Geschichte, wie sie hätte sein können…

By | 13. Januar 2013

"Alexanders langes Leben Stalins früher Tod" - Erik Simon (Hrsg.)„Wenn Menschen glauben, scheint es verschwendete Mühe zu sein, sie Denken zu lassen – und vielen zuvor auch noch das Denken beizubringen. Es geht viel schneller und einfacher, zu befehlen.“ (S.261)

Zum Inhalt:

Die Frage „Was wäre wenn…“ stellt sich der Mensch nicht nur wenn er in lichten Momenten sein eigenes Leben reflektiert. Ausgehend von der Idee, dass es oft die „kleinen“ Ereignisse sind deren Geschehen (oder nicht Geschehen), den mäandrierenden Fluss der Zeit signifikant verändern, versuchen die Autoren der Kurzgeschichten alternative politische, soziale und am Rande auch technische Entwicklungsstränge zu schildern. Dies geschieht weitestgehend in geschichtlich chronologischer Form von der Antike bis hin zu aktuelleren Entwicklungen Rund um die jüngere Geschichte v.a. Deutschlands. Letztere nimmt naturgemäß einen sehr großen Raum ein, ebenso wie die historische Entwicklung rund um die Weltkriege.

Folgende Titel und Autoren sind in diesem Band vertreten:

„Wenn Alexander der Große sich gegen Rom gewandt hätte“ – Titus Livius
„Wenn Alexander der Große weitergelebt hätte“ – Arnold Toynbee
„Ein Manuskript aus dem Jahr 634“ – Felix Cornelius
„Die Cusanische Acceleratio“ – Wolfgang Jeschke
„Alte russische Uchronik“ – G.W.Inomerski
„Angsttraum des Germanisten“ – Egon Friedell
„Georg Büchner. Die zweite Lebenshälfte“ – Gundula Sell
„Wenn Grant bei Appomattox betrunken gewesen wäre“ – James Thurber
„Leyermärkische Documente“ – Carl Amery
„Requiem für einen Stümper“ – Sabine Wedemeyer-Schwierisch
„Vor langer Zeit verloren“ – Wjatscheslaw Rybakow
„Eines Taxichauffers Werk“ – Williamson Murray
„Wenn Thälmann 1934 nicht Reichspräsident geworden wäre“ – Erik Simon, Colonie Grégor
„Stalins Trumpf“ – Kir Bulytschow
„Der Sturm“ – Maciej Parowski
„Historische Konstanten: Die Notwendigkeit der Wiedervereinigung 1990“ – Victor Zyx
„Herrliche Zeiten“ – Karsten Kruschel
„Die Bayernkirse“ – Iris Monke
„Churchill im Fernsehen. Wider die Vermengung von Fakten, Fiktionen und Fraktalen“ – Karlheinz Steinmüller

Fazit:

Es mag an meiner Erwartungshaltung gegenüber dem Buch gelegen haben, dass mich die Geschichten bis auf einzelne Ausnahmen nicht besonders ansprechen konnten. Besonders störend empfand ich die teils anstrengende Langatmigkeit der Schilderungen, die gespickt mit unzähligen historisch-geografischen Namen, die Konzentration des Lesers auf eine harte Probe stellen. Zumindest wollte bei mir keine Rechte Lesefreude aufkommen. In keinster Weise soll dies jedoch die Wertschätzung gegenüber den Bemühungen der Autoren gut recherchiert zu haben schmälern.  Ein wenig mehr Handlung und etwas weniger Lehrbuchstil hätte jedoch aus meiner Sicht als Leser nicht geschadet.

Zum Buch:

Die Verarbeitung und Klebebindung des Buchblocks präsentiert sich akzeptabel für den Umfang des Buches. Die Papierqualität entspricht dem Standard, ebenso wie das Schriftbild.

Buchdaten :

  • Titel: „Alexanders langes Leben Stalins früher Tod“
  • Hrsg: Erik Simon
  • Taschenbuch: 427 Seiten
  • Verlag: Heyne; Auflage: 1 (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453149122
  • ISBN-13: 978-3453149120
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,4 x 3,6 cm

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