Tag Archives: Insel-Bücherei

Unstet – Rezension zu „Über die Frauen“ von Bernard Shaw

„Keine Frau ist das Eigentum eines Mannes. Eine Frau gehört sich selbst und niemand sonst.“ (Der Liebhaber) (S.43) Zum Inhalt: Eine Vielzahl von Aphorismen aus dem Œuvre Bernard Shaws hat Karlheinz Braun in dem kleinen Bändchen zusammengestellt und führt den Leser – auf diese Weise fokussiert auf das Titelthema – durch einen kaleidoskopischen Reigen an bunten Facetten die… Read More »

Besinnung – Rezension zu „Es kommt ein Schiff -Gedichte und Bilder zu Weihnachten“

„Mehr konnte die Welt für den Christ nicht tun“ (Die gute Nacht – Bertold Brecht, S.45) Zum Inhalt: Gottfried Natalis hat auf 52 Seiten ein kaleidoskopartiges Kondensat weihnachtlicher Stimmungen arrangiert, welches geschriebenes Wort auf filigrane Art und Weise kombiniert mit bildlicher Expression. Einer farbigen Ausdrucksweise in der sich durch die Epochen hinweg Künstler an der Aufgabe der tiefgründigen… Read More »

Gedankliche Brotkrumen – Rezension zu „Aphorismen“ – Georg Christoph Lichtenberg

„Daß in den Kirchen gepredigt wird, macht deswegen die Blitzableiter auf ihnen nicht unnötig.“ (S.65) Zum Inhalt: Georg Christoph Lichtenberg (* 1.7.1742 Oberramstadt bei Darmstadt, † 24.2.1799 Göttingen) sammelte zeitlebens in seinen »Sudel-«,»Schmier-« und »Gedankenbüchern«1) Ideen, Geistesblitze, bruchstückhafte und komplexere Exzerpte. Der Fundus reicht dabei von beinahe als banal zu titulierenden Alltäglichkeiten bis hin zu pointierten Auseinandersetzungen mit… Read More »

Alltagsminiaturen – Rezension zu „Lebenslang“ – Günter Grass

„nur Vorwand sind meine Fundsachen, denn was ich suche, bleibt unbestimmt.“ (S.7, Lebenslang) Zum Inhalt: Miniaturen hält Günter Grass in den verbalakrobatischen Wortkondensaten fest, Alltägliches lyrisch bannend wie ein Standbild, welches der Leser sich alle Zeit nehmend betrachten kann. Blickwinkel verändernd, Schlagschatten nachwandernd kann man sich in den Wortbildern verlieren die sowohl abschreckend simpel, als auch metaphorisch bis… Read More »

Des Lebens Possierlichkeiten – Rezension zu „Bilderpossen“ – Wilhelm Busch

„Ja, ja in diesem Topf von Stein Da machte man den Peter ein, Der, nachdem er anfangs hart, Später weich wie Butter ward.“ (S.35) Zum Inhalt: Die Geschichten des Buches kann man mit dem Einleitungssatz des von Arthur Rümann (Kunsthistoriker und Kinderbuchforscher, *1888 – †1963) verfassten Nachwortes zeitlich wie folgt festmachen: „Die vier Bilderpossen des vorliegenden Bändchens sind… Read More »

Liebliche Sprachmelodie – Rezension zu „Alemannische Gedichte“ von Johann Peter Hebel

„Und wenn den amme Chrüzweg stohsch Und nümme weisch, wos ane goht, Halt still und frog die Gwisse z’erst, ’s cha dütsch, gottlob, und folg sim Rot.“ (S.68) Zum Inhalt: Volkstümliche Miniaturen sind es, die Hebels in den ausgewählten teils strophischen Texten im alemannischen Wortklang festhält. Bereits der erste ist Programm: „Die Wiese“ führt den Leser durch eben… Read More »

Frischer Lesewind – Rezension zu „Lob des Taifuns“ von Durs Grünbein

„Verbring ihn allein Diesen Tag – du wirst sehen, Wieviel länger er dauert.“(S.37) Zum Inhalt: Mit dem Band Nr. 1308 aus der Inselbücherei stellt Durs Grünbein alle vier in Haikus verfassten Tagebücher seiner Japan-Reisen zusammen: ein großer Schritt in der Geschichte der deutschsprachigen Haiku-Dichtung.“(S.115) Die in Deutsch und Japanisch dargebotenen Kurzgedichte, in enger Anlehnung an die und in… Read More »

Von Lebensmöglichkeiten – Rezension zu „Der Tor und der Tod“ von Hugo von Hofmannsthal

„Da tot mein Leben war, ist nun mein Leben, Tod!“ (S.30) Zum Inhalt: Claudio hat in seinem Leben viel erreicht, zumindest im materiellen Sinne. Er ist an einem Punkt angelangt, an dem er mit einem ernüchternden Kassensturz seines Daseins feststellt: „Es scheint mein ganzes, mein versäumtes Leben verlorne Lust und nie geweinte Tränen“ (S.8) In diese Szenerie hinein… Read More »

Vielgestaltig – Rezension zu „Liebesgedichte“ von Bertold Brecht

„… und ich verbeuge mich in den Wind“ (S.49) Zum Inhalt: Brecht „hinterließ mit über 2000 Gedichten und drei großen Lyriksammlungen eines der umfangreichsten und gewichtigsten lyrischen  Werke der deutschsprachigen Literatur des 20. Jh.s.“1), so kommentiert Kindlers Neues Literaturlexikon das Lyrische Werk Brechts. In dem vorliegenden Band werden thematisch zusammengestellt einige der Liebesgedichte Brechts vor den Vorhang dieser… Read More »

Schräge Träume -Rezension zu „Die träumenden Knaben“ von Oskar Kokoschka

„… und wieder fiel ich hin und träumte“ (S.33) Zum Inhalt: Im Band 1170 der Insel-Bücherei findet der Leser Oskar Kokoschkas Erstlingsdichtung „Die träumenden Knaben“, entstanden 1907/08 mit einer Widmung an Gustav Klimt. Der anschließende, ebenfalls in diesem Buch enthaltene Text „Der weiße Tiertöter“ , entstand 1908 und wurde erstmals 1918 in der Zeitschrift »Das Kunstblatt« publiziert. Der… Read More »