Von der Ethik in der Maschine…

By | 8. Februar 2015

 Finale für Pluto - Perry-Rhodan-Silberband„Der Mensch hat den Weltraum erobert, zahlreiche Planeten besiedelt und eine imponierende Technik entwickelt, aber im Grunde seiner Seele ist er der nackte Affe der Urzeit geblieben.“ (S.304)

Zum Inhalt:

Noch immer sitzen Rhodan und seine Crew mit der MARCO POLO in Gruelfin fest. Nicht nur das, auch gerieten Roi Danton alias Mike Rhodan, sowie der Paladin mit den Siganesen in takerische Gefangenschaft. Vascalo, ein speziell begabter Pedotransferer, ebenso abitioniert wie skrupellos führt eine Invasion der terranischen Heimatgalaxis an, für die er mehrere zehntausend gekaperte Robotschiffe der sogenannten Urmutter aus Gruelfin aufbietet. Angesichts dieser unglaublichen Bedrohung von außen vergessen die Völker der Milchstraße ihre kleinlichen Streitereien und schließen sich zu einem Abwehrbund zusammen, den selbst Vascalo unterschätzt hat.

Überhaupt läuft so einiges ausgesprochen unrund für den Pedotransferer: ein lange Zeit von den Takerern irregeführtes Volk, jenes der Jucla, begehrt auf. Seine historischen Fesseln abschüttelnd gelingt ihm das unfassbare: die Machtübernahme in Gruelfin.

So wie in seiner Heimatgalaxies entgleiten Vascalo auch in der Milchstraße zusehends die Fäden mit denen er den Ausgang der Eroberung zu lenken hoffte. Je mehr die Urmutter, jene von Ovaron vor Äonen zum Schutz der Ganjasen geschaffene robotische Intelligenz, in einen ethischen Konflikt gezogen wird, desto mehr spitzt sich die Lage zu. Bis zu dem Punkt an dem dieser gigantische Apparat beschließt seine Existenz und die aller seiner Subsysteme, lies Sammler und Vasallen, zu beenden. Somit besiegelt er zum einen den Ausgang des Kampfes um die Galaxis der Terraner, sowie das Schicksal der takerischen Invasoren zusammen mit ihrem Anführer Vascalo.

Die tückischen Eroberungsversuche können die Völker der Galaxis abwehren, auch gelingt es Rhodan mit der MARCO POLO nach einem bewegenden Abschied von Ovaron die Reise nach Hause anzutreten, doch keiner der Heimkehrer hätte sich ausmalen können, was sie dort erwartet…, dazu mehr im Schwarm-Zyklus.

Fazit:

Es ist der Abschlussband eines recht durchwachsenen Zyklus in der Perry Rhodan Geschichte und selten hat ein Romanreigen die Fangemeinde dermaßen gespalten. Der Redakteur der Silberbände Horst Hoffmann stand hierbei oft vor einer fast unlösbaren Aufgabe Widersprüche zu entwirren, schriftstellerische Eskapaden einzudämmen und gleichzeitig eine Storyline aus einem Guss zu entwerfen. Ihm ist es auch zu einem großen Teil zu verdanken, dass die Bände lesbar geblieben sind. Der letzte Band entschädigt den Leser für die oft mühsamen (Lese-)Durststrecken im gesamten Zyklus.

Besonders hervorzuheben ist die Auseinandersetzung mit einer Kultur in der die Lebenszeit des Einzelnen die 20 Jahre nur in Ausnahmefällen übersteigt – die Kultur des Raumfahrervolkes der Juclas. Grundlage dafür bildete „einer der besten Romane des gesamten Cappin-Zyklus: Die Flotte der Clans von William Voltz“ (Horst Hoffmann im Vorwort). Als kleines Goodie habe ich die Notizen, die ich mir während des Lesens gemacht hatte als grafische Inhaltsangabe wieder im folgenden Link hinterlegt Grafische Inhaltsangabe Bd. 54 .

Zum Buch:

Ein Silberband, der sich buchbinderisch keine Blöße gibt. So wie auch die Vorgänger durch klare typografische und satztechnische Strukturen geprägt und schlicht sehr schön anzusehen. Buchbinderisch einwandfrei verarbeitet, griffiges, etwas grobes Papier und sauberer Druck auch bei den Risszeichnungen in den Buchdeckelinnenseiten sind schon so gut wie selbstverständlich.

Buchdaten:

  • Titel: „Finale für Pluto“
  • Ausgabe: 398 Seiten
  • Verlag: Edel Germany
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-8118-2073-7
  • Größe: 19,7 x 13,2 x 4,1 cm

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