Tag Archives: Psychologie

Zamonische Cerebrologie – Rezension zu „Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“ – Walter Moers

„Aber so ähnlich stelle ich mir den Schlaf vor: eine vorübergehende Erholung vom Sein.“ (S.250) Zum Inhalt: Dylia, von Geburt und Beruf Prinzessin, leidet an einer Krankheit: sie vermag so gut wie gar nicht zu Schlafen. Schlafen in der Selbstverständlichkeit, die jedem „normalen“ Wesen regelmäßig die Lider schwer werden lässt und es in das Land der Träume entführt.… Read More »

Geschichten aus denen das Universum besteht – Rezension zu „Eine Reise“ – Sigrid Kleinsorge

„Es braucht eine gewisse Standfestigkeit im Leben, um nicht von der Brutalität unfassbarer Tatsachen weggeschwemmt zu werden.“ (Pos.334)1) Zum Inhalt: Bahnhöfe, Orte die par excellence für Zufallsbegegnungen jene Bühne bieten, auf der sich in Sigrid Kleinsorges neuem Roman ein Journalist und eine weitere Reisende flüchtig treffen. Sie verlässt einige Stationen weiter das Zugabteil, lässt jedoch versehentlich Aufzeichnungen einer/ihrer Reisen… Read More »

Verkopft – Rezension zu „Grübeln“ – Tobias Teismann

„Grübeln Sie nicht, denken Sie nach“ (Klappentext) Zum Inhalt: Tobias Teismann geht in seinem Text auf Auslöser, Inhalte und Konsequenzen des Grübelns ein, wobei er versucht eine möglichst klare Abgrenzung zwischen belastendem, stetig wiederkehrendem Grübeln (=Rumination) und dem intensivem, zumeist produktiven Nachdenken zu finden versucht. Dabei bleibt er nicht bei den Erklärungen stehen, sondern bietet dem Leser zahlreiche… Read More »

Literatur aus Schmerz und Menschlichkeit – Rezension zu „Anatomie eines Soldaten“ – Harry Parker

„Das bin nicht ich, dieser kaputte Körper, das bin ich einfach nicht.“ (S.166) Zum Inhalt: Soldat BA5799 trägt Verantwortung. Verantwortung für sich und eine Gruppe ihm unterstellter Soldaten. Und er ist sich dessen bewusst, macht sich Gedanken, nimmt seinen Auftrag und seine kameradschaftliche Pflicht nicht auf die leichte Schulter. Er will aber auch verstehen, was er hier fernab… Read More »

Von Selbst- und Fremdverständnis – Rezension zu „Das Kosmodrom im Krater Bond“ – Alexander Kröger

„Oh wie so menschlich ist der Kosmos…“ (S.157) Zum Inhalt: Die unfreiwillige Landung der ersten Centauren auf der Erde und die Etablierung einer Kommunikationsbrücke zwischen deren und unserer Welt liegt schon einige Jahrzehnte zurück. Nicht zuletzt mit dem Wissen welches die Besucher den Menschen hinterließen, war es möglich das Umgestalten des Mars in Angriff zu nehmen. Und nun… Read More »

Durch die Augen des Anderen geblickt -Rezension zu „Die Endlichkeit des Augenblicks“ von Jessica Koch

„Jeder Augenblick ist wie im Brennglas gebündelte Zeit“ (Pos. 4718)1) Zum Inhalt: Eine klassische Dreiecksbeziehung ist es, die sich zwischen Samantha, Joshua und Sebastian entwickelt. Doch klassisch nur oberflächlich betrachtet, handelt es sich doch um drei Seelen, die jede auf ihre individuelle Art nach Nähe, Geborgenheit und Verlässlichkeit suchen und von denen jede mit Handicaps, seien sie nun körperlicher… Read More »

Minimalleben – Buchbesprechung zu „Dürre Jahre“ – Helen Flöss

„Schlank ist in. Dünn ist besser. Dürr ist ideal.“ (S.17) Zum Inhalt: Dali, ein junges Mädchen, hat das Gespür für ihren Körper, sein gesundes Bedürfnis nach Nahrung verloren. Sie leidet – und dies im wahrsten Sinne des Wortes – an Magersucht. Ein Lebensleidensweg, dessen Fix- und Angelpunkte aus der versch(r)obenen Beschäftigung mit Essen bestehen. Aus Traumata einer Seele,… Read More »

Über Wahrheit und Lüge – Rezension zu „Der Wille zum Schein“ – Philosophicum Lech (Hrsg. Konrad Paul Liesmann)

„Das Lügen ist nicht grundsätzlich schlecht, sondern eine moralisch neutrale Fähigkeit, die schlechten Absichten dienen, die aber auch im Dienste guter und gerechtfertigter Absichten stehen kann.“ (S.36) Zum Inhalt: Nicht nur die Philosophie, vielmehr der Mensch als kulturelles Wesen per se changiert in dem emotional, moralisch geladenen Mienenfeld zwischen der Wahrheit und der Lüge. Nur allzuoft machen wir… Read More »

Ferne Nähe – Buchbesprechung für „Der Mann vom Anti“ – Hrsg. Ekkehard Redlin

„»Die Phantasie ist das dritte Auge des Menschen, es reicht bis in fernste Fernen. Wer weiß das schon? Die meisten sind blind auf diesem Auge. Völlig blind!«“ (S.135) Zum Inhalt: Die Kurzgeschichte ist schon per definitionem ein Genre welches erzählerische Dichte und Konzentration fordert. „Jeder Satz ein Gedanke, kein Wort darf entbehrlich sein.“ (Ekkehard Redlin, S.309) Auf ihre… Read More »

Seelenverwandt – Rezension zu „Dem Ozean so nah“ von Jessica Koch

„»In guten Zeiten Händchen halten ist einfach. In schlechten Zeiten nicht loszulassen, darauf kommt es an.«“ (Pos.4161) Zum Inhalt: Danny, wissend um die wesentlich absehbarere Endlichkeit seines Lebens, findet in Christina eine jener seltenen Personen im Leben eines Menschen, die man als seelenverwandt erkennt. Dabei könnten sie, zumindest den äußeren Umständen nach, nicht unterschiedlicher sein: er, offensichtlich erfolgreich,… Read More »