Tag Archives: Klassiker

Unstet – Rezension zu „Über die Frauen“ von Bernard Shaw

„Keine Frau ist das Eigentum eines Mannes. Eine Frau gehört sich selbst und niemand sonst.“ (Der Liebhaber) (S.43) Zum Inhalt: Eine Vielzahl von Aphorismen aus dem Œuvre Bernard Shaws hat Karlheinz Braun in dem kleinen Bändchen zusammengestellt und führt den Leser – auf diese Weise fokussiert auf das Titelthema – durch einen kaleidoskopischen Reigen an bunten Facetten die… Read More »

Frivoler Ruf nach Menschlichkeit – Rezension zu „Wendekreis des Steinbocks“ von Henry Miller

„Du lebst von den Früchten deines Handelns, und dein Handeln ist die Ernte deines Denkens.“ (S.298) Zum Inhalt: Mit „Wendekreis des Steinbocks“ schuf Henry Miller zusammen mit „Wendekreis des Krebses“ ein autobiografisches Werk, dem in den Kreisen seiner Verehrer beinahe religiöser Inhalt nachgesagt wird bzw. wurde. Dabei kamen auch Größen wie George Orwell oder Ernst Jünger an einer… Read More »

Besinnung – Rezension zu „Es kommt ein Schiff -Gedichte und Bilder zu Weihnachten“

„Mehr konnte die Welt für den Christ nicht tun“ (Die gute Nacht – Bertold Brecht, S.45) Zum Inhalt: Gottfried Natalis hat auf 52 Seiten ein kaleidoskopartiges Kondensat weihnachtlicher Stimmungen arrangiert, welches geschriebenes Wort auf filigrane Art und Weise kombiniert mit bildlicher Expression. Einer farbigen Ausdrucksweise in der sich durch die Epochen hinweg Künstler an der Aufgabe der tiefgründigen… Read More »

Gedankliche Brotkrumen – Rezension zu „Aphorismen“ – Georg Christoph Lichtenberg

„Daß in den Kirchen gepredigt wird, macht deswegen die Blitzableiter auf ihnen nicht unnötig.“ (S.65) Zum Inhalt: Georg Christoph Lichtenberg (* 1.7.1742 Oberramstadt bei Darmstadt, † 24.2.1799 Göttingen) sammelte zeitlebens in seinen »Sudel-«,»Schmier-« und »Gedankenbüchern«1) Ideen, Geistesblitze, bruchstückhafte und komplexere Exzerpte. Der Fundus reicht dabei von beinahe als banal zu titulierenden Alltäglichkeiten bis hin zu pointierten Auseinandersetzungen mit… Read More »

Alltagsminiaturen – Rezension zu „Lebenslang“ – Günter Grass

„nur Vorwand sind meine Fundsachen, denn was ich suche, bleibt unbestimmt.“ (S.7, Lebenslang) Zum Inhalt: Miniaturen hält Günter Grass in den verbalakrobatischen Wortkondensaten fest, Alltägliches lyrisch bannend wie ein Standbild, welches der Leser sich alle Zeit nehmend betrachten kann. Blickwinkel verändernd, Schlagschatten nachwandernd kann man sich in den Wortbildern verlieren die sowohl abschreckend simpel, als auch metaphorisch bis… Read More »

Gattungsschöpfer -Rezension zu „Utopia“ – Thomas Morus

„Zu den Göttern ist es von überallher gleich weit…“ (S.16) Zum Inhalt: Grobtextuell setzt sich Morus‘ staatsphilosophische Schrift aus 2 Teilen zusammen, wobei ersterer in einer Art Streitgespräch verpackt die Kritik an den Willkührlichkeiten europäischen Rechts-, Staats- und Gesellschaftssystemen übt, mit besonderem Augenmerk auf jene Englands, deren Zusammenhänge Sir Thomas More nur allzu gut bekannt waren. Im zweiten… Read More »

Traumrealitäten – Rezension zu „Das Rad der Zeit“ Bd. 3 „Die Rückkehr des Drachen“ von Robert Jordan

„Wir sind alle verwundbar im Schlaf, und der Schatten ist in der Nacht besonders stark.“ (S.99) Zum Inhalt: Die Fäden welche das Rad zum Gewebe der Zeit verspinnt, jenem, welches man Geschichte nennt, scheinen lockerer zu sein. Doch nur von außen betrachtet, reisen doch die ehemals aufs Engste zusammengeschweißten Gefährten oft allein. Allen voran Rand al´Thor, um seine… Read More »

Methodologie der Phantastik – Rezension zu „Lichtjahr 4 – Ein Phantastik Almanach“

„Seit Mythen aufgezeichnet werden hat sich der Mensch kaum verändert. Zwar wurden die gesellschaftlichen Verhältnisse seit der Urgesellschaft mehrfach revolutioniert, zwar findet sich in Weltanschauungen und Lebensweisen kaum noch vergleichbares zu früheren Jahrtausenden, aber die Biologie des Menschen, einschließlich seiner biologischen Physiologie ist weitgehend unverändert geblieben. Heute findet die Wissenschaft heraus, was in Mythen – außerwissenschaftlich – schon… Read More »

Akkorde und Disharmonien – Rezension zu „Die Grasharfe“ – Truman Capote

„Über was man spricht, darauf kommt es kaum an, nur auf das Vertrauen, mit dem es gesagt wird, und auf das Wohlwollen, mit dem es aufgenommen wird.“ (S.319) Zum Inhalt: Collin Fenwick ist mittlerweile erwachsen. Und an einigen der Erlebnisse, die ihn trotz seines Handicaps als Waise aufzuwachsen, zu dem machten was er heute ist, lässt er den… Read More »

Mondlichtminiaturen – Rezension zu „Bilderbuch ohne Bilder“ – Hans Christian Andersen

„Das Licht des Mondes entschleiert nicht jegliches Geheimnis der Sterblichen.“ (S.62) Zum Inhalt: 33 Kurz- und Kürzestgeschichten erzählt der Mond einem Maler, den die Muse allen Anscheins nach verlassen hat. Die Diskrepanz zwischen der starken inneren Empfindung und der Unfähigkeit diese auf die Leinwand zu bannen, lähmt den Künstler. Ihn aus dieser Starre zu befreien macht sich der… Read More »