Category Archives: Lyrik

Lyrik als Genre

Selbstachtung – Rezension zu „Sei gut mit Deiner Seele“ – Pierre Stutz

„Befreundet sein mit sich selbst ist eine anspruchsvolle Zumutung.“ (S.14) Zum Inhalt: Der Titel lautet nicht von ungefähr „Sei gut mit deiner Seele“ und nicht „Sei gut zu Deiner Seele“. Um ein Miteinander, ein sich selbst annehmen in allen Facetten geht es Perre Stutz. Dies alles jedoch weitab von illusorischen Allmachtsfantasien des »positiven Denkens« oder des „Sich-die-Welt-Schönredens“.  Vielmehr… Read More »

Stetit puella – Rezension zu „Carmina Burana“ – übertragen von Ernst Buschor

„Wahr ist jenes alte Wort Vom gepackten Schopfe, Doch man greift nur fort und fort Nach dem kahlen Kopfe.“ (S.19) Zum Inhalt: Ernst Buschor – näheres zu ihm findet sich hier – schreibt in seinem kurzen Nachwort „Auswahl, Aufbau und Gleichgewicht unseres schmalen Bändchens suchen die bunte, reich abgestufte Fülle der Handschrift abzuspiegeln.“ (S.94) Jener Handschrift, welche eine Anthologie von… Read More »

Ritter, Tod und … Rezension zu „Huttens letzte Tage“ – Conrad Ferdinand Meyer

„Erkaufen Gold und Silber Seelenheil, So steht es bald auf allen Märkten feil. Die Ware wird von Jung und alt gesucht, Und der arme Schlucker bleibt verflucht.“ (S.17) Zum Inhalt: Es sind 8 Kapitel und 71 Strophen in denen Conrad Ferdinand Meyer einen lyrischen Abgesang für den Ritter Ulrich von Hutten intoniert. Hutten, von schwerer Krankheit gezeichnet, zieht… Read More »

Lyrische Glaubenswanderung – Rezension zu „Aus des Angelus Silesius Cherubinischem Wandersmann“ – Johann Scheffler

„Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein: er kann, nachdem er’s macht, Gott oder Teufel sein.“ (S.27) Zum Inhalt: Johannes Scheffler, so zu lesen im Nachwort, wurde 1624 in Breslau geboren, wo er auch 1677 verstarb. Geprägt wurde sein Werk durch die intensive Auseinandersetzung mit katholischem Gedankengut ebenso wie jenem des Protestantismus. Diesen Spagat erspürt der Leser… Read More »

Besinnung – Rezension zu „Es kommt ein Schiff -Gedichte und Bilder zu Weihnachten“

„Mehr konnte die Welt für den Christ nicht tun“ (Die gute Nacht – Bertold Brecht, S.45) Zum Inhalt: Gottfried Natalis hat auf 52 Seiten ein kaleidoskopartiges Kondensat weihnachtlicher Stimmungen arrangiert, welches geschriebenes Wort auf filigrane Art und Weise kombiniert mit bildlicher Expression. Einer farbigen Ausdrucksweise in der sich durch die Epochen hinweg Künstler an der Aufgabe der tiefgründigen… Read More »

Alltagsminiaturen – Rezension zu „Lebenslang“ – Günter Grass

„nur Vorwand sind meine Fundsachen, denn was ich suche, bleibt unbestimmt.“ (S.7, Lebenslang) Zum Inhalt: Miniaturen hält Günter Grass in den verbalakrobatischen Wortkondensaten fest, Alltägliches lyrisch bannend wie ein Standbild, welches der Leser sich alle Zeit nehmend betrachten kann. Blickwinkel verändernd, Schlagschatten nachwandernd kann man sich in den Wortbildern verlieren die sowohl abschreckend simpel, als auch metaphorisch bis… Read More »

Des Lebens Possierlichkeiten – Rezension zu „Bilderpossen“ – Wilhelm Busch

„Ja, ja in diesem Topf von Stein Da machte man den Peter ein, Der, nachdem er anfangs hart, Später weich wie Butter ward.“ (S.35) Zum Inhalt: Die Geschichten des Buches kann man mit dem Einleitungssatz des von Arthur Rümann (Kunsthistoriker und Kinderbuchforscher, *1888 – †1963) verfassten Nachwortes zeitlich wie folgt festmachen: „Die vier Bilderpossen des vorliegenden Bändchens sind… Read More »

Liebliche Sprachmelodie – Rezension zu „Alemannische Gedichte“ von Johann Peter Hebel

„Und wenn den amme Chrüzweg stohsch Und nümme weisch, wos ane goht, Halt still und frog die Gwisse z’erst, ’s cha dütsch, gottlob, und folg sim Rot.“ (S.68) Zum Inhalt: Volkstümliche Miniaturen sind es, die Hebels in den ausgewählten teils strophischen Texten im alemannischen Wortklang festhält. Bereits der erste ist Programm: „Die Wiese“ führt den Leser durch eben… Read More »

Frischer Lesewind – Rezension zu „Lob des Taifuns“ von Durs Grünbein

„Verbring ihn allein Diesen Tag – du wirst sehen, Wieviel länger er dauert.“(S.37) Zum Inhalt: Mit dem Band Nr. 1308 aus der Inselbücherei stellt Durs Grünbein alle vier in Haikus verfassten Tagebücher seiner Japan-Reisen zusammen: ein großer Schritt in der Geschichte der deutschsprachigen Haiku-Dichtung.“(S.115) Die in Deutsch und Japanisch dargebotenen Kurzgedichte, in enger Anlehnung an die und in… Read More »

Vielgestaltig – Rezension zu „Liebesgedichte“ von Bertold Brecht

„… und ich verbeuge mich in den Wind“ (S.49) Zum Inhalt: Brecht „hinterließ mit über 2000 Gedichten und drei großen Lyriksammlungen eines der umfangreichsten und gewichtigsten lyrischen  Werke der deutschsprachigen Literatur des 20. Jh.s.“1), so kommentiert Kindlers Neues Literaturlexikon das Lyrische Werk Brechts. In dem vorliegenden Band werden thematisch zusammengestellt einige der Liebesgedichte Brechts vor den Vorhang dieser… Read More »