Tag Archives: Klassiker

Keineswegs 08/15

„»Drill ist das Paradies der Minderwertigen. Die wertvolleren und komplizierteren Naturen werden dabei eingeebnet; das ist das ganze Geheimnis.«“ (S.159) Zum Inhalt: „Die Kasernenweisheit des gefreiten Asch lautete: Vermeide jedes Risiko.“ (S.12), denn „Er [Herbert Asch] hatte einen intakten Verstand und gebrauchte ihn auch.“ (S.30).  So präsentiert sich Herbert Asch dem Leser als einer jener unzähligen Soldaten, ein… Read More »

Der weite Weg zur Fremdartigkeit…

„Die Solaristik – schreibt Muntius – ist eine Ersatzreligion des Weltraumzeitalters, sie ist Glaube, eingehüllt in das Gewand der Wissenschaft;…“ (S.199)) Zum Inhalt: Der Solaristik-Wissenschaftler Kelvin scheint an einem Höhepunkt seiner Forscherkarriere angelangt zu sein, als er auf jene Raumstation kommt, welche schon seit Jahren um den Planeten Solaris kreist. In einer schon an die 100 Jahre zählenden… Read More »

Sommervöglein, Metamorphosen und barocke Kupferstiche…

„Wenn es ein Werk verdient, aus der Distanz musealer Exklusivität in den Bereich persönlicher Aneignung und Erschließung erhoben zu werden, dann das vorliegende ›Neue Blumenbuch‹ der Sibylla Merian aus dem Jahre 1680.“ (S.87) Zum Inhalt: Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Illustrationen im ersten Teil und dem anschließenden informativen Textteil erwartet den Leser auf den 158 Seiten dieser bibliophilen… Read More »

Identitätskrisen, Plagiate und die Pest…

„»…, bei der Nacht sind alle Kühe schwarz, selbst die schwarzen« – »Ja«, sagte sie, »auch die blanken Esel!«“ (S.63) Zum Inhalt: Wehmüller ist reisender Maler. Dies wäre an sich noch nichts außergewöhnliches, doch gelang es ihm eine besondere Technik zur Maximierung seiner Produktion und der Minimierung seiner Kosten zu erfinden, sowie zu perfektionieren: Das Schnellporträt. Er fertig… Read More »

Also ungefähr wie dieses Blatt, eins und doppelt…

„… das Ginkgo biloba Thema von der Einheit in der Zweiheit, vom Auseinandergerissensein und Wiederfinden…“ (S.67) Zum Inhalt: Es ist der Deutsche Engelbert Kaempfer (1651-1716), der als neuer Entdecker jenes Baumes gilt, der erst vor 250 Jahren wieder Einzug in Europa hielt: des Ginkgos. Das Thema dieser botanischen Kuriosität, das Goethe als Sinnbild seiner Selbst des öfteren heranzog,… Read More »

Märchen und Drama in einem Band, zwei zeitlose Meisterwerke Zuckmayers

„Wichtig is gar nichts, dazu is de Welt zu groß. Aber richtig, richtig soll’s zugehn.“ (S.90) Zum Inhalt: „Der Hauptmann von Köpenick“ trägt den Untertitel „Ein deutsches Märchen in drei Akten“, und auf den ersten Blick mag es märchenhaft wirken, doch erkennt des Leser / der Theatergast nicht allzu selten Parallelen zu einer Welt, die immer wieder die… Read More »

Wasserträger, Schätze und Untote…

„Ein feiner Blick für die gesellschaftlichen Eigentümlichkeiten der Nationen zeichnet ihn [den Autor] aus, und zu dieser Beobachtungsgabe gesellt sich ein graziöser Humor, der die grellen Tinten vermittelt und lebensvolle Farben über seine Darstellung ausstreut.“ (S.62 – Nachwort) Zum Inhalt: Drei Sagen fast die Ausgabe aus der Condor-Bibliothek zusammen. Der nordamerikanische Autor Washington Irving (3. April 1783 in… Read More »

Hätte ich doch nie…

„Überlege, daß das, was Du gewinnen kannst, klein, und was Du verlieren könntest, so groß ist, daß ich es nicht zu schildern unternehme, weil mir dazu Worte und ausdrücke mangeln.“ (S.19f) Zum Inhalt: In Florenz lebten zwei reiche, vornehme Ritter, Anselmo und Lotario, deren Freundschaft über alle Zweifel erhaben und weit im Lande bekannt war. Dies ging so… Read More »

Heiteres Alpenmärchen

„So dreht die Welt sich immerfort Und bleibt doch stets an einem Ort. Der Egoismus ist die Achse, Der Hochmut zahlt am End‘ die Taxe; Die Erd‘ – es kommt darauf heraus, Ist nur im Grund ein Irrenhaus. Und wie ich nach und nach gewahr‘, So bin ich selbst ein großer Narr.“ (S.69) Zum Inhalt: Rappelkopf, so der… Read More »

Botanische Romantik…

„Es gibt eine Stille, – kennst Du sie? – in der man meint, man müsse die einzelnen Minuten hören, wie sie in den Ozean der Ewigkeit hinuntertropfen.“ (S.149) Zum Inhalt: Stifter schildert in 19 tagebuchähnlich gehaltenen Briefblättern die Entwicklung der Liebesbeziehung zwischen dem Wiener Maler Albrecht und dessen Bekannten Angela. Adressiert sind die Briefe an den brüderlichen Freund… Read More »