Vom Geist hinter der Maschine – Rezension zu „Kill Decision“ von Daniel Suarez

By | 8. Oktober 2016

Vom Geist hinter der Maschine - Rezension zu "Kill Decision" von Daniel Suarez„»Deshalb funktioniert die menschliche Gesellschaft ja meistens: Die Leute wollen keinen Ärger. Aber hinter jedem Gesetz steht die implizite Androhung von Gewalt, und hinter jeder Wählerstimme steht die Androhung von Rebellion. Das ist der Deal der eine freie Gesellschaft zusammenhält. Und eine Gesellschaft mit einem großen Machtungleichgewicht wird nicht lange frei bleiben.«“ (S.271)

Zum Inhalt:

Verheerende Schläge einer entmenschlichten Waffe, sogenannter Drohnen, sind es, die – ob nun im Nahen Osten oder auf amerikanischem Boden – aufschrecken. Schuldige werden gesucht. Sündenböcke werden gefunden. Und je nach Blickwinkel überzeugen die Argumente der jeweiligen Gegenseiten. Ein Kampf auch der kalkulierenden Medienkonsortien, der im verborgenen agierenden politischen  und wirtschaftlichen Seilschaften, und nicht zuletzt der fanatischen Demagogen.  Eine Verhaltensbiologin, Linda McKinney, wird dabei buchstäblich aus ihrem Leben gerissen, dessen Inhalt auf den ersten Blick den Anschein erweckt militärisch vollkommen uninteressant, ja belanglos zu sein: sie ist Myrmekologin, Ameisenspezialistin mit dem Spezialgebiet der Erforschung der Schwarmintelligenz von überaus effizient organisierten Ameisenkolonien im Dschungel Afrikas. Ihre jahrelang akribisch zusammengetragenen Erkenntnisse fließen dabei in ein Modell ein, mittels dessen sie aufzeigen will, wie es möglich ist, dass Insektenstaaten, deren Einzelwesen nur über einen sehr überschaubaren Intelligenzrahmen verfügen, zu komplexen Höchstleitungen auf dem Gebiet der Logistik, Problemlösung und v.a. der Selbsterhaltung und Verteidigung fähig sind. Für Findige ist der Schritt von diesen Algorithmen aus der Tierwelt, die sich über Jahrmillionen als zielführend erwiesen haben, hin zu der Implementierung in eine entsprechende Anzahl technisch ausgefeilter und in Massen billig produzierbarer Waffenplattformen – lies Drohnen – nur ein kleiner. Und wer bei diesem Rennen der Erste ist, ist buchstäblich am Drücker…

Fazit:

Publishers Weekly schreibt zu diesem Roman von Daniel Suarez: „Mit diesem Mix aus nervenzerfetzender Spannung und verständlicher Wissenschaftlichkeit etabliert sich Daniel Suarez in diesem spannenden Thriller als der legitime Erbe von Michael Crichton.“ Und durchaus hat Suarez in seinem visionären Text einmal mehr bewiesen, dass er technisch wie auch sozialpolitisch seine Hausaufgaben als Autor gemacht hat. Ähnlich seinen Büchern „Daemon“ und „Darknet“ zeichnet er eine beänstigende Sicht der Gesellschaft, die nicht kommen kann oder wird, sondern eine in der wir bereits leben, deren Auswirkungen wir täglich in den Berichterstattungen sehen, sofern man nur gewillte ist auch zwischen Zeilen zu lesen und lancierte Informationen kritisch zu hinterfragen.

Zum Buch:

Der rororo-Verlag ist dem bewärten Layout der Bücher „Daemon“ und „Darknet“ treu geblieben, was für die Qualität des Buches aus handwerklicher Sicht spricht. Trotz der Dicke ist es angenehm in der Haptik, mit einem festem Seitenbedruckstoff, sowie einem ästhetisch und zum Inhalt hin stimmigen Covermotiv. Der Druck ist sehr sauber, die Typografie schlicht und zweckmäßig. Auf jeden Fall ein Band der sein Geld wert ist.

Buchdaten:

  • Titel: „Kill Decision“
  • Autor: Daniel Suarez
  • Umfang: 495 Seiten
  • Verlag: rororo, 2. Auflage 2013
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3-499-25918-0
  • Größe: 19 x 12,5 x 4,3 cm

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