Tag Archives: Lesen

Liebe in der Vergangenheitsform – Rezension zu „Alles, was wir liebten“ – Kristina Moninger

„Erinnerungen sind manchmal das, was wir aus ihnen machen.“ (S.266)1) Zum Inhalt: Anna und Fitz sind ein Geschenk. Ein Geschenk für den jeweils anderen. Durchaus auf Umwegen erhalten, weiß der jeweils andere um den Wert der Jugendliebe, die sie sich gegenseitig schenken. Nichts scheint ihre Zweisamkeit wirklich gefährden zu können. Jedoch nur solange, bis der eisernen Griff der… Read More »

Selbstachtung – Rezension zu „Sei gut mit Deiner Seele“ – Pierre Stutz

„Befreundet sein mit sich selbst ist eine anspruchsvolle Zumutung.“ (S.14) Zum Inhalt: Der Titel lautet nicht von ungefähr „Sei gut mit deiner Seele“ und nicht „Sei gut zu Deiner Seele“. Um ein Miteinander, ein sich selbst annehmen in allen Facetten geht es Perre Stutz. Dies alles jedoch weitab von illusorischen Allmachtsfantasien des »positiven Denkens« oder des „Sich-die-Welt-Schönredens“.  Vielmehr… Read More »

Softskills – Rezension zu „Frederick“ von Leo Leonni

„Jetzt schicke ich euch die Sonnenstrahlen. Fühlt ihr sie schon, wie warm sie sind? Warm, schön und golden?“ (S.19) Zum Inhalt: Frederick ist eine Außenseiter – und eine Maus. Seine Artgenossen verbringen den ganzen Sommertag damit Vorräte für den Winter anzuhäufen. Angefangen bei Beeren über Nüsse und Körner werden sie nicht müde, sich vor dem Winter fürchtend, ihren… Read More »

Die dünne Schicht der Zivilisation – Rezension zu „Die Bäume von Eden“ – Klaus Frühauf

„»Man gewinnt den Eindruck unsere Gesellschaft akzeptiere ausschließlich Jugendliche, Erfolgreiche und Sexualprotze. Oder gertenschlanke und dabei vollbusige Kätzchen. Haben Sie jemals eine Reklame gesehen, die mit normalen Menschen arbeitet? Einer solchen massiven Beeinflussung widerstehen auf Dauer nur Melancholiker oder Psychopathen.«“ (S.132) Zum Inhalt: Horst Bessow, der als Trainer einer DDR-Sport-Mannschaft einen einwandfreien Ruf genießt, irrt nach einem siegreichen… Read More »

Moral – nicht Aposteltum – Rezension zu „Eine Frage der Moral“ – Anatol Stefanowitsch

„Den Befürworter/-innen politisch korrekter Sprache geht es… darum, sprachliche Ausdruckformen genau so nach moralischen Gesichtspunkten zu bewerten wie andere Aspekte menschlichen Handelns.“ (S.21) Zum Inhalt: Der 1970 in Berlin geborene Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch greift in dem kleinen Band aus dem Hause Duden ein oder vielmehr gleich mehrere heiße Eisen an. Zum einen den Begriff der Moral über den… Read More »

Orthografisch-grammatischer Scheideweg – Rezension zu „Warum es nicht egal ist, wie wir schreiben“ – Kathrin Kunkel-Razum u.a.

„Die Wörter verlangen von uns den Respekt, dass wir sie richtig schreiben.“ (S.45) Zum Inhalt: Der Miniband aus dem renomierten Dudenverlag, wird als „Debattenbuch“ tituliert (Klappentext) und macht seinem Namen alle Ehre, stellt er doch die Niederschrift einer Podiumsdiskussion moderiert von Kathrin Kunkel-Razum, ihres Zeichens Leiterin der Dudenredaktion dar. An der Diskussion nahmen der Theater- und Filmschauspieler Burghart… Read More »

Der Schwaben sieben – Rezension zu „Das Abenteuer von den sieben Schwaben“ – Ludwig Aurbacher

„Gott verläßt keinen ehrlichen Schwaben nicht“ (S.17) Zum Inhalt: Ludwig Aurbacher lässt seine Leserschaft von der ersten Seite an spüren, aus welchem Holz seine Helden in dieser Erzählung geschnitzt sind: aus schwäbischem. Beinahe einem Banner gleich, welchem sie mit stolz folgen, tragen sie ihren Dialekt in alle seinen Facetten den Leser*innen zu Ohr. Als Schriftsteller erlangte Aurbacher durch… Read More »

Der blinde Fleck einer Vision – Rezension zu „Das verhängnisvolle Experiment“ von Klaus Frühauf

„Die Ernüchterung kam nicht schlagartig, sie wuchs langsam und anfangs fast im Unterbewußtsein, und doch kam sie mit niederschmetternder Wucht“ (S.18) Zum Inhalt: Jemals wieder die Leitung einer Expedition zu übernehmen, das war für Peter Mankov eine beinahe ausgeträumter Traum. Der Crash über Orechowka hatte nicht viel von ihm übrig gelassen. Und dies in mehrfacher Hinsicht. Dennoch saß… Read More »

Soziale Untiefen und geografischer Untergang – Rezension zu „Bevor alles verschwindet“ von Annika Scheffel

„Ein Wind mit Gedächtnis, ein Lücken lassender Wind, der hier nie wieder einen Widerstand spüren, der sich an nichts mehr entlangtasten kann,…“ (S.169) Zum Inhalt: Beinahe lapidar ist sie, die Nachricht, welche die PR-Vorhut einer gesichtslosen Baumaschinerie den Dörflern überbringt. Sie wüssten es nun ja schon seit langem, aber nun wäre die finale Bauphase erreicht in der die… Read More »

Großes Finale für einen kleinen Mann – Rezension zu „Der Samenbankraub“ von Gert Prokop

„Du darfst vor allem nicht am eigenen Leben hängen: das macht dich furchtsam. – Du darfst den Tod jedoch nicht mißachten: das macht dich leichtsinnig. Lebe mit deinem Tod, lebe in kurzen, überschaubaren Intervallen, bedenke, in jeder Sekunde kann es vorbei sein: dann wirst du immer alles mit allen Kräften tun.“ (S.200) Zum Inhalt: Tiny, der Leserschaft aus… Read More »