Fluch der Altlasten – Rezension zu „Mutanten auf Andromeda“ – Klaus Frühauf

By | 21. April 2018

Mutanten auf Andromeda  Klaus Frühauf„Es steckte noch eine Menge Altes in den Menschen, auch wenn sie unterdessen in andere Galaxien flogen.“ (S.127)

Zum Inhalt:

Mit der vierzehnten außergalaktischen Expedition der Terraner gelingt in zweifacher Hinsicht ein Meilenstein in der Geschichte der Weltraumfahrt: der Sprung zu einer anderen Galaxis, Andromeda, und das Auffinden des Ursprungs vorab empfangener Signale, die auf eine höher entwickelte Zivilisation schließen lassen.

Die Quelle der Signale ist recht bald ausgemacht, doch den Empfang der Erdbewohner als frostig zu bezeichnen wäre als sträflich idealistisch zu bezeichnen. Bereits die erste zu dem Planeten, welcher seine Oberfläche unter einer soliden grauen Wolkendecke zu verstecken weiß, geschickte Sonde wird schlichtweg ohne Vorwarnung vernichtet. Obwohl die hochentwickelte (Waffen-)Technik durchaus Hoffnung auf eine ebenso oder annähernd so hochentwickelte Gesellschaft schließen ließe, gelangen die Entdecker aus dem terranischen Raumer im Laufe ihrer, von Widrigkeiten geprägten, Erkundung des Planeten immer mehr zu der Überzeugen, hier nur mehr die Reste einer ehemaligen Hochkultur vorgefunden zu haben.

Zwar weist der Planet eine vielgestaltige und faszinierende Fauna und Flora auf, die beinahe allgegenwärtige hohe Radioaktivität verrichtet jedoch unaufhaltsam ihr tödliches Werk. Dass der Ursprung der letalen Strahlung keineswegs ein rein natürlicher sein kann und dass die degenerierten Bewohner des Planeten in keinster Weise die noch immer zum großen Teil funktionierende Technik ihrer Vorfahren beherrschen, irritiert die irdische Crew. So setzt sich diese zum Ziel dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Sie ahnen dabei nicht, dass der wissenschaftliche Enthusiasmus einen hohen Blutzoll fordern könnte…

Fazit:

Klaus Frühauf entwirft ein First-Contact-Szenario welches beileibe nicht neu ist oder vor innovativen erzählerischen und inhaltlichen Ideen strotzt. Trotzdem nimmt die in sich stimmige Geschichte den Leser gefangen, so er sich auf den Handlungsstrang und die Prämissen des Autor einlässt. (Eine davon, in diesem Zusammenhang beinahe klassisch zu nennen, ist jene einer geeinten Menschheit mit dem heeren Ziel der uneigennützigen  Exploration unter dem Stern eines gesellschaftlich höheren Zwecks: „Aake Lundgreen war gegen Ende des zwanzigsten , des sagenhaften Jahrhunderts, in dem die Menschheit die Schwelle vom theoretischen zum praktischen Kommunismus überschritt, in dem kleinen Zentrum der schwedischen Raumfahrt in den Saab-Werken beschäftigt.“ (S.41) )

Immer wieder weist er in seinem Text auf jene Schwierigkeiten hin, die Menschen bei einem noch so minutiös geplanten ersten Kontakt mit einer anderen vernunftbegabte Spezies hätten, zumal sie nur sekundär in jener der Verständigung liegen würde. Eher läge es daran, dass der Raumfahrer als Mensch sich stets als soziales Wesen mit allen Vorurteilen, (philosophischen) Ansichern, emotionalen Problemen mitnimmt, wie weit er auch immer reisen möge. „… aber es kann eben keiner aus seiner Haut. Wir alle hängen doch noch sehr am Irdischen.“ (S.124)

Zum Buch:

Das Buch aus dem Verlag Neues Berlin wartet mit künstlerisch sehr ansprechend gestalteten, stabilen Buchdeckeln auf, für deren Design Werner Ruhner in seinem unverkennbaren Stil firmiert. Ruhner hat ebenfalls die atmosphärisch gut getroffenen Illustrationen im Text dazu liefert. Der Buchblock fügt sich solide zwischen die Buchdeckel, wobei der Bedruckstoff aufgrund eines recht hohen, faserigen Holzanteils (siehe hier) leicht zum Vergilben neigt. Generell ist das Seitenmaterial von keine hohen Qualität, wie man es bei gebundenen Bänden ansonsten erwarten würde. Ebenso lässt der Druck und die Typografie teils etwas zu wünschen übrig (siehe hier). Gesetzt wurde der Text aus der angenehm lesbaren 11p Garamond. Die Austreibung des Textes in einigen Passagen ist handwerklich nicht erste Sahne (siehe Beispiel hier).

Ein besonderer Dank geht hier noch an Sven Svenson, der mir dieses Kleinod aus seiner Sammlung schenkte. Sven schreibt ebenfalls u.a. Science-Fiction Romane, von denen ich einige hier auf diesem Blog rezensieren durfte.

Buchdaten:

  • Titel: „Mutanten auf Andromeda“
  • Autor: Flaus Frühauf
  • Umfang: 286 Seiten
  • Verlag: Verlag Neues Leben Berlin; Auflage 1980
  • Sprache: Deutsch
  • Lizenz-Nr: 303 (305/45/80)
  • LSV: 7503
  • Größe: 22,0 x 14,8 x 2,0 cm

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