Tag Archives: Literatur

Wandel – Rezension zu „Der Schnee von morgen“ – Hrsg.: Peggy Weber-Gehrke

„Wenn man nichts zu essen hat, dann ist Nahrung die Welt. Erst wenn man satt ist, kann man arrogant werden.“ (Pos. 269) Zum Inhalt: Der Untertitel – „2017 Collection of Climate Fiction Stories“ – zur neuesten Anthologie aus dem Verlag für Moderne Phantastik Gehrke umreißt bereits thematisch jenes Gebiet, aus dem sich die Geschichten der unterschiedlichsten AutorInnen ihrer… Read More »

Selbst(be)reinigung – Rezension zu „Der erste Versuch“ – Alexander Kröger

„Wieder einmal hatte sich gezeigt, dass der Geist Mammon regierte und dass nicht davor zurückgeschreckt wurde, ihn mit allen Mitteln auf dem Sockel zu halten.“ (S.48) Zum Inhalt: Die Menschheit giert nach mehr und mehr Rohstoffen. Solchen, die noch unentdeckt unter der Erdoberfläche schlummern, ebenso wie jene deren Ressource der menschliche Geist zu sein verspricht. Ein Projekt welches… Read More »

SF-Kaleidoskop – Rezension zu „Meuterei auf Titan“ von Hrsg. Peggy Weber-Gehrke

„Geschichte ist nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft.“ (S.215) Zum Inhalt: Die 29 Texte unterschiedlichster AutorInnen aus der SciFi resp. Phantastik streifen einen Großteil der klassischen Kernthemen des Genres. Seien es nun Zeitreisen (z.B. „Omega4“ – Frank Lauenroth, „Das letzte Mammut“ – Norbert Fiks) und deren Implikationen, die Auswirkungen von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz (z.B. „Fast… Read More »

Inklusion -Rezension zu „Fundsache Venus“ von Alexander Kröger

„…, vielfach haben Menschen in ihrem Werdegang, indem sie nicht taten, was die Norm ihnen vorschrieb, jenen Stein in den Weg gelegt, der dem Rad eine andere Richtung aufzwang.“ (S.274) Zum Inhalt: Er war lange unterwegs, der Fernraumer, der eigentlich bei seiner Rückkehr hätte auf der Erde landen sollen. Letzten Endes war es jedoch eine recht lebensfeindliche Venus,… Read More »

Postapokalyptisch par excellence -Rezension zu „Ödland – Der Keller“ von Christoph Zachariae

„…Narben, die Landkarte der Schmerzen…“ (S.220) Zum Inhalt: An Tristesse ist die Welt wenige Jahrzehnte nach dem großen Crash wohl nicht zu überbieten. Die wenigen Überlebenden vegetieren in Kleingruppen dahin, das Gesetz des Stärkeren, aber vor allem jenes des Skrupelloseren regiert. Nur an wenigen Tagen schafft es eine fahle Sonne durch den asche- und staubverhangenen Himmel ein oder… Read More »

Von Indianern, Blechvögeln und wie Cliff Richard fliegen lernte – Rezension zu „Kindheit in Hötting“ von Hubert Flattinger

„Kindheit!“, sagt Willi. „Eine halsbrecherische Unternehmung, das Ganze“. (S.37) Zum Inhalt: Den frech zerzausten Schopf kaum mehr als ein Meter zwanzig über Grund, die Nase stets im Wind der verwinkelten Gassen, die hellhörigen Ohren auf den Grundton seines Hötting geeicht, so schildert Hubert Flattinger die 60er eines Innsbrucker Stadtteils, von herber Rauheit der Kriegsnachwehen bis hin zu prägenden… Read More »

Besinnung – Rezension zu „Es kommt ein Schiff -Gedichte und Bilder zu Weihnachten“

„Mehr konnte die Welt für den Christ nicht tun“ (Die gute Nacht – Bertold Brecht, S.45) Zum Inhalt: Gottfried Natalis hat auf 52 Seiten ein kaleidoskopartiges Kondensat weihnachtlicher Stimmungen arrangiert, welches geschriebenes Wort auf filigrane Art und Weise kombiniert mit bildlicher Expression. Einer farbigen Ausdrucksweise in der sich durch die Epochen hinweg Künstler an der Aufgabe der tiefgründigen… Read More »

Lebensmüde – Rezension zu „Auf’s Leben, die Liebe und meinen Tod“ von Sam Bennet

„Manchmal ist es gut, Dinge über den Menschen, den man liebt, nicht zu wissen.“ (S.309) Zum Inhalt: Penny Lane sieht sich von ihrer langjährigen Liebe Melot verlassen und rasant auf die gefühlte Mitte ihres Lebens zugehend vor einem persönlichen Abgrund desaströsen Ausmaßes. Dieser Ausblick des Verlassenseins – sei es nun von ihrem Partner, wie letzten Endes auch von… Read More »

Zamonische Cerebrologie – Rezension zu „Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“ – Walter Moers

„Aber so ähnlich stelle ich mir den Schlaf vor: eine vorübergehende Erholung vom Sein.“ (S.250) Zum Inhalt: Dylia, von Geburt und Beruf Prinzessin, leidet an einer Krankheit: sie vermag so gut wie gar nicht zu Schlafen. Schlafen in der Selbstverständlichkeit, die jedem „normalen“ Wesen regelmäßig die Lider schwer werden lässt und es in das Land der Träume entführt.… Read More »

Gedankliche Brotkrumen – Rezension zu „Aphorismen“ – Georg Christoph Lichtenberg

„Daß in den Kirchen gepredigt wird, macht deswegen die Blitzableiter auf ihnen nicht unnötig.“ (S.65) Zum Inhalt: Georg Christoph Lichtenberg (* 1.7.1742 Oberramstadt bei Darmstadt, † 24.2.1799 Göttingen) sammelte zeitlebens in seinen »Sudel-«,»Schmier-« und »Gedankenbüchern«1) Ideen, Geistesblitze, bruchstückhafte und komplexere Exzerpte. Der Fundus reicht dabei von beinahe als banal zu titulierenden Alltäglichkeiten bis hin zu pointierten Auseinandersetzungen mit… Read More »