Tag Archives: Kunst

Zamonische Cerebrologie – Rezension zu „Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“ – Walter Moers

„Aber so ähnlich stelle ich mir den Schlaf vor: eine vorübergehende Erholung vom Sein.“ (S.250) Zum Inhalt: Dylia, von Geburt und Beruf Prinzessin, leidet an einer Krankheit: sie vermag so gut wie gar nicht zu Schlafen. Schlafen in der Selbstverständlichkeit, die jedem „normalen“ Wesen regelmäßig die Lider schwer werden lässt und es in das Land der Träume entführt.… Read More »

Geschichten aus denen das Universum besteht – Rezension zu „Eine Reise“ – Sigrid Kleinsorge

„Es braucht eine gewisse Standfestigkeit im Leben, um nicht von der Brutalität unfassbarer Tatsachen weggeschwemmt zu werden.“ (Pos.334)1) Zum Inhalt: Bahnhöfe, Orte die par excellence für Zufallsbegegnungen jene Bühne bieten, auf der sich in Sigrid Kleinsorges neuem Roman ein Journalist und eine weitere Reisende flüchtig treffen. Sie verlässt einige Stationen weiter das Zugabteil, lässt jedoch versehentlich Aufzeichnungen einer/ihrer Reisen… Read More »

Alltagsminiaturen – Rezension zu „Lebenslang“ – Günter Grass

„nur Vorwand sind meine Fundsachen, denn was ich suche, bleibt unbestimmt.“ (S.7, Lebenslang) Zum Inhalt: Miniaturen hält Günter Grass in den verbalakrobatischen Wortkondensaten fest, Alltägliches lyrisch bannend wie ein Standbild, welches der Leser sich alle Zeit nehmend betrachten kann. Blickwinkel verändernd, Schlagschatten nachwandernd kann man sich in den Wortbildern verlieren die sowohl abschreckend simpel, als auch metaphorisch bis… Read More »

Märchens Schwester – Rezension zu „Lichtjahr 5 – Ein Phantastik Almanach“

„»Alles was wir von der Welt wissen, sind Umschreibungen unserer Unwissenheit.« Wilhelm Raabe“ (S.69) Zum Inhalt: Der Band 5 der Lichtjahr-Serie steht in der Tradition seiner Vorgänger und bietet neben Geschichten von bekannten Kapazundern aus dem Genre wie z.B. den Strugatzkis, Le Guin oder den Steinmüllers auch wieder Beiträge, die sich mit der Positionierung der SF innerhalb des… Read More »

Methodologie der Phantastik – Rezension zu „Lichtjahr 4 – Ein Phantastik Almanach“

„Seit Mythen aufgezeichnet werden hat sich der Mensch kaum verändert. Zwar wurden die gesellschaftlichen Verhältnisse seit der Urgesellschaft mehrfach revolutioniert, zwar findet sich in Weltanschauungen und Lebensweisen kaum noch vergleichbares zu früheren Jahrtausenden, aber die Biologie des Menschen, einschließlich seiner biologischen Physiologie ist weitgehend unverändert geblieben. Heute findet die Wissenschaft heraus, was in Mythen – außerwissenschaftlich – schon… Read More »

Mondlichtminiaturen – Rezension zu „Bilderbuch ohne Bilder“ – Hans Christian Andersen

„Das Licht des Mondes entschleiert nicht jegliches Geheimnis der Sterblichen.“ (S.62) Zum Inhalt: 33 Kurz- und Kürzestgeschichten erzählt der Mond einem Maler, den die Muse allen Anscheins nach verlassen hat. Die Diskrepanz zwischen der starken inneren Empfindung und der Unfähigkeit diese auf die Leinwand zu bannen, lähmt den Künstler. Ihn aus dieser Starre zu befreien macht sich der… Read More »

Hommage an eine Ikone der Lüfte – Buchbesprechung zu „Falke“ – Helen Macdonald

„Zu behaupten, die Lebenswelt eines anderen Menschen zu verstehen, ist philosophisch fragwürdig; bei einem anderen Tier erscheint der Versuch gar absurd – ist aber zweifelsohne sehr reizvoll.“ (S.34) Zum Inhalt: Helen Macdonald entwirft in ihrem Text über sechs Kapitel hinweg eine kompakte „Biographie eines Räubers“ – so der Untertitel. Von der geschichtlichen Bedeutung des Gespanns Falke-Mensch über die… Read More »

Von Lebensmöglichkeiten – Rezension zu „Der Tor und der Tod“ von Hugo von Hofmannsthal

„Da tot mein Leben war, ist nun mein Leben, Tod!“ (S.30) Zum Inhalt: Claudio hat in seinem Leben viel erreicht, zumindest im materiellen Sinne. Er ist an einem Punkt angelangt, an dem er mit einem ernüchternden Kassensturz seines Daseins feststellt: „Es scheint mein ganzes, mein versäumtes Leben verlorne Lust und nie geweinte Tränen“ (S.8) In diese Szenerie hinein… Read More »

Sinn-Bildlich – Rezension zu „Fotos sehen, verstehen, gestalten“ von Martin Schuster

„Die Fotografie »demokratisiert« das visuelle Wissen von der Welt.“ (S.175) Zum Inhalt: Bereits im ersten Kapitel macht Martin Schuster klar, worum es ihm bei der Betrachtung – im wahrsten Sinne des Wortes – der Thematik des fotografischen Bildes geht: um Fotopsychologie. Er steckt das Feld anfangs historisch-gesellschaftlich ab, wobei er technisches nur insofern streift, als dass es für… Read More »

Lyrisch-malerische Ode an das vielgestaltige Element – Rezension zu „Wasser ist Leben“ von Friedrich Hechelmann (Bilder) und Gisela Linder (Nachwort)

„Es gibt im ganzen Weltkreis nichts Beständiges. Alles ist im Fluß, und jedes Bild wird gestaltet, während es vorübergeht.“ (S.18) Zum Inhalt: Sowohl optisch als auch inhaltlich dominieren den Band die Bilder des 1948 in Süddeutschland geborenen zeitgenössischen Malers Friedrich Hechelmann. Das panta rhei – alles fließt – ist es, das Hechelmann einzufangen versucht, dem er sich verschrieben… Read More »