Tag Archives: Klassiker

Von Lebensmöglichkeiten – Rezension zu „Der Tor und der Tod“ von Hugo von Hofmannsthal

„Da tot mein Leben war, ist nun mein Leben, Tod!“ (S.30) Zum Inhalt: Claudio hat in seinem Leben viel erreicht, zumindest im materiellen Sinne. Er ist an einem Punkt angelangt, an dem er mit einem ernüchternden Kassensturz seines Daseins feststellt: „Es scheint mein ganzes, mein versäumtes Leben verlorne Lust und nie geweinte Tränen“ (S.8) In diese Szenerie hinein… Read More »

Vielgestaltig – Rezension zu „Liebesgedichte“ von Bertold Brecht

„… und ich verbeuge mich in den Wind“ (S.49) Zum Inhalt: Brecht „hinterließ mit über 2000 Gedichten und drei großen Lyriksammlungen eines der umfangreichsten und gewichtigsten lyrischen  Werke der deutschsprachigen Literatur des 20. Jh.s.“1), so kommentiert Kindlers Neues Literaturlexikon das Lyrische Werk Brechts. In dem vorliegenden Band werden thematisch zusammengestellt einige der Liebesgedichte Brechts vor den Vorhang dieser… Read More »

Geradlinige Wendung – Buchbesprechung zu „Wendekreis des Krebses“ von Henry Miller

„…denn die Tragödie unserer Welt besteht gerade darin, daß nichts mehr imstande ist, sie aus ihrer Lethargie aufzuscheuchen.“ (S.8) Zum Inhalt: Zusammen mit „Wendekreis des Steinbocks“ – erschienen 1939 – stellt der Roman „Wendekreis des Krebses“ ein autobiografisches Versatzstück im Schaffen Henry Millers dar. Der Text beschreibt die Suche Millers nach seinem ganz persönlichen künstlerischen Ich in einem… Read More »

Nebelwehend – Rezension zu „Lyrische Gedichte“ von Nikolaus Lenau

„O Menschenherz was ist dein Glück? Ein rätselhaft geborner, Und, kaum gegrüßt, verlorner, Unwiederholter Augenblick.“ (S.69, „Ein Blatt Strophen und Zeilen“) Zum Inhalt: Nikolaus Lenau (* 13.08.1802 Csatád / Ungarn †22.08.1850 Oberdöbling bei Wien) hinterlies ein vielschichtiges und durchwachsenes lyrisches Werk, aus welchem der Schriftsteller Albrecht Schaeffer im vorliegenden Band aus der Insel-Bücherei versucht einen einigermaßen repräsentativen Querschnitt… Read More »

Sagenschatz der Dolomiten – Teil III – Rezension zu „Dolomitensagen Bd. III“ von Karl Felix Wolff

„»… kleine blonde Mädchen sollen eben nicht mit Zauberspiegeln und mit Abenteuern Scherze treiben.« (S.130) Zum Inhalt: Mit Band drei kommt Karl Felix Wolff zum Abschluss einer im doppelten Sinne sagenhaften Sammlung an Geschichten einer Region deren schroffe Schönheit, phantasieanregende Vielgestalt und anziehende Fremdartigkeit die Bewohner seit jeher inspiriert, geängstigt und beeindruckt hat. Von der erzählerischen Verarbeitung all… Read More »

Sagenschatz der Dolomiten – Teil II – Rezension zu „Dolomitensagen II.“ von Karl Felix Wolff

„»… überall gibt es Verdruß und so wird er auch dir nicht erspart bleiben.« (S.48) Zum Inhalt: Im zweiten Band der von Karl Felix Wolff zusammengetragenen Sagen und Geschichten aus dem Dolomitenraum sind es durchaus bekanntere Charaktere denen der Leser, diesmal aus einer anderen Sicht, begegnet. So taucht u.a. in der Sage „Eisenhand“ ein Spielmann auf, der unschwer… Read More »

Sagenschatz der Dolomiten – Teil I – Rezension zu „Dolomitensagen Bd. I“ von Karl Felix Wolff

„Es wechseln die Geschlechter die Sage bleibt sich treu“ (S.101) Zum Inhalt: A.Schaefer schreibt: „Mit herzerfreulicher Naivität und in einfachster Tonart erzählt und gestaltet Wolff Geschehnisse von in ihrer Auswirkung oft klassischer Größe;“ („Heimat“, Nr. 44, Beilage der Münchner Neuesten Nachrichten vom 4. Dez. 1929) und in der Österreichischen-Touristenzeitung Nr. 2 vom 1. Feb. 1930 liest man, „daß… Read More »

Essenz des Menschseins – Rezension zu „Das fremde Hirn“ von Klaus Frühauf

„Die Wirklichkeit übertrifft jede Vorstellung, und sei sie noch so phantastisch.“ (S.225) Zum Inhalt: Modelle sind es, 14 an der Zahl, die Klaus Frühauf entwirft, der drängenden Frage nachgehend, was den Menschen als Individuum und als Spezies in einer sich evolvierenden Umwelt definiert. Dabei fokusiert er sich nicht alleinig auf SF-Dauerbrenner wie Robotik resp. Kybernetik („Transfer“)  oder den… Read More »

PSR – Der point of safe return

„»Orangeroter Himmel und tiefschwarz dunkle Nacht, der Sterne reines Leuchten in dicht gesäter Pracht…«“ (S.47) Zum Inhalt: In 12 Kapiteln schildert Carlos Rasch den Expeditionsflug der drei Schiffe ‚Sierra‘, ‚Kallisto‘ und ‚Meridian‘, wobei der Flug, sowie die Kulisse der Schiffe vor allem dazu dient eine Darstellung gesellschaftlicher Strukturen im Jahre 2232 zu beschreiben, wie sie sich Rasch vorstellte.… Read More »

Über das Selbstverständnis der Science-Fiction

„So ignorant es ist die utopische Literatur auf Zukunftsliteratur zu reduzieren, so reduziert ist utopische Literatur, die das historische Maß der Zukunft ignoriert.“ (S.52) Zum Inhalt: Im Vergleich zu den ersten beiden Bänden aus der Lichtjahr-Reihe liegt der Schwerpunkt des dritten Bandes nicht primär in der Präsentation phantastischer Literatur im Sinne von Erzählungen, Kurzgeschichten oder der erzählerischen Entführung… Read More »