Wissenstransfer – Rezension zu „Gehirn in Fesseln“ Bd. 70 der Silberedition Perry Rhodan

By | 10. Februar 2017

Titelbild "Gehirn in Fesseln" - Perry Rhodan Silberband 70„Im Nichts gab es weder groß noch klein, weder oben noch unten. Hier zählte nur das Bewußtsein.“ (S.148)

Zum Inhalt:

Markhor de Lapal zeichnet im Auftrag von Anti-Es dafür verantwortlich, dass ein perfider Plan in die Tat umgesetzt wird: Rhodans Bewußtsein, ja sein gesamtes physisches Gehirn wird gegen ein Android-Organ ausgetauscht, dessen Loyalität Anti-Es gehört. Rhodans Gehirn wird in eine weit entfernte Ecke des bewohnten Weltraums transferiert, in der die Transplantation von Gehirnen zur Lebensverlängerung ein fast schon alltäglicher medizinischer Eingriff ist. Doch auch hier herrschen Regeln moralischer und soziologischer Natur, derer sich Rhodans Bewusstsein erst einmal gewahr werden muss. Diese Aktion läuft so frech vor den Augen der terranischen Freunde Perrys ab, dass diese vorerst keinen Verdacht schöpfen.
Es wäre nicht Rhodan, würde er an dieser Herausforderung zerbrechen, egal wie abgeschnitten er von seiner Heimat ist oder wie trist die Lage wirkt. Die Jahrhunderte seiner Lebenserfahrung kommen ihm zugute, zumal es hier nicht nur um mentale Resilienz, sondern auch um das Beherrschen des politischen Macht- und Ränkespiels in einer vollkommen fremden Gesellschaft geht. Er muss mit teils sehr zwielichtigen Gestalten kooperieren, über seinen menschlichen Schatten springen, Allianzen mit zweifelhaftem Wert und noch zweifelhafteren Organisationen schließen, nur um seinem Ziel – der Rückkehr in das Solsystem – näher zu kommen. Die Gefahren sind dabei nicht nur rein politischer, sondern sehr realer physischer Natur, wie Rhodan immer wieder schmerzhaft aufs Neue erfahren muss.

Fazit:

Mit dem dritten Band im Zyklus „Das Kosmische Schachspiel“ gelingt des den Autoren und v.a. der Redaktion der Silberbände das erzählerische Ruder wieder etwas herumzureißen. Waren die beiden Vorgängerbände nicht gerade Glanzlichter, so gewinnt die Geschichte hier wieder etwas an Fahrt, sowie einen Hauch des ursprünglichen Charmes der Rhodan-Erzählungen zurück. Es werden alternative Soziologien entworfen, ebenso wie Versuche unternommen Einblicke in andersartige Wertesysteme und Denkweisen zu geben. Rasante spannungsgeladene Teile wechseln sich dabei mit deskriptiven ruhigeren Etappen ab, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. In dieser Form ist man Perry-Rhodan Storys „gewohnt“.
Als kleines Goodie habe ich die Notizen, die ich mir während des Lesens gemacht hatte als grafische Inhaltsangabe wieder im folgenden Link hinterlegt Grafische Inhaltsangabe Bd. 70 .

Zum Buch:

Es ist ein Silberband, der sich nahtlos in die ausgezeichnet verarbeiteten Vorgängerbände einordnet. Sei es nun in drucktechnischer wie auch layouterischer Hinsicht. Die Verarbeitung des Buchblockes mit seinen festen, griffigen Seiten, sowie die beinahe traditionell zu nennende bildnerische Gestaltung des Einbandes sind ausgezeichnet realisiert. Ein Buch das handwerklich durchaus auf einem hohen Stand und ästhetisch ansprechend ist.

Buchdaten:

  • Titel: „Gehirn in Fesseln“
  • Umfang: 430 Seiten
  • Verlag: VPM Verlagsunion Pabel Moewig KG
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-8118-2094-X
  • Größe: 19,7 x 13,2 x 4,4 cm

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