Traumrealitäten – Rezension zu „Das Rad der Zeit“ Bd. 3 „Die Rückkehr des Drachen“ von Robert Jordan

By | 26. August 2017

Traumrealitäten – Rezension zu „Das Rad der Zeit“ Bd. 3 „Die Rückkehr des Drachen“ von Robert Jordan„Wir sind alle verwundbar im Schlaf, und der Schatten ist in der Nacht besonders stark.“ (S.99)

Zum Inhalt:

Die Fäden welche das Rad zum Gewebe der Zeit verspinnt, jenem, welches man Geschichte nennt, scheinen lockerer zu sein. Doch nur von außen betrachtet, reisen doch die ehemals aufs Engste zusammengeschweißten Gefährten oft allein. Allen voran Rand al´Thor, um seine Freunde nicht zu gefährden, sollte er dem Wahnsinn verfallen, wie die Männer vor ihm, denen der Zugang zur Einen Macht möglich war. Ein Getriebener stets am Rand eines Alptraums, den er mittlerweile sein Leben nennt oder jenem Bruchstück, welches davon noch intakt scheint.

Die Frauen Nynaeve, Egwene und Elayne, die sich verpflichteten, sich um Mat’s Genesung zu kümmern, indem sie ihn ins Zentrum der Macht der Aes Sedai bringen. Perrin, einerseits seine Gabe mit den Wölfen zu denken, zu kommunizieren verfluchend, andererseits nicht mehr davon loskommend in einer Art Hassliebe.

Und wie bereits zuvor Moraine, Fäden beobachtend, Fäden ziehend – so glaubt sie zumindest –, die zusammen mit ihrem Beschützer Lan versucht den finsteren Bestrebungen all ihr Wissen und ihre Macht entgegenzustellen. Im Glauben die Pläne des Dunklen Königs vereiteln zu können, ist es nicht selten sie, die erleben muss, wie machtlos sie eigentlich dem Rad ausgeliefert ist, wie sehr Ta´veren seinen eigenen Spielregeln folgt, jenseits äonenalten Wissens gehortet von diversen Ajas innerhalb der Aes Sedai. Um so tiefer trifft auch die Erkenntnis, das viele der Mythen – und darunter fallen auch die rund um die Schwarzen Aes Sedai – nicht nur Schauermärchen für unfolgsame Kinder sind.

Dreh- und Angelpunkt, zumindest in der als real angesehenen Welt, ist Tear. Dort findet sich die Festung genannt der „Stein von Tear“ in dem die Hochlords das unberührbare Schwert Callandor verwahren. Die Reise dorthin gestaltet sich für jeden der Ta´veren und ihre mehr oder weniger freiwilligen Begleiter zu einer Herausforderung, die oft nicht weniger als ihr Leben einfordert… und dies nicht nur in einer als wirklich, greifbar empfundenen Welt. Es sind vor allem die Abgründe der Träume, Visionen und Ahnungen, die Kompass, Karte und Sextant in einer Zeit in der alles aus den Fugen gerät bilden.

Fazit:

Den Namen Fantasy-Zyklus verdient Robert Jordans allemal. Die Geschichte rund um Rand al´Thor und der mit seinem Schicksal verwobenen Begleiter gewinnt mit „Die Rückkehr des Drachen“ weiter an Tiefgang. Die Balance zwischen der Ausformung einer detailiert, beinahe minutiös ziselierten Welt und temporeichen Szenen wechselt gekonnt ab. Langatmigkeit kann dem Text beileibe nicht nachgesagt werden, ebensowenig Oberflächlichkeit. Jordan lässt sich Zeit damit die Handlung ebenso wie die Akteure stimmig herauszuarbeiten. Ergebnis ist eine wunderschöne, akribisch gestaltete, stilistisch und erzähltechnisch harmonische Weltengeschichte, die an Vielschichtigkeit und irisierender Brillianz ihresgleichen sucht. Zum Glück geht die Saga noch einige Bände weiter, denn auf die Entführung in die Welt Gefährten aus der Gegend der zwei Flüsse freut man sich stets erneut.

Zum Buch:

Auch der dritte Band setzt die sehr wertige Gestaltung und Verarbeitung der Serie fort. Eine ausführlichere Beschreibung dazu findet sich bei Band 2 „Die Jagd beginnt“.

Buchdaten:

  • Titel: „Das Rad der Zeit 3 – Die Rückkehr des Drachen“
  • Autor: Robert Jordan
  • Umfang: 768 Seiten
  • Verlag: Piper, Auflage: 4 (2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3-492-70083-2
  • Größe: 21,5 x 13,5 x 4,4 cm

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