Tag Archives: Klassiker

Vom äußeren Wettstreit und inneren Frieden

„Alles an ihm war alt, bis auf die Augen, und die hatten die gleiche Farbe wie das Meer und waren heiter und unbesiegt.“ (S.8) Zum Inhalt: Der kubanische Fischer Santiago, dessen beste Jahre schon hinter ihm liegen, hat eine 84 Tage währende Durststrecke hinter sich, während der er vergeblich versuchte dem Meer Nahrung und somit auch Unterhalt für… Read More »

Von der bewegten Gabe Natur beseelt widerzugeben

„…nach dem Leben und in natürlicher Größe gemalt und beschrieben von Maria Sibylla Merian“ (S.7) Zum Inhalt: Eine der Zielsetzungen des vorliegenden Bandes ist die Präsentation, jenes Teils des Lebenswerks der Merian herauszustreichen, dessen künstlerisch und naturwissenschaftlich prägenden Aspekt nicht nur in kunstschaffenden Kreisen, sondern auch unter Entomologen Wellen schlug. Über 130 Seiten stellen farbigen Bildtafeln und deren… Read More »

Wider die Bevormundung der Poesie durch die Religion

„…; denn wenn die himmlischen einmal Zuckerzeug backen, so gerät es zur Süße.“ (S.35) Zum Inhalt: Angesiedelt in der Spätantike schildert „Eugenia“ die gesellschaftliche wie auch religionsphilosophische Odyssee der gleichnamigen Römerin hin zu einer geläutertern Beziehung zu dem von ihr geliebten Prokonsul Aquilinus unter dem Stern christlicher Wertvorstellungen von Liebe und Treue. Das Mittelalter bietet den zeitlichen Rahmen der… Read More »

Mensch und Maschine – Rezension zu „Der indiskrete Roboter“ von Gerhard Branstner

„»…, die Natur reagiert nun einmal nicht immer vorhersehbar, sie hat einen unerschöpflichen Vorrat an Überraschungen auf Lager; das ist ja gerade das Interessante an ihr.«“ (S.75) Zum Inhalt: Drei Erzählungen aus der Feder von Gerhard Branstner beschäftigen sich mit größtenteils – so zumindest oberflächlich betrachtet – durchwegs techniklastigen Problemstellungen. Sei es nun das Beheben eines Problems in… Read More »

Ein handbreit Flecken Boden vor meinen Augen – Rezension zu „Das Wiesenbuch“ von Karl Heinrich Waggerl

„Ich betrachte genau diesen handbreit Flecken Boden vor meinen Augen und zuletzt ist auch er eine große Welt, weitläufig und mühselig und schwer zu begreifen.“ (S.66) Zum Inhalt: Beinahe einen ganzen Jahreskreis begleitet der Autor seine Wiese, wie er sie bezeichnet, immer wieder eintauchend in die Fülle der Eindrücke, die ihm der „handbreit Flecken Boden vor seinen Augen“… Read More »

Von Siegern, Verlierern und dem großen Rest dazwischen

„»Man kann wohl durch einen Krieg reicher werden, auch klüger, auch härter – aber sauber wird keiner bleiben.«“ (S.324) Zum Inhalt: Die gut ausgerüsteten Truppen der Alliierten stehen auf deutschem Boden und die mehr als kriegsmüden Soldaten der Wehrmacht haben dem Anmarsch der Siegermächte nichts Wesentliches mehr entgegenzusetzen – und wollen dies auch Großteils nicht mehr. Nicht dass… Read More »

Frontberichte…

„Wenn der Krieg ein Gesicht hätte, würde ich ihm dort hineinspucken.“ (S.274) Zum Inhalt: Hauptmann Witterer, ein Heißporn wie er im Offiziershandbuch steht, sieht im vorgeschobenen Frontabschnitt welcher ihm zugeteilt wurde ein Karrieresprungbrett. Und er ist – sehr zum Leidwesen seiner Soldaten – ,getrieben von feurigem Elan und dem Durst nach Gefechten, auch darauf aus diese Chance wahrzunehmen.… Read More »

Zerstörende Besessenheit…

„Nichts ist grausamer, als ein vergöttertes Kind.“ (S.184) Zum Inhalt: Humbert Humbert, seineszeichens Literaturwissenschafter, ist des Mordes angeklagt. Des Mordes an seinem Nebenbuhler um die Gunst seiner Lolita. Er schreibt den Text als Geständnis, als Aufarbeitung der Ereignisse rund um die sehr einseitige Liebesbeziehung zu Lolita, die 1947 begann. Damals lernte er das zwölfjährige Mädchen kennen als er… Read More »

Das andere Ich…

„Das Leben war schön, und ich habe es geliebt. Doch manchmal denke ich, wenn wir alles wüßten, müßten wir eigentlich froh sein, es zu verlassen.“ (S.35) Zum Inhalt: Während eines sonntäglichen Spaziergangs mit seinem Freund Richard Enfield entspinnt sich zwischen dem Notar Gabriel Utterson und Enfield ein Gespräch über ihre irritierende Begegnung mit dem höchst eigentümlichen Mr. Hyde.… Read More »

von der Tragik des Getriebenseins

„»Darin liegt zugleich die Rettung und die Strafe des Menschen: Wenn er verkehrt lebt, so kann er sich etwas vortäuschen, so daß er das Furchtbare seiner Situation nicht sieht.«“ (S.53) Zum Inhalt: Wie bei vielen interessanten Texten stellt eine längere Reise den Rahmen für das literarische Gemälde, das Tolstoi in seiner Novelle malt. Bereits zu Beginn, quasi als… Read More »