Tag Archives: Politik

Moral – nicht Aposteltum – Rezension zu „Eine Frage der Moral“ – Anatol Stefanowitsch

„Den Befürworter/-innen politisch korrekter Sprache geht es… darum, sprachliche Ausdruckformen genau so nach moralischen Gesichtspunkten zu bewerten wie andere Aspekte menschlichen Handelns.“ (S.21) Zum Inhalt: Der 1970 in Berlin geborene Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch greift in dem kleinen Band aus dem Hause Duden ein oder vielmehr gleich mehrere heiße Eisen an. Zum einen den Begriff der Moral über den… Read More »

Orthografisch-grammatischer Scheideweg – Rezension zu „Warum es nicht egal ist, wie wir schreiben“ – Kathrin Kunkel-Razum u.a.

„Die Wörter verlangen von uns den Respekt, dass wir sie richtig schreiben.“ (S.45) Zum Inhalt: Der Miniband aus dem renomierten Dudenverlag, wird als „Debattenbuch“ tituliert (Klappentext) und macht seinem Namen alle Ehre, stellt er doch die Niederschrift einer Podiumsdiskussion moderiert von Kathrin Kunkel-Razum, ihres Zeichens Leiterin der Dudenredaktion dar. An der Diskussion nahmen der Theater- und Filmschauspieler Burghart… Read More »

Soziale Untiefen und geografischer Untergang – Rezension zu „Bevor alles verschwindet“ von Annika Scheffel

„Ein Wind mit Gedächtnis, ein Lücken lassender Wind, der hier nie wieder einen Widerstand spüren, der sich an nichts mehr entlangtasten kann,…“ (S.169) Zum Inhalt: Beinahe lapidar ist sie, die Nachricht, welche die PR-Vorhut einer gesichtslosen Baumaschinerie den Dörflern überbringt. Sie wüssten es nun ja schon seit langem, aber nun wäre die finale Bauphase erreicht in der die… Read More »

Abgesang auf das Geschriebene? – Rezension zu „Die Schrift“ von Vilém Flusser

„Texte sind Halbfabrikate. Ihre Zeilen eilen einem Schlußpunkt zu, aber über diesen hinaus einem Leser entgegen, von dem sie hoffen, daß er sie vollende. Ob sich der Schreibende dessen bewußt ist oder nicht, ja sogar gleichgültig, ob er wie Kafka ausdrücklich auf den vollendeten Leser verzichtet, Texte sind ein Suchen des anderen.“ (S.38) Zum Inhalt: Vilém Flussers Text… Read More »

Ringnetz – Rezension zu „Die schwarze Harfe“ – Gravity Assist

„Gewissheit über die äußere Welt kommt aus der inneren Welt, und diese liegt immer in der Dunkelheit für all jene, die nicht die schwarze Harfe spielen.“ (S.116) Zum Inhalt: Er ist beinahe in seiner gesamten Ausdehnung besiedelt – der Ring. Oder wie ihn die Senjasantii nennen, die Elawaia. Zu Beginn der Expansionswellen waren es maximal ein paar Visionäre, die… Read More »

Identitätsfindung – Rezension zu „Mimikry“ – Alexander Kröger

„Man kann wohl nicht Jahrzehnte eines Lebens einfach löschen, ein anderes, beinahe fremdes hernehmen, in es hineinschlüpfen und meinen, es von einem bestimmten Level aus, so mir nichts, dir nichts, einfach fortsetzen zu können.“ (S.123) Zum Inhalt: Ursula Brest ist Geningeneurin. Und eine gute obendrein, hat sie doch bei den Besten in Asien gelernt. Ein tragischer Unfall, der… Read More »

Darf’s etwas mehr sein? – Rezension zu „ScienceFiction Stories“ Band 1 – Galax Acheronian

„Nicht das Verstecken und Abwarten verdrängt die Mauern in den Köpfen der anderen, sondern Präsenz!“ („Der Fremde in dir“, S.268) Zum Inhalt: Mit der Neuauflage seiner Texte ist Galax Acheronian im Band 1 eine kleine, feine Sammlung an solider SciFi gelungen, die ein weites Spektrum der klassischen Inhalte dieses Genres abdeckt. Ob es nun Weltraum-Gefechte, Aliens, Zeitreisen, visionäre… Read More »

Macht erwächst aus Glauben – Rezension zu „Die Consolata“ – Gertrud von le Fort

„Dies nämlich ist die wahre Macht: nichts mehr besitzen, was sich noch als Macht bezeichnen ließe, und doch unüberwindlich sein – unüberwindlich!“ (S.28) Zum Inhalt: Als Bühne ihrer Novelle wählt Gertrud von le Fort Italien, genauer Padua, zu Beginn der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, wo sich der Despot Ansedio, des Rückhaltes im Volk beraubt, in seiner Burg… Read More »

Welchen Wolf du nährst – Rezension zu „Mondenwende“– Oliver Jungwirth

„Es gibt das Gefühl, das sich hin und wieder in einem breit macht, ohne dass man genau sagen kann, wo es herkommt. Das Gefühl, dass gerade etwas passiert, was nicht passieren sollte. Ein Stein ins Rollen gebracht wird, was letztlich nur in einer Lawine enden kann.“ (S.25) Zum Inhalt: Die Dämonen haben René nicht verlassen. Um nicht zum… Read More »

Was in der Zeitung steht – Rezension zu „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“– Heinrich Böll

„Es wird nie mehr so sein, nie mehr. Sie machen das Mädchen fertig. Wenn nicht die Polizei, dann die ZEITUNG und wenn die ZEITUNG die Lust an ihr verliert, dann machens die Leute.“ (S.54) Zum Inhalt: Der renomierte Anwalt Blorna und seiner Gattin Trude beschäftigen seit einigen Jahren Katharina Blum als Haushaltsangestellte und sind von ihrer pragmatischen, bodenständigen… Read More »