“ (S.7, Lebenslang) Zum Inhalt: Miniaturen hält Günter Grass in den verbalakrobatischen Wortkondensaten fest, Alltägliches lyrisch bannend wie ein Standbild, welches der Leser sich alle Zeit nehmend betrachten kann. Blickwinkel verändernd, Schlagschatten nachwandernd kann man sich in den Wortbildern verlieren die sowohl abschreckend simpel, als auch metaphorisch bis… Read More »

Lyrik einer Suchenden – Rezension zu „Gedichte“ von Gertrud von le Fort

„Wie traumhaft wird der Tag – wie taghaft sind die Träume!“ (S.10) Zum Inhalt: Auf den Seiten des 580. Bandes der Insel-Bibliothek kommt eine Lyrikerin zu Wort deren glaubensinhaltliche Sinnsuche sich in ihrem gesamten schriftstellerischen Schaffen kennzeichnend niederschlägt. So auch in dem vorliegenden Gedichtband, welcher in 7 lose textuelle Bündel über 40 Gedichte vereint. Intensivstes Streben nach christlich… Read More »

Nebelwehend – Rezension zu „Lyrische Gedichte“ von Nikolaus Lenau

„O Menschenherz was ist dein Glück? Ein rätselhaft geborner, Und, kaum gegrüßt, verlorner, Unwiederholter Augenblick.“ (S.69, „Ein Blatt Strophen und Zeilen“) Zum Inhalt: Nikolaus Lenau (* 13.08.1802 Csatád / Ungarn †22.08.1850 Oberdöbling bei Wien) hinterlies ein vielschichtiges und durchwachsenes lyrisches Werk, aus welchem der Schriftsteller Albrecht Schaeffer im vorliegenden Band aus der Insel-Bücherei versucht einen einigermaßen repräsentativen Querschnitt… Read More »

Rilke-Kaleidoskop – Rezension zu „Der ausgewählten Gedichte anderer Teil“ von Rainer Maria Rilke

„Durch einen Riß im Schicksal, eine Lücke entzogst du deine Seele deiner Zeit;“ (S.57) Zum Inhalt: Katharina Kippenberg (* 1. Juni 1876 in Hamburg; † 7. Juni 1947 in Frankfurt am Main) war Rainer Maria Rilke schon durch ihre literarische Tätigkeit zu Lebzeiten eng verbunden, wobei sich ihre profunde Kenntnis des Autors auch in der Auswahl der Gedichte… Read More »

Liebe erdet…

„Liebe ist eine Reise.“ (Pos. 79) Zum Inhalt: Es startete als Gemeinschaftsbuchprojekt, initiiert von Madame Missou zu einem Thema zu dem sicherlich jede/r etwas zu berichten, zu sagen oder vielleicht sogar niederzuschreiben hat. Die Idee ließ sodann eine Sammlung von 39 Sichtweisen zum Thema Liebe entstehen, die sowohl literarisch, wie auch inhaltlich einen schillernden Bogen spannen, wie die… Read More »

Naturbilder in zeitloser Lyrik

„Die goldne Schrift glänzt auf, – ich kann sie lesen! Luft, Feuer, Wasser, Stein, mein eignes Wesen…“ (S.15) Zum Inhalt: Hans Carossa war Arzt mit einer profunden naturwissenschaftlichen, seiner Zeit entsprechenden Ausbildung, was sich in den poetischen Bildern in seiner Lyrik widerspiegelt. Ein immer wiederkehrendes Motiv in den 42 Texten ist das Eingebundensein des Menschen in einen größeren… Read More »

Lyrik für die Stereobrille

„Von den Titeln zu den Gedichten ist der Weg, den zu gehen wir die Leser dieses Buches einladen“ (S.220) Zum Inhalt: Nach der Lektüre der ersten Gedichte in diesem Band war ich zugegeben etwas enttäuscht und dachte mir, dass ein reines Herunterbrechen von prosa-ähnlichen Sätzen in die Form eines Gedichtes noch lange keine Lyrik entstehen lässt; bis mir… Read More »

Spielarten der Zeit

„Wieviel Schönheit ist auf Erden unscheinbar verstreut;“ (S.32) Zum Inhalt: Der kleine Lyrikband aus dem Inselverlag enthält Gedichte Morgensterns, von denen ein Teil der Sammlung „Melancholie“, ein anderer dem Kinderliederbuch „Klein Irmchen“ entnommen wurde. Die ansonsten noch eingeflochtenen Texte stammen aus dem Nachlass des 1914 in Meran verstorbenen Poeten. Morgenstern, der zumeist mit humoristischen Lyrikversatzstücken in Zusammenhang gebracht… Read More »