Der Schwaben sieben – Rezension zu „Das Abenteuer von den sieben Schwaben“ – Ludwig Aurbacher

By | 27. April 2019

"Die Abenteuer von den sieben Schwaben" - Ludwig Aurbacher„Gott verläßt keinen ehrlichen Schwaben nicht“ (S.17)

Zum Inhalt:

Ludwig Aurbacher lässt seine Leserschaft von der ersten Seite an spüren, aus welchem Holz seine Helden in dieser Erzählung geschnitzt sind: aus schwäbischem. Beinahe einem Banner gleich, welchem sie mit stolz folgen, tragen sie ihren Dialekt in alle seinen Facetten den Leser*innen zu Ohr.

Als Schriftsteller erlangte Aurbacher durch eben diese sieben wackeren Schwaben auf ihrem Feldzug gegen ein sagenumwobenes Ungeheuer seine Bekanntheit. Erschienen waren sie gemischt unter einige andere von Lokalkolorit durchsetzten Texten in seinem Zweibänder von 1827.

Die von feinsinnig bis hagebüchen alles in ihrem Repertoire aufweisenden schwäbischen Abenteurer treibt nicht zuletzt eine beinahe schon der kindlich naiven Menschenliebe entsprungene Mission an: Sie wollen eben dieses legendäre Ungeheuer, welches die Gegend um den Bodensee unsicher macht zur Strecke zu bringen. Alle sind sie Alltagshelden, eventuell Antihelden – böse Zungen würden sagen Maulhelden. Jedoch jeder auf seine Art liebenswürdig und in ihren unterschiedlichen kleinen Wagnissen den schwäbischen Tugenden zugeneigt, ja deren versuchte Archetypen.

Fazit:

Teils doch etwas schwer zu lesen / verstehen, wenn Aurbacher wieder einmal seiner Muttersprache huldigt, spürt man doch quer durch den Text eine ungemein bodenständige Liebe des Autors zu seinen Protagonisten Und durch sie zu seiner Heimat, war er doch geborener Mittelschwabe. Sicher wird sich dem, der des schwäbischen – und hier auch älterer Begriffe und Wendungen – mächtig ist, das ein oder andere Mal ein Schmunzeln bei der Lektüre ins Gesicht schleichen. Jedoch stellt der Text auch für Leser ohne diese spezielle Expertise eine angenehme, kurzweilige und bereichernde Lektüre dar.

Zum Buch:

Individuell, so ist auch beim Band Nr. 277 aus der Inselbücherei die Umschlaggestaltung. Feste Buchdeckel und ein griffiger Seitenbedruckstoff zeichnen das liebevoll gestaltete Buch aus. Ebenso eine ansprechende Typografie, die sich zweier Schriften aus der Zeichenschmiede Linotype bedient: der Linotype-Janson (FLießtext) und der Linotype-Alt-Schwabacher (Überschriften). Den ganz besonderen Reiz dieser Textausgabe der Erzählung macht das Set an Zeichnungen von Peter Hofer aus. In teils recht filigranen Strichführungen bis hin zu beinahe grobschlächtiger Federführung spannen sie einen künstlerisch ästhetischen Bogen, der jenen der Erzählung begleitend heraushebt. Einzig das Austreiben der Textpassagen machte offensichtlich doch einige Probleme (siehe hier).

Buchdaten:

  • Titel: „Das Abenteuer von den sieben Schwaben“
  • Autor: Ludwig Aurbacher
  • Umfang: 68 Seiten
  • Verlag: Insel Bücherei; Inselverlag Nr. 277; 26. bis 35. Tausend 1958
  • Sprache: Deutsch
  • Größe: 18,5 x 12 x 1,0 cm

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