Uralte neue Freunde…

By | 16. September 2014

“Ovaron” – Perry Rhodan Silberband 48„»Keine Phantasie reicht aus, die Wahrheit zu beschreiben.«“ (S.270)

Zum Inhalt: Nach der Niederlage, die Ribald Corello nicht nur psychisch, sondern auch physisch an die Grenzen brachte, muss der Mutant unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen auf der INTERSOLAR, Rhodans Flaggschiff, medizinisch versorgt werden. Dank dieser Bemühungen der Terraner gelingt Ribald auch die Überwindung der Embryblockade, welche ihm die Antis und Aras eingepflanzt hatten, um ihn zu einem Werkzeug ihres Krieges gegen die solare Menschheit zu machen.
Nach wie vor stellt der cappinsche Sonnensatellit eine essentielle Bedrohung für die 26 Milliarden Bewohner des Ghostsystems dar. Die Lage spitzt sich zu, als aufgrund der Aktivitäten des Satelliten das Solsystem wieder kurzzeitig in die Realzeit zurückfällt und nur durch die gemeinsamen Anstrengungen der Solaren Abwehr und Ribalds verhindert werden kann, dass die Feinde Rhodans dies realisieren.
Nach wie vor steht der Plan der Terraner, eine Zeitreise in die Vergangenheit zu riskieren, um den Sonnensatelliten bereits zu seiner Bauzeit zu vernichten, nachdem er sich in der Realzeit als unangreifbar erwiesen hat. Auch hier wird die Hilfe Ribalds benötigt, der das für Zeitreisen benötigte Element Sextagonium als einziger zu stabilisieren vermag.
Der Leser begegnet erstmals einem Charakter, der die weiteren Geschichten noch entscheidend mitprägen wird: Ovaron. Ovaron ist Cappin und Chef des Geheimdienstes in einer Vergangenheit vor 200.000 Jahren, als im Solsystem durch eine verbrecherische Fraktion aus dem Volk eben dieser Cappins genetische Experimente auf der frühen Erde durchgeführt werden. Die Reise Rhodans und seines Teams im NZD (Nullzeitdeformator) führt die Crew mitten in eine Gesellschaft von Cappins, welche geprägt ist von Machtspielen, Intrigen und undurchsichtigen politischen Machenschaften. Diesen fällt auch Ovaron zum Opfer und sieht sich so gezwungen mit den Zeitreisenden einen Packt vorerst wider Willen zu schließen. Nachdem Ovaron seinen Tod vortäuscht und so einer Verfolgung respektive Tötung durch den cappinschen Geheimdienst entgehen kann, beginnt eine abenteuerliche Flucht mit Rhodan und dem NZD in die Realzeit der Terraner.
Das Wissen das Ovaron und die mit ihm geflohene Cappin-Wissenschaftlerin Merceile den Terranern liefern ist von unschätzbarem Wert. Das eigentliche Ziel, den Satelliten zu zerstören wurde jedoch verfehlt, was in einer weiteren Zeitreise, diesmal in die Nähe der Werft in der der Satellit gebaut wird, mündet. Dank Ovarons Kenntnissen finden sich die Zeitreisenden auf dem Planeten Zeuth schnell zurecht. Zeuth, der in der Zeit vor den Kriegen der Lemurer mit den Halutern im Solsystem noch existierte und in der Realzeit nur noch als Asteroidengürtel bekannt ist, stellt eine in vielerlei Hinsicht extreme Welt dar. An diese Extreme haben sich Fauna und Flora angepasst, jedoch nicht die Cappins in ihrer überheblichen, technikgläubigen Einstellung. Dieser Fehler ermöglicht es den Terranern auch, das Chaos auszunutzen, das durch ein explosionsartiges Erwachen des Lebens auf Zeuth nach der jahrzehntelangen Winterruhe verursacht. Die Bombe kann in dem im Bau befindlichen Satelliten platziert werden. Ob sie jedoch wie erwartet in der Realzeit wirksam wird, bleibt noch offen.

Fazit: Positiv an den Geschichten im Cappins-Zyklus fällt die Bemühung der Autoren auf, mehr deskriptive Elemente einfließen zu lassen, was den atmosphärischen Tiefgang spürbar hebt. Leider fällt auch in diesem Buch des öfteren auf, dass der Zyklus gekennzeichnet ist, durch mehr Quantität als durch Qualität: Mehr Personen, mehr Schiffe, mehr Zeitreisen, einfach mehr… v.a. mehr logische Zumutungen, die auch einem eingefleischten Rhodan-Fan unangenehm auffallen. Nichts desto trotz gelang es Horst Hoffmann als Redakteur wieder einmal einen spannenden Silberband zusammenzustellen, der viele Kanten, Ecken und unnötige Sprödheiten der Heftromane gekonnt umschifft.
Als kleines Goodie habe ich die Notizen, die ich mir während des Lesens gemacht hatte als grafische Inhaltsangabe wieder im folgenden Link hinterlegt Grafische Inhaltsangabe Bd. 48 .

Zum Buch: Ein Silberband. Was soll man da noch sagen 😉 . So wie auch die Vorgänger durch klare typografische und satztechnische Strukturen geprägt und schlicht sehr schön anzusehen. Buchbinderisch einwandfrei verarbeitet, griffiges, etwas grobes Papier und sauberer Druck auch bei den Risszeichnungen in den Buchdeckelinnenseiten sind schon so gut wie selbstverständlich 😉 .

Buchdaten:

  • Titel: „Ovaron“
  • Seiten: 431 Seiten
  • Verlag: Verlagsunion Erich Pabel-Arthur Moewig KG (1994)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-8118-2067-2
  • Größe: 19,7 x 13,2 x 4,7 cm

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