Tag Archives: Klassiker

Der Schwaben sieben – Rezension zu „Das Abenteuer von den sieben Schwaben“ – Ludwig Aurbacher

„Gott verläßt keinen ehrlichen Schwaben nicht“ (S.17) Zum Inhalt: Ludwig Aurbacher lässt seine Leserschaft von der ersten Seite an spüren, aus welchem Holz seine Helden in dieser Erzählung geschnitzt sind: aus schwäbischem. Beinahe einem Banner gleich, welchem sie mit stolz folgen, tragen sie ihren Dialekt in alle seinen Facetten den Leser*innen zu Ohr. Als Schriftsteller erlangte Aurbacher durch… Read More »

„Des Glück is a Vogerl…“ – Rezension zu „Anleitung zum Unglücklichsein“ – Paul Watzlawick

„Wo kämen wir denn hin, wenn sich immer mehr Menschen davon überzeugten, dass ihre Lage hoffnungslos, aber nicht ernst ist?“ (S.26) Zum Inhalt: Humorvoll, aber nicht minder ernstzunehmend, wendet Pauk Watzlawick so ziemlich jeden Kunstgriff – oder sollte man sagen Untergriff 😉 – aus dem Methodenkoffer der umgekehrten Psychologie an, um seinem Leser*inner vor Augen zu führen: „Unglücklich… Read More »

Vom Niedergang einer Zivilisation – Rezension von Wolfgang Kucher zu „Die Telesalt-Mission“ von Alexander Kröger

„Im Grunde zwingt die Menschen niemand so zu sein wie sie sind.“ (S.160) Zum Inhalt: Sam Martin ist einer der Raumfahrer, die vor kurzem von einer Expedition zur Erde zurückkamen. Von einer Mission, die alle Teilnehmer mehr als nur physisch mitgenommen hat. Als er vom Universum-Verlag gebeten wird seine Erlebnisse zusammen mit seinen Kollegen in einer Publikation der… Read More »

Stetit puella – Rezension zu „Carmina Burana“ – übertragen von Ernst Buschor

„Wahr ist jenes alte Wort Vom gepackten Schopfe, Doch man greift nur fort und fort Nach dem kahlen Kopfe.“ (S.19) Zum Inhalt: Ernst Buschor – näheres zu ihm findet sich hier – schreibt in seinem kurzen Nachwort „Auswahl, Aufbau und Gleichgewicht unseres schmalen Bändchens suchen die bunte, reich abgestufte Fülle der Handschrift abzuspiegeln.“ (S.94) Jener Handschrift, welche eine Anthologie von… Read More »

Ritter, Tod und … Rezension zu „Huttens letzte Tage“ – Conrad Ferdinand Meyer

„Erkaufen Gold und Silber Seelenheil, So steht es bald auf allen Märkten feil. Die Ware wird von Jung und alt gesucht, Und der arme Schlucker bleibt verflucht.“ (S.17) Zum Inhalt: Es sind 8 Kapitel und 71 Strophen in denen Conrad Ferdinand Meyer einen lyrischen Abgesang für den Ritter Ulrich von Hutten intoniert. Hutten, von schwerer Krankheit gezeichnet, zieht… Read More »

Was in der Zeitung steht – Rezension zu „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“– Heinrich Böll

„Es wird nie mehr so sein, nie mehr. Sie machen das Mädchen fertig. Wenn nicht die Polizei, dann die ZEITUNG und wenn die ZEITUNG die Lust an ihr verliert, dann machens die Leute.“ (S.54) Zum Inhalt: Der renomierte Anwalt Blorna und seiner Gattin Trude beschäftigen seit einigen Jahren Katharina Blum als Haushaltsangestellte und sind von ihrer pragmatischen, bodenständigen… Read More »

Wen die Welt zerbricht – Rezension zu „In einem andern Land“ – Ernest Hemingway

„Wenn Menschen so viel Mut auf die Welt mitbringen, muß die Welt sie töten, um sie zu brechen, und darum tötet sie sie natürlich.“ (S.194) Zum Inhalt: Als Freiwilliger dient der junge amerikanische Leutnant Frederic Henry während des 1. Weltkrieges im italienischen Sanitätskorps. Er wird bei einem Fronteinsatz am Bein verletzt, kann sich jedoch im Lazarett erholen und… Read More »

Der höfischen Liebe Bild – Rezension zu „Die Minnesinger in Bildern der Manessischen Handschrift“ – Nachwort von Hans Naumann

„Unter den Händen des Malers hat sich die Legende schließlich zum Bild verdichtet.“ (S.40) Zum Inhalt: Hans Naumann, seines Zeichens Mediävist, führt den künstlerisch und historisch interessierten Leser in seinem Geleitwort am Ende des bibliophilen Bändchens aus der Insel-Bücherei anhand von 24 Bildtafeln der Manessischen Handschrift in die Sichtweise der Minne ein, so wie sie der zeitgenössische Maler… Read More »

Der Willkür reife Leistung – Rezension zu „Der Schüler Gerber“ von Friedrich Torberg

„…: es gibt ein großes, gräßliches Nie, gegen das wir nicht anrennen sollen, sonst senkt es sich, eine riesenhafte Wand, auf uns herab und zwingt uns zu Boden, und wenn wir gar zu nahe waren, zermalmt es uns…“ (S.115) Zum Inhalt: Kurt Gerber steht in seinem letzten gymnasialen Jahr, dem lange ersehnten und ebenso gefürchteten Abschlussjahr, dessen Krönung… Read More »

Entweder – Oder – Rezension zu „Kierkegaard-Brevier“ – Peter Schäfer, Max Bense (Hrsg.)

„…; es gilt eine Wahrheit zu finden, die meine Wahrheit ist, für die ich leben und sterben will…“ (S.17) Zum Inhalt: Die Form des Breviers, ursprünglich als Sammlung der als Vorschrift geltenden Stundengebete für katholische Geistliche konzipiert, ist für das vorliegende Bändchen aus dem Insel-Verlag treffend gewählt, zumal es sich mit dem 19. Jahrhundert eingebürgert hatte, auch Sammlungen… Read More »