Tag Archives: Soziologie

Erotisches Märchen – Rezension zu „Honigmond“ von Gabriel Barylli

„Das Wort ist – ich verschmelze, ohne mich zu verlieren…“ (S.156) Zum Inhalt: An sich ist es nicht Linda Rosenbaums Art mit einem fremden Mann, der sie in einem alten Kaffeehaus anspricht einen Abend zu verbringen. Und eine Nacht. Und den nächsten Tag. Und ebenso die halbe Nacht darauf. Doch dieser Mann, auf den klingenden Namen Martin hörend,… Read More »

Klare Worte – Rezension zu „Besser Schlampe als gar kein Sex“ von Barbara Balldini

„Sexualität entwickelt sich nicht von selbst.“ (S.70) Zum Inhalt: Barbara Balldini ist diplomierte Sexualpädagogin und leitet als solche ihr erstes Vorarlberger Sexualberatungs- und Tantrainstitut. Eine ihrer wohl prägnantesten Eigenschaften ist die, dass sie nicht lange um den sprichwörtlich „heißen“ Brei herumredet, sondern recht zügig zu der Sache kommt, um die es sich in dem kleinen Bändchen drehen soll.… Read More »

Die dünne Schicht der Zivilisation – Rezension zu „Die Bäume von Eden“ – Klaus Frühauf

„»Man gewinnt den Eindruck unsere Gesellschaft akzeptiere ausschließlich Jugendliche, Erfolgreiche und Sexualprotze. Oder gertenschlanke und dabei vollbusige Kätzchen. Haben Sie jemals eine Reklame gesehen, die mit normalen Menschen arbeitet? Einer solchen massiven Beeinflussung widerstehen auf Dauer nur Melancholiker oder Psychopathen.«“ (S.132) Zum Inhalt: Horst Bessow, der als Trainer einer DDR-Sport-Mannschaft einen einwandfreien Ruf genießt, irrt nach einem siegreichen… Read More »

Moral – nicht Aposteltum – Rezension zu „Eine Frage der Moral“ – Anatol Stefanowitsch

„Den Befürworter/-innen politisch korrekter Sprache geht es… darum, sprachliche Ausdruckformen genau so nach moralischen Gesichtspunkten zu bewerten wie andere Aspekte menschlichen Handelns.“ (S.21) Zum Inhalt: Der 1970 in Berlin geborene Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch greift in dem kleinen Band aus dem Hause Duden ein oder vielmehr gleich mehrere heiße Eisen an. Zum einen den Begriff der Moral über den… Read More »

Orthografisch-grammatischer Scheideweg – Rezension zu „Warum es nicht egal ist, wie wir schreiben“ – Kathrin Kunkel-Razum u.a.

„Die Wörter verlangen von uns den Respekt, dass wir sie richtig schreiben.“ (S.45) Zum Inhalt: Der Miniband aus dem renomierten Dudenverlag, wird als „Debattenbuch“ tituliert (Klappentext) und macht seinem Namen alle Ehre, stellt er doch die Niederschrift einer Podiumsdiskussion moderiert von Kathrin Kunkel-Razum, ihres Zeichens Leiterin der Dudenredaktion dar. An der Diskussion nahmen der Theater- und Filmschauspieler Burghart… Read More »

Soziale Untiefen und geografischer Untergang – Rezension zu „Bevor alles verschwindet“ von Annika Scheffel

„Ein Wind mit Gedächtnis, ein Lücken lassender Wind, der hier nie wieder einen Widerstand spüren, der sich an nichts mehr entlangtasten kann,…“ (S.169) Zum Inhalt: Beinahe lapidar ist sie, die Nachricht, welche die PR-Vorhut einer gesichtslosen Baumaschinerie den Dörflern überbringt. Sie wüssten es nun ja schon seit langem, aber nun wäre die finale Bauphase erreicht in der die… Read More »

Großes Finale für einen kleinen Mann – Rezension zu „Der Samenbankraub“ von Gert Prokop

„Du darfst vor allem nicht am eigenen Leben hängen: das macht dich furchtsam. – Du darfst den Tod jedoch nicht mißachten: das macht dich leichtsinnig. Lebe mit deinem Tod, lebe in kurzen, überschaubaren Intervallen, bedenke, in jeder Sekunde kann es vorbei sein: dann wirst du immer alles mit allen Kräften tun.“ (S.200) Zum Inhalt: Tiny, der Leserschaft aus… Read More »

Regeln der Vielfalt – Rezension zu „Richtig gendern“ von Gabriele Diewald und Anja Steinhauer

„Sprache ist vom Denken geprägt und Sprache prägt das Denken.“ (S.7) Zum Inhalt: Die Überschrift in Kombination mit dem Nimbus des Verlagsbegriffes „Duden“ kann bei Leser*innen durchwegs suggestiv das Bild eines klar ausformulierten Regelwerkes für das Gendern aufkommen lassen, welches Verfasser*innen unterschiedlichster Texte davon entbinden würde, in dieser Thematik kreative Lösungen zu finden ;-). Nicht jede/r empfindet sich… Read More »

Abgesang auf das Geschriebene? – Rezension zu „Die Schrift“ von Vilém Flusser

„Texte sind Halbfabrikate. Ihre Zeilen eilen einem Schlußpunkt zu, aber über diesen hinaus einem Leser entgegen, von dem sie hoffen, daß er sie vollende. Ob sich der Schreibende dessen bewußt ist oder nicht, ja sogar gleichgültig, ob er wie Kafka ausdrücklich auf den vollendeten Leser verzichtet, Texte sind ein Suchen des anderen.“ (S.38) Zum Inhalt: Vilém Flussers Text… Read More »

„Des Glück is a Vogerl…“ – Rezension zu „Anleitung zum Unglücklichsein“ – Paul Watzlawick

„Wo kämen wir denn hin, wenn sich immer mehr Menschen davon überzeugten, dass ihre Lage hoffnungslos, aber nicht ernst ist?“ (S.26) Zum Inhalt: Humorvoll, aber nicht minder ernstzunehmend, wendet Pauk Watzlawick so ziemlich jeden Kunstgriff – oder sollte man sagen Untergriff 😉 – aus dem Methodenkoffer der umgekehrten Psychologie an, um seinem Leser*inner vor Augen zu führen: „Unglücklich… Read More »