Und täglich grüßt… – Rezension zu „Nimmerwiederkehr“ von Alexander Kröger

By | 9. Juni 2018

Und täglich grüßt... – Rezension zu "Nimmerwiederkehr" von Alexander Kröger„Ich halte absolute Vernunft der Menschheit für eine Utopie.“ (S.7)

Zum Inhalt:

Die Erde ist nach dem von Menschenhand verursachten Super-GAU durch das HAARP-Experiment ( siehe „Der erste Versuch“) auf einem guten Weg sich zu erholen – zumindest soweit es die Natur anbelangt. Ähnliches könnte auch der empfindlich geschrumpften menschlichen Gesellschaft beschieden sein, deren Mangel v.a. jener an technischen Fachkräften zu sein scheint.

Doch erneut bewahrheitet sich jenes eherne Gesetzt, das der Mensch aus seiner Geschichte nur eines lernt, nämlich, dass er nichts aus ihr lernt. „»Die Leute sind eingebettet in Harmonie, Selbstzufriedenheit und staatlich stimulierter Aufbaueuphorie.«“ (S.74) So kann man einen nicht unerheblichen Teil der neuen Zivilisation beschreiben. Ressourcen sind noch aus den Altbeständen der Untergegangenen „Alten“ vorhanden. Materielles stellt keinen wirklichen Engpass dar. Und doch sind es schon wieder ideologisch motivierte Zwistigkeiten, die entzweien.

Überschattet wird all dies zudem noch durch eine zufällige Entdeckung, deren Endgültigkeit ernüchtert: ein Asteroid befindet sich auf direktem Kollisionskurs mit der Erde und könnte – einem schlechten kosmischen Scherz gleichend – der Menschheit nun endgültig den Garaus machen. Selbst Angesichts dieser Herausforderung, gelingt es nicht Unzufriedene, ewige Nörgler, ja sogar gewaltbereite Demagogen an einen Tisch zu bringen.

So ist der Ausgang dieses Wettlaufs gegen die Zeit trotz hohem Einsatz einiger Weniger und den durchaus fundierten Ideen welche von unterschiedlichsten Akteuren zusammengetragen werden mehr als fraglich…

Fazit:

Alexander Kröger zeichnet in seinem Roman „Nimmerwiederkehr“ eine recht nüchterne, man könnte sogar versucht sein zu behaupten desillusionierende Sicht einer Menschheit, die – knapp dem ersten selbsverschuldeten Untergang entronnen – nicht wirklich essentiell dazugelernt hat. Vor allen was persönliche Animositäten, politisches Machtdenken und Manipulation von Massen anbelangt beschleicht den Leser immer wieder ein Déjà-vu mit bitterem Beigeschmack.

Im Gegensatz zur Natur, die sich, vom Menschen nicht mehr kontrolliert, in weiten Teilen erholt hat, gelingt es der menschlichen Rumpfgesellschaft scheinbar nur marginal wirklich neue zukunftsträchtige und tragbare Ideen zu entwickeln und auch umzusetzen. Selbst angesichts einer erneuten Bedrohung – diesmal durch ein kosmisches Ereignis – gelingt es nicht, individualistische Tendenzen, subversive Machtfantasien oder schlicht bürokratische Hürden hintanzustellen resp. zu überwinden.

Der Mensch als soziales Wesen kann scheinbar nicht aus seiner Haut. Zu sehr hat man scheinbar überwundenes verinnerlicht und nimmt es jeden Tag, jeden Weltuntergang, erneut mit, sozusagen als Basisprogramm menschlich-gesellschaftlichen Scheiterns. Auch wenn immer wieder von globalem Zusammenhalt und Aufbaustimmung geredet wird, so lässt sich der Eindruck nicht abschütteln, dass die Spezies Mensch wohl nicht unbedingt jenes Skillset aufweist, welches ihr das Überleben vereinfachen oder gar erst ermöglichen würde.

Zum Buch:

Nachdem es sich bei Band 11 der Alexander-Kröger-Werkausgabe (AKW) um ein in Verarbeitung wie Aufmachung identes Buch, abgesehen vom Coverbild, wie bei Band 20 „Chimären“ handelt, sei hier auf ebendiesen für die Buchbeschreibung verwiesen.

Buchdaten:

  • Titel: „Nimmerwiederkehr“
  • Autor: Alexander Kröger
  • Umfang: 274 Seiten
  • Verlag: Edition SolarX; 1. überarbeitete Auflage 2018
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3-945713-40-2
  • Größe: 19,5 x 13,8 x 1,4 cm

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