Tag Archives: Theater

Von Lebensmöglichkeiten – Rezension zu „Der Tor und der Tod“ von Hugo von Hofmannsthal

„Da tot mein Leben war, ist nun mein Leben, Tod!“ (S.30) Zum Inhalt: Claudio hat in seinem Leben viel erreicht, zumindest im materiellen Sinne. Er ist an einem Punkt angelangt, an dem er mit einem ernüchternden Kassensturz seines Daseins feststellt: „Es scheint mein ganzes, mein versäumtes Leben verlorne Lust und nie geweinte Tränen“ (S.8) In diese Szenerie hinein… Read More »

Goldsuche, menschliche Fragezeichen und geerdete Ikonen

„»Man hat kein Vorbild zu haben, man muss es selber sein.Ich weiß nicht, ob es schwerer ist, man selbst zu sein, ich weiß nur, dass es richtig ist.«“ (S.86) Zum Inhalt: Redaktionsgeschichten – so der Untertitel des 142 Seiten umfassenden kleinen Werkes von Hubert Flattinger; treffend, wie im übrigen auch die enthaltenen Texte. Ein sehr persönliches Résumé eines… Read More »

Royale Streitereien

„Glaubst Du, es gäb‘ ein Sandkorn in der Welt Das nicht gebunden an die ew’ge Kette Von Wirksamkeit, von Einfluß und Erfolg?“ (S.16) Zum Inhalt: Es sind die Zeichen des Dreißigjährigen Krieges, die am Horizont des Stückes bereits ein Fanal entzünden, dessen Widerschein über  das gesamte Trauerspiel seine scharfen Schatten legt. Rudolph  II, eingeschworener Katholik, jedoch nachsichtig gegenüber… Read More »

Märchen und Drama in einem Band, zwei zeitlose Meisterwerke Zuckmayers

„Wichtig is gar nichts, dazu is de Welt zu groß. Aber richtig, richtig soll’s zugehn.“ (S.90) Zum Inhalt: „Der Hauptmann von Köpenick“ trägt den Untertitel „Ein deutsches Märchen in drei Akten“, und auf den ersten Blick mag es märchenhaft wirken, doch erkennt des Leser / der Theatergast nicht allzu selten Parallelen zu einer Welt, die immer wieder die… Read More »

Heiteres Alpenmärchen

„So dreht die Welt sich immerfort Und bleibt doch stets an einem Ort. Der Egoismus ist die Achse, Der Hochmut zahlt am End‘ die Taxe; Die Erd‘ – es kommt darauf heraus, Ist nur im Grund ein Irrenhaus. Und wie ich nach und nach gewahr‘, So bin ich selbst ein großer Narr.“ (S.69) Zum Inhalt: Rappelkopf, so der… Read More »

Erster Teil eines Mysterienspiels…

„…und euch sagen was noch Not. Eins ist das Leben, das andere der Tod. Zu welchem wollt ihr geführt sein von beidem? Welches aufsuchen und welches meiden?“ (S.58) Zum Inhalt: Zwei Wanderer suchen auf einem abgelegenen Bauernhof hoch auf dem Berg Unterkunft für die Nacht. Der Bauernhof wird von Magdalena, einem fast 15-jährigen naiv-frommen Mädchen und dessen Großvater… Read More »

Rousseau und die Französische Revolution

Der Band 29 der „Kulturgeschichte der Menschheit“ von Will und Ariel Durant beschäftigt sich mit der Zeit rund um die Französische Revolution, jedoch nicht in der oft gefürchteten maschinengewehrartigen Aufzählung von Daten und trockenen, angestaubten Fakten. Es ist vielmehr ein kurzweiliges Lesebuch, eine Art Reiseführer durch das Leben der Protagonisten aus deren Sicht der Interessierte ein schillerndes Umfeld… Read More »

Outlaws – in Sturm und Drang…

Zum Inhalt: Die zwei Extreme zwischen denen sich eine tragische Geschichte – derjenigen zwischen Kain und Abel nicht unähnlich – aufbaut sind die beiden adeligen Söhne Franz und Karl Moor. Karl, der Erstgeborene, als Student in Leipzig entwickelt eine hochstilisierte Moralvorstellung an der die reale Welt scheitern muss. Als Reaktion bekämpft er das bestehende Establishment zuerst mit Worten… Read More »

Ökumene in der Literatur

„Wieviel andächtig schwärmen leichter als gut handeln ist? wie gern der schlaffste Mensch andächtig schwärmt, um nur – ist er zuzeiten sich schon der Absicht deutlich nicht bewußt – um nur gut handeln zu dürfen.“ (S.22) Zum Inhalt: Jerusalem zur Zeit des Waffenstillstandes während des 3. Kreuzzuges – dies ist der geschichtliche Rahmen der Handlung. Ein christlicher Ordensritter rettet… Read More »

Die Wiener…

… und der Rest der Welt. Horvath zeichnet ein verstörendes Bild der „Wiener Gemütlichkeit“ in seinem 3 teiligen Stück um Liebe, Verlassen werden, sich Wiederfinden, Sterben, Generationenkonflikt und Schicksalsergebenheit. Manches Mal will die Gemütlichkeit aufkeimen – ob in Form einer scheinbar perfekt arangierten Ehe oder einer Picknick Idylle, nur um schonungslos als Illusion enttarnt zu werden. Fazit: Etwas… Read More »